Rechtschreibereform

nur für Gymnasiasten und Gleichaltrige!

Unlängst erhielt ich Rückmeldungen, daß sich nach der wiederholten Veränderung der Rechtschreibreform (Känguru ohne „h“ das Chaos an deutschen Schulen breitmacht.

Deutsch wird zu Problemfach!

Stimmt das?

http://www.umfragen.parsimony.net/umfrage4224/

Stimme ab, ab jetzt!
Gruß

Torsten,

ich glaube nicht, dass dieses Forum das richtige ist, um Deine Umfrageseiten zu posten. Wenn der Betreiber der Seite Umfragen für einen wichtigen Bestandteil eines Wissensforums hielte, hätte er ein entsprechendes Modul längst integriert. Das Thema, das Du ansprichst, ist viel zu komplex, um es mit einer Ja/Nein-Auswahl auch nur ansatzweise zu erfassen. Ich habe vor einem guten halben Jahr die Schule verlassen und „das Chaos“ hatte sich zumindest an meinem Gymnasium bis dahin nicht breit gemacht. In den höheren Klassen ist die Rechtschreibung nur in den seltenen Fällen notenrelevant, in denen ein Schüler jegliche Regeln missachtet, was allermeistens mit der Erneuerung der Regeln absolut gar nichts zu tun hat. In den niedrigeren Klassen sind heute Schüler, die entweder ausschließlich die neue Rechtschreibung kennen oder – wie ich damals – ausführliche Erklärungen erhalten und Übungen zu diesem Thema gemacht haben.

Gruß
Christopher

wenn das Forum „deutsche Sprache“ nicht geeignet sein soll, eine Antwort von den Betroffenen sprich Schülern zu erhalten, die die mir zugespielte Grundinformation decken, dann gibt es für unsere deutsche Rechtschreibung letzendlich garkein Portal mehr, in dem die „Anwender“ mit einer simplen Meinungsabgabe ihren Standpunkt darlegen können.
Wollten wir nicht immer ein Mitsprachrecht des Volkes?
Das hier ist es!
Unterdessen sollte jedermann mitbekommen haben, in welchem Zwielicht die Kultusministerkonferenz steht!
Gruß Torsten

Wollten wir nicht immer ein Mitsprachrecht des Volkes?
Das hier ist es!

Was haben deine ständigen Umfragen mit dem Mitspracherecht des Volkes zu tun?

Phoebe

mit einer simplen Meinungsabgabe ihren Standpunkt darlegen können.

Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Ich habe bereits geschrieben, dass man ein komplexes Thema nicht sinnvoll mit einer Ja/Nein-Frage abhandeln kann. Freie Diskussionen über die Rechtschreibreform gab es hier bisher genug. Sie wiederzubeleben halte ich nur für sinnvoll, wenn ein wirklich neuer Sachstand gegeben ist. À propos: Von welcher Representativität Deine Umfragen sind, hat die imaginäre Bundestagswahl ja in ausreichendem Maße dokumentiert.

Wollten wir nicht immer ein Mitsprachrecht des Volkes?

Hast Du mal im DUDEN die Definition von Mitspracherecht nachgeschlagen? Sicher nicht, denn dann wüsstest Du, dass Dein folgender Satz nicht zutrifft:

Das hier ist es!

Gruß
Christopher

4 „Gefällt mir“

aha
MOD: Artikeltext wurde gelöscht, da er sich auf Beleidigungen beschränkte.

… von mir zu diesem Thema:

Die deutsche Sprache geht alle an, nicht nur eine Handvoll elitärer Idealisten.

