Hallo,
In einem größeren Gehäuse verteilt sich die Wärme besser und
läßt sich leichter rausblasen.
Das ist Dein Zitat! Es impliziert wohl eindeutig den Einsatz
von Lüftern in einem „größeren Gehäuse“ , oder?
Die Zusammenhänge habe ich ja schon klar gemacht.
Es ging bei meiner Argumentatin immer nur um die Unterschiede
bei Einsatz von Lüftern. Bei moderen PC ist die ausschließlich
passive kühlung sowieso kaum noch zu bewerkstelligen.
Wer aber sowas machen will, der muß andere Kriterien beachten.
Sofern es sich um Zwangskonvektion (also Kühlung mit
durch Lüfter angetriebene Lüft) ist das bischen Wärmeaustausch
an der etwas größeren Oberfläche des Gehäuses nicht mehr
relevant, weil durch die direkt durchgeblasene Luft viel mehr
Wärme weg transportiert werden kann.
seh ich anders, ist wie beim Auto, Hubraum ist durch nichts zu
ersetzen.
Na ja, wenn technische Zusammenhänge auf so einfache Weise
versimplifiziert werden, dann verkommt das wohl eher zur
Esotherik.
Beispiel:
Wenn ich Motoren verschiedener Bauart betrachte, dann komme
ich zu einem Hubraum-leistungsverhältnis von mind. 1:100
z.B. 6Liter-Einzylinder-Langsamläufer von anno 1880 mit
ca. 10KW oder so und 6l-Turbo in einem Rennwagen von heute
mit über 1000 KW.
Selbst LKW mit 450PS haben heute keine 12 Litermotor mehr, eher
nur 3 Liter.
Ganz simple Physik, mehr Luft, niedrigere Temperatur.
Physik kann simpel sein, wenn man die entscheidenden Kriterien
nicht vernachlässigt.
Hier spielt nicht die Luftmenge im Gehäuse primär eine Rolle,
sondern die an den zu kühlenden Flächen vorbeistreichende
Luftmenge und auch die evtl. durchströmende Luft (falls da
genügend große Löcher unten und oben im Gehäuse sind und sich eine ausreichende Lüftströmung durch das Gehäuse ausbilden kann).
Auch bei natürlicher Konvektion ist die Luftmenge im Gehäuse
erstmal relativ egal. Die höhere temp. im kleineren
Gehäuse stellt sich hauptsächlich wegen der kleineren
wirksammen Oberfläche zur Umgebung ein.
Da sind 2 Grenzschichten, deren Wärmeübergangskoeff. ziehmlich
mies ist (nur ca 5,6W/(m2*1grd) für stehende Luft.
-> Innenluft - Gehäuseblech
-> Gehäuseblech - Außenluft
In der Regel wird aber ja schon durch das Netzteil eine
Zwangskonvektion erreicht. Nun ist es bloß so, daß bei einem
NT-Wirkungsgrad von ca. 85% nur ca. 15% der Wärme im
Netzteil anfallen und eben 85% im Gehäuse verbraten werden und
der Netzteillüfter ist sicher primär zur Kühlung des Netzteils
ausgelegt.
Selbst wenn relativ viel Luft durchs gehäuse fließt, ist es
immer noch von Bedeutung, od die Luft auch and den richtigen
Stellen vorbeitkommt. Hier spielen also auch Einbaubedinungen
und Anordnung der Komponenten eine Rolle. Da kann evtl. ein
großes Gehäuse sogar schlechter abschneiden.
Warum mußtest Du sonst Zusatzlüfter einbauen?
Weil Zwangskonvektion bei gleicher Temperaturdifferenz zwischen
heißen Bauelementen und Umgebungstemp. eben das vielfache an
Wärme wegschaft gegenüber natürlicher Konvektion und dem
Wärmeaustausch über Grenzflächen.
Gruß Uwi