Rechner startet im kalten Zustand nicht mehr

Hallo zusammen,

folgendes Problem habe ich seit ca. 2 Wochen. Wenn ich morgens versuche den Rechner einzuschalten laufen die Lüfter an, mein Gehäuse (Temp-Überwachung, Lüfter-Kontrolle) bekommt Strom aber weder Laufwerke noch Grafikkarte tun irgendetwas. Nach ca. 20mal an-aus laufen dann die Laufwerke und der Proz scheint Strom zu bekommen da sich dessen Temp erhöht. Wenn dieser ca. 45°C erreicht hat und ich starte dann neu läuft die Grafikkarte aber die sagt mir, dass der Stromanschluss fehlerhaft sei. Nach nochmaligem Aus-An funktioniert es dann meist und der Rechner läuft stundenlang auch unter Last völlig ohne Probleme bis zum nächsten Morgen.
Ich habe die Vermutung, dass das Netzteil die Ursache ist.
Kann es sein, dass es im kalten Zustand zu wenig Strom liefert oder doch das Board?
Aber die Laufwerke müssten doch auch bei defektem Board anlaufen oder?
Kann man mit einem normalen Multimeter die Spannungen messen?

Ich hoffe jemand hat eine Idee sonst fängt die grosse Hardware-Bastelei an :smile:

Schöne Grüße,
Ulli

Hallo zusammen,

Moin,

Ich habe die Vermutung, dass das Netzteil die Ursache ist.
Kann es sein, dass es im kalten Zustand zu wenig Strom liefert
oder doch das Board?

Hoert sich in der Tat nach einem altersschwachen Netzteil an das die recht hohen Anlaufstroeme nicht liefern kann. Hast Du irgendwas eingebaut in den Rechner? Kommt aber auch vor dass die Netzteile von alleine aussteigen. Pruefe mal ob der ATX-Stecker auf dem Mainboard gelb/braun verfaerbt ist, ein sicheres Indiz dafuer dass das Netzteil am Rande der Leistungsfaehigkeit ist. Ist der Stecker im Betrieb warm? Wenn ja - ebenso.

Aber die Laufwerke müssten doch auch bei defektem Board
anlaufen oder?

Jein. Kann sein dass die Spannungswandler auf dem Mainboard hinueber sind, dann zieht das Board evtl. zu viel Strom so dass es fuer andere Komponenten nicht mehr reicht. Anlaufstroeme bei Laufwerken sind iaR wesentlich hoeher als Betriebsstroeme.

Mach mal eine Sichtpruefung des Boards auf ausgelaufene Elkos und sonstige Auffaelligkeiten.

Kann man mit einem normalen Multimeter die Spannungen messen?

Ja, kann man (wenn das Ding hinreichend genau ist, Billigstmultimeter liefern gerne Mal werte die nicht wesentlich mehr mit der Realitaet zu tun haben als die Sensoren auf dem Board).

Ich hoffe jemand hat eine Idee sonst fängt die grosse
Hardware-Bastelei an :smile:

War nen Versuch wert :wink:

Schöne Grüße,
Ulli

Gruss
Paul

Hallo Paul,

Ich habe die Vermutung, dass das Netzteil die Ursache ist.
Kann es sein, dass es im kalten Zustand zu wenig Strom liefert
oder doch das Board?

Kann sein, dass das Netzteil weniger Strom liefert, bzw. dass das Mainboard mehr Strom benötigt, hat aber den gleichen Effekt wenn es knapp ist.

Pruefe mal ob der
ATX-Stecker auf dem Mainboard gelb/braun verfaerbt ist, ein
sicheres Indiz dafuer dass das Netzteil am Rande der
Leistungsfaehigkeit ist. Ist der Stecker im Betrieb warm? Wenn
ja - ebenso.

Kannst du das mal einem Elektroniker erklären ??
Dies deutet darauf hin, dass der Stecker schlechten Kontakt macht (hoher Übergangswiderstand) und deshalb heiss wird, das ist aber ein rein mechanischer defekt des Steckers und kann meist dur mehrmaliges ein-/ausstecken behoben werden, bzw. kann an einem nicht ganz eingesteckten Stecker liegen.

Kann man mit einem normalen Multimeter die Spannungen messen?

Ja, kann man (wenn das Ding hinreichend genau ist,
Billigstmultimeter liefern gerne Mal werte die nicht
wesentlich mehr mit der Realitaet zu tun haben als die
Sensoren auf dem Board).

Also die Betriebsspannungen dürfen eine Tolleranz von +/-5% bis +/-10% aufweisen, da liefern auch Billig-Messgeräte genügend genaue Messwerte !!