Das ist zweifellos richtig, bedeutet aber nicht, dass jeder dazu eine qualifizierte Meinung hat. Ich weiß, dass es bei vielen Menschen ein ungutes Gefühl verursacht, nicht mitbrabbeln zu dürfen, wenn es um etwas geht, mit dem sie umgehen. Orthographie ist aber kein ethisches oder emotionales Problem, bei dem ein Bauchgefühl und ein bisschen Praxis genügen, um eine ernst zu nehmende Meinung zu äußern. Es ist ein Fachgebiet wie Quantenphysik oder Baustatik. Wenn ich mich für ein Gebiet nicht so sehr interessiere, dass ich zumindest grob die Hintergründe verstehe, halte ich mich aus der Diskussion heraus. Wenn das jemand nicht tut, kann ich in einer freien Runde seine fehlenden Argumente aufdecken. In Deinem „Trend“ kann jeder Depperte auf ein Kästchen klicken und wird von Dir als Volkes inbrünstige Stimme für bare Münze genommen. Dass er vielleicht blind geklickt hat, der lateinischen Schrift womöglich gar nicht mächtig ist oder das Problem schlicht nicht erfasst hat, spielt keine Rolle. Aus diesem Grund missfallen mir solche Umfragen grundsätzlich. Zusätzlich sind sie unrepräsentativ.

eroieren

Warum lässt Du die Fremdwörter nicht einfach weg, wenn Du sie nicht schreiben kannst? So wirkt das nur peinlich. „Herausfinden“ oder „feststellen“ hätte es an der Stelle genauso gut getan.

Gruß
Christopher

5 „Gefällt mir“

Auch wenn du hier nur eine Minderheit ansprichst (Gymnasiasten und Gleichaltrige), möchte ich doch gerne auf deinen Beitrag antworten bzw. zurückfragen:

Kannst du mir ein vernünftiges Argument nennen, warum man Känguru mit h schreiben sollte? Betonung auf vernünftig, den Regeln entsprechend, die für die Schreibung des -h- im Deutschen gelten; bitte nicht: Das haben wir schon immer so geschrieben.

Mir ist nicht klar, weshalb deshalb ein Chaos an den Schulen ausbrechen sollte. Die Gegner der Reform zitieren hier immer solche Einzelfälle, die für die tägliche Schreibpraxis doch völlig marginal sind.

Ich habe im Zeitraum von 1998 bis 2001 mehrere hundert Erwachsene auf die neuen Schreibweisen umgeschult. Meine Erfahrung dabei war, dass alle den Neuregelungen zustimmten, nachdem sie sich erst einmal damit beschäftigt hatten.
Meine Kinder haben nichts anderes gelernt als die neuen Schreibweisen und haben keinerlei Probleme damit. Es kommt höchstens einmal die Frage, warum denn die ss/ß-Schreibung in der alten Rechtschreibung so völlig unsinnig kompliziert war, wenn sie Bücher in der alten Schreibweise lesen.
Das Chaos in der Rechtschreibung entsteht meines Erachtens nur durch die ewigen Mäkeleien derer, die sich nie gründlich mit den Hintergründen und Inhalten der Neuschreibung beschäftig haben. Bedauerlicherweise lenkt dieses ewige Diskutieren von wichtigeren Aufgaben ab, die der Deutschunterricht an den Schulen hat.

Eine Umfrage: Gerne. Aber nur von denen, die sich zumindest halbwegs in alter und neuer Rechtschreibung auskennen um überhaupt das Gebiet beurteilen zu können.

Grüße von
Lilly

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ich geb’s ganz unverbluemt zu, Lilly, mein Sternchen
war ein reines ‚dem stimme ich voll zu‘-Sympathie-Sternchen.
Das hast du redlich verdient.

Gruesse
Elke

Hi Lilly,

ich schließe mich eclastic an. Auch mein Sternchen war in erster Linie aus Sympathie vergeben.
Aber darüber hinaus: Schaut man sich die Geschichte der Rechtschreibung im Deutschen an, dann hub bei allen Reformen ein Jammern und Wehklagen an, dass damit der Untergang der abendländischen Kultur beginne. Ein Freund von mir hat das mal recherchiert und dazu einen Artikel veröffentlicht. Die Geschichte wiederholt sich auch in diesem Punkt als Farce.

Natürlich finde ich manche Änderungen sehr gewöhnungsbedürftig und sie bereiten mir auch körperliche Schmerzen beim Lesen. Darüber hinaus vermisse ich an einigen Punkten die Konsequenz z.B. hätte man von mir aus die Kleinschreibung einführen können. Aber es geht doch nur um Konventionen, nichts weiter. Rechtschreibung ist keine Glaubensfrage!

Das ganze Theater um die Rechtschreibreform ist in etwa so sinnvoll und begründet wie der Aufstand um das Dosenpfand!

