Hallo!
Man wird dadurch nämlich auf die falsche Fährte gelockt: „Wenn
ich mich mit Lichtgeschwindigkeit von der Erde weg bewege,
sehe ich ein Standbild der Erde. Also vergeht für mich keine
Zeit…“
Aber warum sieht man die Erde nicht als Standbild? Ich meine,
nicht dass es mir was ausmachen würde, aber trotzdem 
Denn ich entferne mich ja genau so schnell von der Erde wie
das Licht auch…
Man sieht ein Standbild. Mit der falschen Fährte meinte ich, dass man glaubt, das sei die Zeitdilatation. Es ist aber in Wirklichkeit - wie gesagt - der Doppler-Effekt.
Nächste Frage: Was ist die Relativbewegung?
Wenn wir uns aufeinander zu bewegen, ist es physikalisch völlig gleichgültig, ob Du Dich auf mich zubewegst, oder ich mich auf Dich. Es kommt nur darauf an, wie wir uns „in Bezug auf einander“ (= relativ) bewegen. Das ist die Relativbewegung.
Den Dopplereffekt gibt es unabhängig davon, ob man die Welt
klassisch (falsch) oder relativistisch
Und weiter gehts mit der Fragerei: was bedeutet
Relativistisch?
Das bedeutet, dass man die Effekte der Relativitätstheorie berücksichtigt. Insbesondere hängen Zeiten und Längen vom Bewegungszustand des Betrachters ab. Das Gegenteil von relativistisch wäre in dem Fall „klassisch“. In einem klassischen (besser: nicht-relativistischen) Weltbild sind Zeit und Raum für alle Betrachter gleich.
Ich habe nochmals das Internet durchsucht, und weiß jetzt was
Zeitdilatation heißt. Aber warum vergeht die Zeit auf der erde
langsamer als im Raumschiff???
Ich habe das weiter oben schon einmal geschrieben. Dort hast Du gesagt, Du hättest es verstanden. Wenn ich mich auf die Erde zu bewege, kann ich mit dem gleichen Recht sagen, dass sich die Erde auf mich zubewegt. Wenn sich die Erde aber sehr schnell bewegt, bedeutet das, dass die Erdenbürger bestimmte Strecken für viel kürzer halten als ich (weil sie von ihrer Bewegung ja nichts wissen). Deswegen vergeht für einen Erdenbürger viel weniger Zeit, in der das Licht diese kürzen Strecken zurücklegt.
Beispiel: Von hier nach Stuttgart sind es 30 km. Ein Radiosignal (das sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegt, braucht dorthin genau 0,0001 s. Wenn ich glaube, dass ein Lichtimpuls diese Strecke genau 10.000mal zurückgelegt hat (also 5000mal hin und 5000mal zurück), glaube ich, dass eine Sekunde vergangen ist. Was ich nicht berücksichtigt habe: In dieser einen Sekunde hat sich die Erde auf ihrem Weg um die Sonne 30 km weiter bewegt. (Damit habe auch ich mich 30 km weiter bewegt und Stuttgart hat sich auch 30 km weiter bewegt). Wenn ich also von außen dieses Experiment betrachte, legt das Licht einen geringfügig längeren Weg zurück, es bewegt sich ja sozusagen auf einer Zickzacklinie. Folglich dauert das, was ich für eine Sekunde halte, für einen „Sonnenbewohner“ ein bisschen länger, weil das Licht mehr als eine Sekunde braucht, um einen Weg zurückzulegen, der länger als eine Lichtsekunde ist. Er glaubt daher, dass auf der Erde - weil sich diese um die Sonne bewegt - die Uhren ein bisschen langsamer gehen als auf der ruhenden Sonne.
Tut mir leid - ich kann’s nicht einfacher erklären.
Jetzt habe ich auch noch nach dem Dopplereffekt gesucht, also
im Internet natürlich
, und ich habe herausgefunden, dass
das ja der selbe Effekt ist, warum man ein Auto verzerrt hört,
wenn es an einem vorbeifährt. Blöd erklährt - aber ich denke
ihr wisst, was ich meine…
Aber nun wieder zurück zum Thema: Die Zeitdilatation sagt ja,
dass wenn man sich zu einem Objekt nähert, dass es einem
langsamer erscheint.
Aber der Dopplereffekt sagt das Gegenteil - schneller, oder?
Oder kann es sein, dass man sich bei der Zeitdilatation von
einem Objekt entfernt, und bei dem Dopplereffekt näher kommt.
Das ist genau der Trugschluss, vor dem ich Dich mit meinem Einwand schützen wollte! Der Dopplereffekt ist was anderes als die Zeitdilatation. Die haben erstmal nichts (Bitte nicht widersprechen, DrStupid! Ich weiß dass Du recht hast…) mit einander zu tun.
Der optische Dopplereffekt „verzerrt“, das was ich sehe, genauso wie der akustische Dopplereffekt das „verzerrt“, was ich höre. Er ändert aber nichts am Lauf der Zeit.
Wenn ich sehr schnell auf Dich zu Fahre und Dir entgegenschreie: „Eins … Zwei … Drei …“. Dann hörst Du: „Eins-Zwei-Drei“. Du vermutest aber deswegen noch lange nicht, dass für mich die Zeit schneller vergeht. Du hörst nur das, was ich gesagt habe, zeitlich gedrängt. Aber Du weißt warum das so ist: Weil sich der Abstand zwischen uns jeweils zwischen zwei Zahlen verringer hat.
Also nochmal: Der Dopplereffekt erklärt eine verzerrte Wahrnehmung aufgrund einer Relativbewegung von Sender und Empfänger. Die Zeitdilatation erklärt, warum zwei Beobachter zwei unterschiedliche Längen für die selbe Zeit messen können.
Sind jetzt alle Klarheiten beseitigt? 
Würde ich so nicht sagen 
Meine letzten Anmerkungen bezogen sich auf DrStupid. Er hat eingewendet, dass der relativistische Dopplereffekt sehr wohl die Zeitdilatation einschließt. Damit hat er natürlich recht. Gemeint ist damit: Du bewegst Dich auf mich zu und schickst mir ein Signal. Dieses Signal nehme ich verzerrt wahr, und zwar diesmal aufgrund zweier Effekte: Erstens hast Du - weil Du Dich bewegst - eine andere Zeitskala als ich (Zeitdilatation). Zweitens wird dieses verzerrte Signal noch zeitlich „zusammengeschoben“, weil Du Dich auf mich zu bewegst (klassischer Dopplereffekt).
Michael