MfG Peter(TOO)

Moin,

Kannst du das mal einem Elektroniker erklären ??
Dies deutet darauf hin, dass der Stecker schlechten
Kontakt macht (hoher Übergangswiderstand) und deshalb heiss
wird, das ist aber ein rein mechanischer defekt des Steckers
und kann meist dur mehrmaliges ein-/ausstecken behoben werden,
bzw. kann an einem nicht ganz eingesteckten Stecker liegen.

Oder das Netzteil liefert keine stabilen Spannungen (mehr), darunter auch Spannungsspitzen.

Also die Betriebsspannungen dürfen eine Tolleranz von +/-5%
bis +/-10% aufweisen, da liefern auch Billig-Messgeräte
genügend genaue Messwerte !!

Nach ein „Paar“ Jahren Physikstudium und genuegend in Labor verbrachten Stunden weiss ich aus der Empirie dass es genuegend „Messgeraete“ gibt die man lieber „Schaetzeisen“ nennen sollte. Dazu gehoeren die meisten 5 Euro Multimeter vom Grabbeltisch. Auch wenn die Spannungen eigentlich innerhalb der Toleranz liegen weiss man eben nicht 100%ig ob eine Komponente damit klarkommt oder nicht. Waere dem so, gaebe es im Hardware-Bereich keine Inkompatibilitaeten, die es in der Praxis leider doch gibt (Grafikkarte X laeuft nicht auf Mainboard Y obwohl beide eigentlich der Spezifikation Z entsprechen). Auch wenn es mal ging kann es irgendwann zum Problem werden, wenn die Eigenschaften der Hardware sich veraendern, und das tun sie durch das Altern.

Lange Rede - kurzer Sinn: es *kann* am Netzteil liegen, muss aber nicht.

MfG Peter(TOO)

Gruss
Paul

Hallo Paul,

Kannst du das mal einem Elektroniker erklären ??
Dies deutet darauf hin, dass der Stecker schlechten
Kontakt macht (hoher Übergangswiderstand) und deshalb heiss
wird, das ist aber ein rein mechanischer defekt des Steckers
und kann meist dur mehrmaliges ein-/ausstecken behoben werden,
bzw. kann an einem nicht ganz eingesteckten Stecker liegen.

Oder das Netzteil liefert keine stabilen Spannungen (mehr),
darunter auch Spannungsspitzen.

Und deshalb wird der Stecker warm ???
Oder willst du meine konkrete Frage nicht beantworten ??

Also die Betriebsspannungen dürfen eine Tolleranz von +/-5%
bis +/-10% aufweisen, da liefern auch Billig-Messgeräte
genügend genaue Messwerte !!

Nach ein „Paar“ Jahren Physikstudium und genuegend in Labor
verbrachten Stunden weiss ich aus der Empirie dass es
genuegend „Messgeraete“ gibt die man lieber „Schaetzeisen“
nennen sollte. Dazu gehoeren die meisten 5 Euro Multimeter vom
Grabbeltisch. Auch wenn die Spannungen eigentlich innerhalb
der Toleranz liegen weiss man eben nicht 100%ig ob eine
Komponente damit klarkommt oder nicht. Waere dem so, gaebe es
im Hardware-Bereich keine Inkompatibilitaeten, die es in der
Praxis leider doch gibt (Grafikkarte X laeuft nicht auf
Mainboard Y obwohl beide eigentlich der Spezifikation Z
entsprechen). Auch wenn es mal ging kann es irgendwann zum
Problem werden, wenn die Eigenschaften der Hardware sich
veraendern, und das tun sie durch das Altern.

Meist ist da das Timing das Problem und unsaubere Flanken, Überschwingen, etc. Der eigentliche Grund liegt meist in einem schlechten Layout oder dem Nichtbeachten der Worst-Case-Bedingungen bei der Entwicklung.

Aber mir musst du soetwas nicht erklären.

MfG Peter(TOO)

Lange Rede - kurzer Sinn: es *kann* am Netzteil liegen, muss
aber nicht.

MfG Peter(TOO)

Gruss
Paul

Moin,

Oder das Netzteil liefert keine stabilen Spannungen (mehr),
darunter auch Spannungsspitzen.

Und deshalb wird der Stecker warm ???
Oder willst du meine konkrete Frage nicht beantworten ??

