Rechtfertigung einer Diplomarbeit

Hallo,

ich bin gerade in den letzten Zügen, meine Diplomarbeit (theoretisches Thema) zu beenden. Daher frage ich mich nun, wie so eine Rechtfertigung aussieht und abläuft.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass gefragt wird „Sie nannten fünf Punkte zu XY, nennen Sie die mir bitte!“ - also keine Wissensreproduktion, es sei denn, man hat da was ganz komisches geschrieben, was man dann erläutern soll. Aber selbst dann wird es wahrscheinlich genannt. So stelle ich mir das jedenfalls vor.

Ist das dann so etwas, wie „Sie haben das so und so gemacht, erklären Sie Ihre Beweggründe!“. Oder „XY hat mir nicht gefallen, was haben Sie sich dabei gedacht?!“

Es wäre schön, wenn einige Fragen(arten), was so konkret in Rechtfertigungen gefragt wurde (eigene Erfahrungen / Erlebnisse) genannt werden können. Sonst kann ich bis dahin noch weniger und schlechter schlafen…

Danke und viele Grüße
Manor

Hallo Manor,

das ist wohl an jeder Uni, in jedem Fachbereich und von Prof zu Prof verschieden. Ich denke daher, es wäre besser, sich vor Ort zu Informieren. Eine gute Quelle ist oft die Fachschaft. Vielleicht kennst du auch ehemalige Diplomanden oder Beisitzer oder geh einfach mal ins Institut von den Profs und frag da mal Doktoranden oder Postdocs - oder gleich den Prof selbst - ganz unverbindlich, versteht sich. Eine ander Möglichkeit wäre uU noch, auf dem Prüfungsamt mal nachzufragen, ob sie Einsicht in Prüfungsprotokolle gewähren (glaub ich aber nicht).

Ansonsten dürfte das ganze eher ein Fachgespräch werden als ein Frage-Antwort-Spielchen. In der Verteidigung bei meiner Promotion hatten die Profs kaum Ahnung von meinem Thema und es kamen ein paar Verständnisfragen, so in etwa, wie jemand fragt, der alles ganz toll und faszinierend findet, aber noch nicht so ganz durchgeblickt hat. Aus meiner Sicht waren die Fragen Pipifax, außerdem hätte ich denen alles erzählen können.

Wichtig ist noch, daß du eine grobe Vorstellung hast, wo deine Arbeit in der wissenschafltichen Welt angesiedelt ist, was die Menschheit (bzw. deine Nachfolger) also damit anfangen soll.

Ich glaube, daß ein ruhiges, selbstsicheres Auftreten und eine gewisse Begeisterung für die eigene Arbeit ganz wichtige Punkte sind. Außerdem will dir idR keiner „ans Bein pinkeln“, erstrecht nicht dein Betreuer (der ja die meiste Fachahnung hat), weil’s ja auf ihn zurückfällt, wenn du keinen guten Eindruck machst. Und: Es wird alles nicht so heiß gegessen, wie’s gekocht wird.

Gruß
Jochen

Hallo Manor,

Daher frage ich mich nun,
wie so eine Rechtfertigung aussieht und abläuft.

wie schon gesagt, frag Deine Vorgänger.
Das ist so unterschiedlich wie jeder Prof.
Zudem schreiben manche Prüfungsordnungen bestimmte Dínge vor, andere nicht. Pauschal läßt sich da sicher nichts sagen.
Auf jeden Fall würde ich mir nochmal die Skripte der Prüfer antun, die fragen häufig ihr Fachgebiet ab.

Gandalf

Hallo,

ich bin gerade in den letzten Zügen, meine Diplomarbeit
(theoretisches Thema) zu beenden. Daher frage ich mich nun,
wie so eine Rechtfertigung aussieht und abläuft.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass gefragt wird „Sie nannten
fünf Punkte zu XY, nennen Sie die mir bitte!“ - also keine
Wissensreproduktion, es sei denn, man hat da was ganz
komisches geschrieben, was man dann erläutern soll. Aber
selbst dann wird es wahrscheinlich genannt. So stelle ich mir
das jedenfalls vor.

Geh erst mal davon aus, dass von den 20 Besuchern gerade mal drei deine Arbeit gelesen haben (dein Betreuer, dein Prof, der Gutachter), der Rest hält sich an den Thesen fest und an deinem Gelabere.
Zu den Macken der Insider haben meine Vorredner was geschrieben. Für den rest kann man ja schauen, ob man irgendwo im Vortrag einen Köder auslegt. Dies kann eine potentielle Anwendung des Ergebnisses, eine Abgrenzung zu einer üblichen Methode/Verfahren, Differenz zwischen Thesen und deinen Vortrag… kurz irgendeine Andeutung im Halnsatz, was die Arbeitsgruppe zum Nachfragen reizt. Natürlich hast Du dich darauf vorbereitet und schon sind wieder 5 min von 20 min Diskussion vorbei.

Tschuess Marco.
P.S.: Den tzext deiner Arbeit wirst Du singen können so dass du dich vor Textfragen eher weniger fürchten musst.