Liebe Grüße
Burkhard

Hi Christopher,

In den höheren Klassen ist die
Rechtschreibung nur in den seltenen Fällen notenrelevant, in
denen ein Schüler jegliche Regeln missachtet,

Mein Bruder hat damals in der Oberstufe am Gymnasium konsequent alles klein geschrieben und bei Klassenarbeiten keine Kommata gesetzt. Dafür hat er unter seine Arbeit eine ganze Zeile Kommas geschrieben und mit dem Hinweis versehen, der Lehrer möge sich die raussuchen, die er einzusetzen gedenke. Das war Mitte der siebziger Jahre. Seine Arbeiten waren einfach so gut, dass die Lehrer ihm keine schlechten Noten geben konnten. Er hat ein überragendes Einser-Abitur gemacht! (Im Unterschied zu mir…)

Liebe Grüße
Burkhard

Hi!

Kannst du mir ein vernünftiges Argument nennen, warum man
Känguru mit h schreiben sollte? Betonung auf vernünftig, den
Regeln entsprechend, die für die Schreibung des -h- im
Deutschen gelten; bitte nicht: Das haben wir schon immer so
geschrieben.

Mir ist nicht klar, weshalb deshalb ein Chaos an den Schulen
ausbrechen sollte. Die Gegner der Reform zitieren hier immer
solche Einzelfälle, die für die tägliche Schreibpraxis doch
völlig marginal sind.

„Känguru“ ohne „h“ ist auch nichts weiter als ein Einzelfall. Von daher als Argument so wenig von Nutzen wie die Einzelfälle jener, die die Rechtschreibreform ablehnen.

Ich habe im Zeitraum von 1998 bis 2001 mehrere hundert
Erwachsene auf die neuen Schreibweisen umgeschult. Meine
Erfahrung dabei war, dass alle den Neuregelungen zustimmten,
nachdem sie sich erst einmal damit beschäftigt hatten.
Meine Kinder haben nichts anderes gelernt als die neuen
Schreibweisen und haben keinerlei Probleme damit. Es kommt
höchstens einmal die Frage, warum denn die ss/ß-Schreibung in
der alten Rechtschreibung so völlig unsinnig kompliziert war,
wenn sie Bücher in der alten Schreibweise lesen.

Die Auflösung von „ß“ in „ss“ ist sicher das augenfälligste Merkmal der Reform - und vermutlich auch jenes, das die Menschen am einfachsten erlernen.

Das Chaos in der Rechtschreibung entsteht meines Erachtens nur
durch die ewigen Mäkeleien derer, die sich nie gründlich mit
den Hintergründen und Inhalten der Neuschreibung beschäftig
haben. Bedauerlicherweise lenkt dieses ewige Diskutieren von
wichtigeren Aufgaben ab, die der Deutschunterricht an den
Schulen hat.

Das Chaos trat auf, weil in der Rechtschreibung Beliebigkeit enstanden ist. Die führenden Wörterbuch-Verlage, allen voran der „Duden“ und das „Bertelsmann“-Wörterbuch, wiesen zum Teil eklatante Unterschiede auf. Was im einen Werk nicht vorhanden war, bezeichnete das andere
Buch als Neuregelung (auch nur ein Einzelbeispiel Duden gegen Wahrig: die Trennung des Wortes „Apostroph“ war im Duden grundlegend anders geregelt als bei Bertelsmann. Mit der Ausgabe vom August 2004 hat der Duden jetzt alle denkbaren Trennungen als gültig erklärt. Die Beliebigkeit feiert fröhliche Urständ).

Wörter verschwanden aus dem deutschen Sprachschatz und wurden durch Neuschreibregelungen ersetzt, die dem ursprünglichen Inhalt nicht nah genug kamen, und werden jetzt mit der neuen Kommission (voraussichtlich) wieder eingeführt. Nicht die Schreibweise von „daß“ oder „dass“ beschäftigt die Kommission, sondern die Problematik der Groß- und Kleinschreibung sowie unsinnige Getrennt- und Zusammenschreibregeln.

