Recht(e) an einem Aufsatz von ca. 1935

Hallo Rechtskundige,

auf meiner website (zum Thema Familienforschung) möchte ich einen Aufsatz veröffentlichen, der ca. 1935 erschien. Der Verfasser (Waschu, Volkswirt; keine weiteren Angaben) ist trotz umfangreicher Recherchen nicht zu ermitteln. Auch die Reihe, in der dieser Aufsatz erschien, ist nicht bekannt. Eine Kopie des Waschu-Aufsatzes war im Nachlass eines amerikanischen Professors zu finden, der ihn beim Leo-Baeck-Institut in New York hinterlegt hat.
Darf ich diesen Text online veröffentlichen? Oder muss ich vorher die Erben des Professors oder das Leo-Baeck-Institut um Erlaubnis bitten ?

Vielen Dank! Martinus

Hallo Martin,

die Urheberrechte sind noch gültig, weil der Autor noch keine 70 Jahre tot ist, selbst wenn er im Jahre 1935 gestorben sein sollte. Da er nicht zu ermitteln ist, ist das Leo-Baeck-Institut der erste Ansprechpartner. Ich selbst habe mal etwas aus dem Institut veröffentlichen wollen; da waren die sehr kulant. Freilich musst du damit rechnen, dass es etwas dauert, denn das Institut gehört ja nicht gerade zu den wenig benutzten.

Untersagt das Institut die Veröffentlichung, ist die Sache klar, und du kannst die Arbeit nicht veröffentlichen. Sollten die Menschen dort nicht weiterwissen (Nachfahren des Professors etc.), dann hast du am Ende immer noch die Möglichkeit, den Text zu veröffentlichen mit einer entsprechenden Klausel, dass du dir alle Mühe gegeben hast, den etwaigen Urheber ausfindig zu machen.

Üblicherweise schreibt man dann dazu, dass man natürlich beabsichtigt, bei Auftauchen dem Autor (oder ggf. seinen Erben) einen entsprechenden Betrag zukommen zu lassen. Das wäre dann jedenfalls sein gutes Recht. Wenn du das dann doch nicht willst, kannst du den Text ja wieder vom Netz nehmen.

Um was für einen Text handelt es sich denn (Familienforschung ist ein weites Feld …)?

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallo Thomas Miller,

vielen Dank für die detaillierte Auskunft !

Nun zur Frage :Um was für einen Text handelt es sich denn?:

Der Titel lautet: „Der Conitzer Konzern und seine Anschlusshäuser“. Das 1882 in Marienwerder/Westpreussen gegründete Stammhaus „M.(=Moses) Conitzer & Söhne“ sowie die von diversen Verwandten betriebenen „Ableger“ bestanden bis 1938. Ich vermute deshalb, dass „Waschu“ unter Pseudonym geschrieben hat. Die Kopie der Eröffnungsanzeige des Stammhauses ist zu finden bei www.konitzer-info.de, Rubrik Familienforschung, recht weit unten (Anzeige zur Geschäftseröffnung).

Herzliche Grüße. Martin Conitzer

noch eine Nachfrage
Hallo Martin,

woher weißt du, dass der Artikel/Aufsatz (?) „ca. 1935“ erschienen ist? In der Bibliographie steht „o. O., o. J.“

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallo Martin,

woher weißt du, dass der Artikel/Aufsatz (?) „ca. 1935“
erschienen ist? In der Bibliographie steht „o. O., o. J.“

Hallo Thomas Miller,

die letzten Nachrichten des betr. Aufsatzes zu diesem Konzern betreffen halt diese Zeit. Sorry wg. der späten Antwort. Hatte viel zu tun.

Gruß von Martin