Recht

Liebe/-r Experte/-in,

meine Frage betrifft meine Mutter.
Sie ist 80 Jahre alt, hat einen Schwerbehindertenausweis Merkzeichen „G“ u. GdB 100% die sich wie folgt zusammensetzen:

1 . Funktionsbehinderung der Wirbelsäule, Osteoporose (Kalksalzminderung des
Knochens), chronisches Schmerzsyndrom, multikausale Gangstörung
(Einzel-GdB: 50)
2. Beeinträchtigung der Gehirnfunktion
(Einzel-GdB. 30)
3. Zuckerkrankheit (mit Diät und Insulin einstellbar)
(Einzel-GdB: 30)
4. Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen des Herzens, Bypass, Herzschrittmacher
(Einzel-GdB: 30)
5. Verlust der Brust links
(Einzel-GdB: 30)
6. Schlafapnoe-Syndrom
(Einzel-GdB: 20)
7. Funktionsbehinderung beider Schultergelenke
(Einzel-GdB: 20)
8. Sehminderung beidseits
(Einzel-GdB: 10)

Meine Mutter hat einige chronische Krankheiten wie:
Nieren Insuffizienz, Venöse Insuffizienz, insulinpflichtiger Diabetes mellitus, chronische Depression, Demenz.

Sie wohnt zur Miete auf dem Land, alleinlebend und hat eine kleine Rente, so dass sie noch 111,00€ Wohngeld erhält.
In jüngster Zeit muss sie einmal pro Woche zum Hausarzt, da sie in letzter Zeit häufig Hypoglykämie bis hin zum hypoglykämischen Koma hatte.
Die Person, welche meine Mutter bisher zum Arzt gefahren hat, weigert sich dies weiterhin zu tun, eine Busverbindung ist nicht vorhanden, ein eigenes Auto hat sie nicht, das Taxi kann sie sich nicht leisten, und ich bin wohne ca. 100 km weit weg.
Die Krankenkasse verweigert die Kostenübernahme.
Gibt es eine Möglichkeit der Kostenübernahme, oder eine Stelle, die die Kosten übernehmen muss?

Hallo ramgar,

das ist eine sehr einzelfallbezogene Frage, die ich so nicht beantworten kann. Nach dem was sie schildern, kann ích aber gar nicht glauben, dass die Kasse (Kranken- oder ggfs. Pflegekasse) die Kosten nicht sogar übernehmen muss. Leider haben Sie nicht geschrieben, aus welchen Gründen die Kasse die Kostenübernahme abgelehnt hat. Ihre Mutter hat sicher auch eine Pflegestufe, evtl. muss von dort der Fahrdienst organisiert werden. Ich kann Ihnen nur den Rat geben, sich erneut mit der Krankenkasse in Verbindung zu setzen, um eine Lösung herbeizuführen.

Viele Grüße und viel Erfolg!

Lieber Wissenssuchender,

leider kann ich Dir da nicht mit einer rechtlichen Antwort weiterhelfen.

Ich will aber gerne schreiben, was mir zu Deinem Problem in den Sinn kommt - vielleicht hilft es Dir:
Ich kenne einen Fall von einer älteren Dame mit 75% GdB. Zu ihr kommt morgens und abends ein Pflegedienst, der Hausarzt kommt zu ihr ins Haus. Die Krankenkasse übernimmt diese Dienstleistungen aber.
Sollte die Krankenkasse sich tatsächlich weigern, die Kosten für einen Hausarztbesuch oder die Fahrt zu einem Arzt zu übernehmen (im Zweifel einfach noch einmal nachfragen, ob nicht andere Möglichkeiten zur Lösung des Problems vorgeschlagen werden können; zu rechtlichen Möglichkeiten kann ich Dir hier leider keine Auskunft geben), kommt mir noch folgende Möglichkeit in den Sinn: Frag bei der Gemeindeverwaltung, dem Bürgermeisteramt etwa, nach, ob gemeinnützige Einrichtungen, Bürgerhilfen, Vereine zur Organisation ehrenamtlicher Betreuung in der Gemeinde bestehen, die in solchen Fällen Deiner Mutter mit einem Fahrdienst o.ä. beistehen könnten.

Viel Glück!
Mit freundlichen Grüßen
Conel