Realschule und Französisch als Fremdsprache

Hallo,

steht es einer Realschule in Niedersachsen eigentlich vollkommen frei, welche Fremdsprachen neben Englisch noch angeboten werden?

Angenommen, die Schule liegt an der niederländischen Grenze, kann dann entschieden werden, dass nur Niederländisch, nicht aber Französisch angeboten wird?

Problem in der speziellen Schule ist wohl, dass gerade einzige die Lehrkraft, die Französisch unterrichten könnte, so unbeliebten Unterricht macht, dass fast alle Schüler das Fach meiden.
Bestehende Französisch-Klassen ab 7. gibt es noch, wobei dort die Schüler auch nach und nach aufhören.

Jetzt möchte ein Kind, das kommendes Jahr in die 6. kommt, wirklich gerne Französisch machen und kommt mit der o.g. Lehrkraft eigentlich auch ganz gut zurecht.
Die Schulleitung sagt aber, für nur eine Schülerin können sie kein Französisch anbieten, die Schülerin soll Niederländisch machen oder ein anderes Wahlpflichtfach.

Was aber nützt einem Niederländisch, wenn man später in einer anderen Region Deutschlands zum Gymnasium wechseln möchte? Da wird doch Niederländisch nie angeboten während französisch deutschlandweit angeboten wird.

Grüße

Holygrail

Hallo

Was aber nützt einem Niederländisch, wenn man später in einer
anderen Region Deutschlands zum Gymnasium wechseln möchte?

In Deutschland gibt es keine Regionen, in Deutschland gibt es Bundesländer. Und die haben die Kulturhoheit und bestimmen damit jedes für sich, welche Fächer in der Schule angeboten werden und welche Sprachen vor Ort wichtig sind. In Niedersachsen ist das eben eher Niederländisch als Französisch.

Da
wird doch Niederländisch nie angeboten während französisch
deutschlandweit angeboten wird.

Die Probleme von Migrantenkindern sind immer dieselben. Auch wenn ein Kind von einer britischen Schule auf eine finnische wechselt. Und in diesem Fall sind nicht nur die Frendsprachenfolgen unterschiedlich, sondern sogar die Unterrichtssprachen. Trotzdem wollen sich weder Finnen noch Briten auf einen gemeinsamen Modus einigen. Am allerwenigsten, um dem Wanderarbeiterwesen zu fröhlichen Urständen zu verhelfen. Vermutlich haben die Niedersachsen auch keine große Lust, Kindern die Schulausbildung zu bezahlen, mit der sie anschließend am besten wegziehen können.

Gewöhn dich entweder dran und zieh nicht um oder miete einen Privatlehrer für Französisch.

Gruß
smalbop

Hi,

Bundesländer. Und die haben die Kulturhoheit und bestimmen
damit jedes für sich, welche Fächer in der Schule angeboten
werden und welche Sprachen vor Ort wichtig sind. In
Niedersachsen ist das eben eher Niederländisch als
Französisch.

Ja, an der niederländischen Grenze ist das so, aber ab einer bestimmten Entfernung von der Grenze wird wieder nirgendwo NL angeboten.
Problem in unserer Region: einige Schulen machen den Schritt und bieten NL an, andere wieder nicht. Die Fachgymnasien (Wirtschaftsgymnasium usw.) verlangen Französisch oder Spanisch als 2. Fremdsprache, kein Niederländisch.

Mein Eindruck ist, dass es nicht nach den späteren Chancen geht, sondern eher danach, welches Lehrpersonal so zur Verfügung steht.

Lust, Kindern die Schulausbildung zu bezahlen, mit der sie
anschließend am besten wegziehen können.

Na ja, mit dem Argument dürften die Schulen den Kindern ja ausschließlich Deutsch anbieten, wenn sie kein Englisch können, könnten sie auch nicht ins Ausland ziehen.

Niederländisch wird auf der Welt von ca. 25 Mio. Menschen gesprochen, Französisch von immerhin 200 Mio.

Gewöhn dich entweder dran und zieh nicht um oder miete einen
Privatlehrer für Französisch.

Danke für den Tipp :smile:

Gruß

Holygrail

Hallo

Mein Eindruck ist, dass es nicht nach den späteren Chancen
geht, sondern eher danach, welches Lehrpersonal so zur
Verfügung steht.

Dann wäre es doch eher verwunderlich, dass NL statt Franz angeboten wird.

Lust, Kindern die Schulausbildung zu bezahlen, mit der sie
anschließend am besten wegziehen können.

Na ja, mit dem Argument dürften die Schulen den Kindern ja
ausschließlich Deutsch anbieten, wenn sie kein Englisch
können, könnten sie auch nicht ins Ausland ziehen.

Es gibt Schulen, in denen ist Englisch dritte Fremdsprache, und das fakultativ. Aber darum geht es gar nicht, es geht um deine eigene Aussage, Franz zu bevorzugen, weil man damit leichter die Schule wechseln kann als mit NL.

