Hallo Aragorn.h,
ich bin kein Experte in Rechtsfragen, trotzdem möchte ich Euch ein paar Hinweise geben:
Ihr habt in dieser Sache folgendes falsch gemacht:
- Ihr habt mit dem Anwalt anscheinend keine schriftliche Vereinbarung getroffen, dass seine Beratung im Falle einer erfolglosen Klage für Euch kostenlos ist.
- Wenn eine Prozesskostenhilfe abgelehnt wird, ist das immer ein sicheres Zeichen dafür, dass die Klage keine Aussicht auf Erfolg hat.
Wenn Ihr Zeugen dafür habt, dass Ihr dem Anwalt deutlich gesagt habt, ihm kein Honorar bezahlen zu können, dann habt Ihr noch eine Chance, da wieder raus zu kommen. Als ALG2-Empfäger kann Euch aber nichts gepfändet werden. Ich schlage Euch deshalb vor, den Anwalt schriftlich ! darauf hin zu weisen, dass Ihr
erstens ihn früh genug über eure finanzielle Situation aufgeklärt habt und, als er nicht ausdrücklich auf einer Honorierung bestanden hatte, Ihr der Meinung wart, dass er Euch kostenlos vertrete, und zweitens, dass er hätte wissen müssen, dass eine abgelehnte Prozesskostenhilfe automatisch eine erfolglose Klage bedeutet und er Euch hätte darauf hinweisen müssen.
Aus diesen Gründen fühltet Ihr Euch von ihm getäuscht, womit Ihr die Honorarforderung als gegenstandslos betrachten würdet.
Im Übrigen:
Ihr müsst wissen, dass alle Personen, die mit staatlichem „Recht“ zu tun haben, wie Polizisten, Rechtsanwälte, Staatsanwälte, Richter und das Personal in Vollzugsanstalten, persönliche Konflikte mit eben diesem Recht haben und versuchen, diese in ihrem Beruf unbewusst zu bearbeiten, d.h., dass sie immer befangen sind, jeder auf seine eigene Art.
Mit diesem Wissen könnt Ihr die verschiedenen Verantwortlichkeiten bei den einzelnen am Geschehen Beteiligten belassen, was natürlich auch heißt, die eigene Verantwortung klar zu sehen und dafür zu stehen (siehe oben unter 1. und 2.). So wie Ihr aus Unwissenheit in diese Falle getappt seid, so sind es auch die anderen Beteiligten, besonders euer Anwalt, dessen alleinige Motivation wohl darin bestand, eure Unwissenheit schamlos auszunutzen und darauf spekulierte, dass Ihr es nicht wagen werdet, einem Anwalt die Stirn zu bieten. Auch er hat in dem Moment nur das getan, was er glaubte, für ihn das Beste zu sein. Nun muss er sich von Euch (Laien) schmerzlich darauf hinweisen lassen, dass seine Absichten von einer nicht besonders hohen Moral zeugen und korrekturbedürftig sind.
Alle Beteiligten bilden eine Konflikteinheit, woraus jeder entsprechend seiner eigenen Betroffenheit seine Lehren zu ziehen hat. Versucht also auch euren Anwalt zu verstehen und dankt Gott dafür, dass Ihr nicht so geldgierig seid wie er.
mfg
Baumann