Ich verstehe ehrlich gesagt nicht was Du genau wissen willst. Nimm eine 230V Gluehbirne und lege eine Spannung von sagen wir mal 10 mV an. Es passiert nichts Wesentliches. Leg eine Spannung von 230V an, die Birne wird nicht nur warm, sie glueht sogar. Die Steckverbindung ist ein Widerstand, ebenso wie eine einfache Gluehbirne mit Faden. Dieser Widerstand (nein, ich weiss nicht wie hoch der ist) laeuft iaR mit den ueblichen Werten (12V, 30A oder wieviel auch immer vernuenftige Netzteile heute liefern) ohne warm zu werden. Was passiert wenn das Netzteil aus welchen Gruenden auch immer nun ploetzlich kurzzeitige Spitzen mit 15V abliefert?

Sollte ich mich in diesem Punkt irren (die Ueberlegung ist theoretisch nicht falsch, ich weiss aber nicht inwiefern sie in der Praxis Relevanz hat) lass ich mich natuerlich gerne eines besseren belehren.

Um es klar zu stellen: Du hast natuerlich Recht, wenn die Steckverbindung unsauber ist, d.h. der ohmsche Widerstand zu hoch, erwaermt sich das Ding auch.

Wenn der Frager aber schon messen will, wird er diese Spitzen auch messen koennen und dann wissen ob es die Ueberhaupt gibt.

Gruss
Paul

Hallo Paul,

Die Steckverbindung ist ein Widerstand, ebenso
wie eine einfache Gluehbirne mit Faden.

Soweit, so klar.

Dieser Widerstand
(nein, ich weiss nicht wie hoch der ist) laeuft iaR mit den
ueblichen Werten (12V, 30A oder wieviel auch immer
vernuenftige Netzteile heute liefern) ohne warm zu werden. Was
passiert wenn das Netzteil aus welchen Gruenden auch immer nun
ploetzlich kurzzeitige Spitzen mit 15V abliefert?

Kurzzeitig passiert mit dem Stecker gar nichts, wegen der realitv grossen thermischen Masse der Kontakte.
Allerdings nehmen dir die ICs so etwas recht schnell übel.

Allerdings fliessen die grossen Ströme auf den +3.3V und vor allem +5V Schiene. Wenn der Steckkontakt heiss wird, bedeutet das, dass da entweder ein vollkommen falscher Steckkontakt eingesetzt wird, welche nur für wesentlich kleinere Ströme konstruiert wurde, oder, dass der Kontakt schlecht ist (einen zu grossen Übergangswiderstand aufweist) weshalb er sich erhitzt.
Das hat aber mit dem Netzteil nichts zu tun.

Sollte ich mich in diesem Punkt irren (die Ueberlegung ist
theoretisch nicht falsch, ich weiss aber nicht inwiefern sie
in der Praxis Relevanz hat) lass ich mich natuerlich gerne
eines besseren belehren.

Ein weiterer Fehler in deiner Überlegung ist, dass in PCs ausschliesslich Schaltnetzteile verwendet werden. Dadurch ist es sehr unwahrscheinlich, dass bei den grossen Strömen die Spannung in dem Masse ansteigt, dass der Stecker überlastet wird. Die übertragene Energie wird ja magnetisch im Übertrager zwischengespeichert, und ist deshalb schon begrenzt.
Also schon rein von der physikalischen Seite her, ist es ja nicht so, dass ein Stecker bis 20A bestens funktioniert und dann bei 22A verbrennt.

Wenn der Frager aber schon messen will, wird er diese Spitzen
auch messen koennen und dann wissen ob es die Ueberhaupt gibt.

Wenn er die Spitzen messen will benötigt er einen K.O. oder ein DSO.

In aller Regel ist bei den PC-Netzteilen aber das Problem, dass die Spannung einfach einbricht.

Die Netzteil Hersteller „spielen“ ja auch mit den Angaben etwas rum.
Es wird für jede Spannung der maximal zulässige Strom angegeben, allerdings darf man nicht gleichzeitig an allen Spannungen die maximalen Ströme abgreifen (combined Power), da der Übertrager das Leistungsbegrenzende Bauteil ist. Wenn du nachrechnestübersteigt die Berechnete Leistung aus den Spannungs-/Strom-angaben, normalerweise die angegebene Gesammtleistung des Netzteils.

MfG Peter(TOO)

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Thanx
Danke fuer die Erklaerung, dafuer gibt es glatt ein Sternchen.

Hallo Paul,

Danke fuer die Erklaerung, dafuer gibt es glatt ein Sternchen.

Merci für’s *

Wenn man schon über ein Vierteljahrhundert im Entwicklungslabor arbeitet, bleibt auch ein bischen was hängen :wink:)

MfG Peter(TOO)