Niederländisch wird auf der Welt von ca. 25 Mio. Menschen
gesprochen, Französisch von immerhin 200 Mio.

Die 25 Millionen haben aber eine unbedeutend geringere Kaufkraft als die 200 Millionen, die überwiegend Subsahara-Hungerleider sind. („Kolonie“ hat bei den Franzosen noch nie bedeutet, dass man mehr reinpumpt als man rauspresst.)

Viele Dinge, die Frankreich selbst herstellen kann und wo es seine Wirtschaft gegen Importe möglichst abschottet, kaufen die NL bei der (deutschen) Exportwirtschaft. Unter anderem auch deswegen, weil man mit den Deutschen nicht nur auf Französisch verhandeln kann.

Ich selbst arbeite im Süden und ich könnte bei der Arbeit NL deutlich eher brauchen als Französisch.

Gewöhn dich entweder dran und zieh nicht um oder miete einen
Privatlehrer für Französisch.

Danke für den Tipp :smile:

Aber bitte.

smalbop

Hi

Hier in meiner Wohngegend wird in kaum einer Schule französich angeboten.
Ich habe es später in Abendkursen über die VHS gelernt.

Hier wird als 2te Sprache fast überall Latein angeboten .

wozu in aller Welt braucht man Latein ?
aus meiner Sicht brauchen das nur Mediziniche Berufe , die aber benötigen ein Studium , also Gymnasium , aber kein Realschulabschluss .

In einer Grosstadt in NRW wo ich in den Jahren 2005 - 2007 lebte , wird sogar nur ein WAHLFACH als erste Fremdsprache angeboten .
eine 2te Fremdsprache gibt es gar nicht .
d.h. in dem Team in dem ich damals arbeitete ( 56 Mann ) konnten 4 Leute englisch und die waren zugezogen aus Hamburg , Idar - Oberstein , Limburg und Saarbrücken

Toni

Hallo,

steht es einer Realschule in Niedersachsen eigentlich vollkommen frei, welche Fremdsprachen neben Englisch noch angeboten werden?

Naja, so absolut sicher nicht, aber ich sehe da einen hohen Freiheitsgrad, da es ja eben kein Pflicht- sondern nur ein Wahlpflichtfach ist. Die Pflicht bezieht sich dann konsequenterweise auf beide Seiten. Die Pflichtfächer müssen angeboten und belegt werden, während aus den Wahlpflichtfächern eben eine Auswahl angeboten und belegt werden kann.

Angenommen, die Schule liegt an der niederländischen Grenze, kann dann entschieden werden, dass nur Niederländisch, nicht aber Französisch angeboten wird?

Klar. An unseren Schulen können die Lehrkräfte schließlich fast alles machen, was sie wollen. Wenn da im Schulgesetz nicht steht, dass neben Englisch auch noch Fränzösisch angeboten werden muss, dann ist das eben so.

Problem in der speziellen Schule ist wohl, dass gerade einzige die Lehrkraft, die Französisch unterrichten könnte, so unbeliebten Unterricht macht, dass fast alle Schüler das Fach meiden.
Bestehende Französisch-Klassen ab 7. gibt es noch, wobei dort die Schüler auch nach und nach aufhören.
Jetzt möchte ein Kind, das kommendes Jahr in die 6. kommt, wirklich gerne Französisch machen und kommt mit der o.g. Lehrkraft eigentlich auch ganz gut zurecht.

Vielleicht bis zu den ersten Noten? ;o)

Die Schulleitung sagt aber, für nur eine Schülerin können sie kein Französisch anbieten,

Das klingt absolut plausibel. Man stelle sich vor 15 weitere Schüler würden gerne 15 weitere Fremdsprachen lernen.

die Schülerin soll Niederländisch machen oder ein anderes Wahlpflichtfach.
Was aber nützt einem Niederländisch, wenn man später in einer anderen Region Deutschlands zum Gymnasium wechseln möchte?

Da hat man aufgrund unsere Bildungsförderalismus sicher noch andere Probleme zu wuppen. Dieses System ist weder auf einen Schulwechsel zwischen Bundesländern noch zwischen den Schularten ausgelegt. Das ist das Problem und nicht eine zweite Fremdsprache. In Niedersachen braucht es dafür jedenfalls keine zweite Fremdsprache. und um mehr muss sich dort auch niemand kümmern.

Da wird doch Niederländisch nie angeboten während französisch deutschlandweit angeboten wird.

Würde ich so pauschal nicht unterschreiben, wobei natürlich die Wahrsceinlichkeit für Französisch höher sein dürfte.

Grüße

P.S. Wenn die Anzahl der Sprecher ein Argument für oder gegen eine weitere Fremdsprache wäre, dann müssten alle Mandarin anbieten, schätze ich mal.