Schriftsteller und Journalisten, also jene Menschen unter uns, die sehr tief in der Materie „Schreibweisen“ stecken, haben diese Unzulänglichkeiten von Beginn an kritisiert. Und auch hier macht sich Beliebigkeit breit, selbst unter den Befürwortern der Rechtschreibreform:

Die Neue Zürcher Zeitung, von Beginn an ein klarer Befürworter der Reform, hat eigenständige Korrekturen durchgeführt und den eigenen Mitarbeitern ein eigenes Wörterbuch verordnet. So wird in der NZZ nicht, wie laut Reform korrekt, „Bändel“", „gräulich“, „Gämse“ und „Stängel“, sondern „Bendel“, „greulich“, „Gemse“ und „Stengel“ geschrieben - also falsch (oder besser: beliebig). Wen hat’s gekümmert? Als aber FAZ und später Springer-Verlag und Spiegel von der Reform Abstand genommen haben und zu festen Regeln zurücckgekehrt sind, war das Geschrei groß.

(Mehr zur Rechtschreibung der NZZ siehe hier:
http://www.nzz.ch/dossiers/2004/rechtschreibreform/2… )

Die Orthografie zersplittert. Es gibt eine Schul-Rechtschreibung, die anders ist jene der Erwachsenenwelt. Diese wiederum unterscheidet sich von der Rechtschreibung in Zeitungen, Zeitschriften, Büchern und visuellen Medien.

Ansonsten empfehle ich den Befürwortern der Reform nachfolgenden Artikel aus der Welt (der Link stammt aus einer Antwortmail von Wolfgang Berger in einem anderen w-w-w-Forum). Die dort gemachten Aussagen sprechen, glaube ich, für sich:

http://www.welt.de/data/2004/10/08/343250.html?prx=1

Grüße
Heinrich

1 „Gefällt mir“

Hi Burkhard,

konsequent alles klein geschrieben und bei
Klassenarbeiten keine Kommata gesetzt.
keine schlechten Noten geben konnten

damit wäre er bei den Lehrern, die ich erlebt habe, nicht durchgekommen, glaube ich. Bei den meisten gab die Teilnoten Inhalt (50% der Note), Stil (25%) und Orthographie/Grammatik (25%), mitunter war der Berechungsschlüssel ein bisschen anders (jeweils ein Drittel oder 60:20:20). Verbunden war das mit einer Regelung, dass die gesamte Arbeit höchstens eine Vier sein durfte, wenn eine der Einzelnoten eine Fünf oder Sechs war. Ohne Kommata und mit konsequenter Kleinschreibung hätte Dein Bruder also in jedem Satz ein dutzend Rechtschreibfehler und eine Hand voll Grammatikfehler gehabt, was unweigerlich in einer Sechs bei Orthographie/Grammatik gemündet wäre. Ich finde diese Regelung sehr gut, da inhaltlich perfekte Texte, die lieblos formuliert oder durch solche Sperenzchen nahezu unlesbar sind, für mich weder sehr gut noch gut sein können, sondern bestenfalls befriedigend oder ausreichend.

Gruß
Christopher

Ich empfehle jedem aus diesem Forum hier, sich gelegentlich in anderen Foren umzusehen, z.B. bei Fragen zu Computern oder Elektronik.

Warum? Weil es dort von Fragen (und auch Antworten) wimmelt, die nicht nur keine Satzzeichen verwenden, sondern überhaupt keinen nachvollziehbaren Satzaufbau, und die daher auch nach mehrmaligem Lesen unverständlich bleiben. Das deckt sich auch mit Erfahrungen von Personalabteilungen und Ergebnissen von Pisa-Studien: ein nicht unbeträchtlicher Teil unserer Bevölkerung ist nicht nur analphabetisch im Sinn von Nicht-Schreiben-Können, sondern beherrscht schon die Sprache nicht annähernd - und das betrifft keineswegs etwa nur Ausländer. Nach Industrieangaben sind z.B. 30% oder mehr der Bewerber um eine Stelle nicht in der Lage, einen schriftlichen Bericht zu formulieren.

Demgegenüber ist die Diskussion um die Rechtschreibreform völlig irrelevant. Eine halbe Seite wirrer Text ohne jedes Satzzeichen ist nach jeder Version etwa gleich falsch.

Um nicht falsch verstanden zu werden: ich begrüsse jede Vereinfachung der im internationalen Vergleich viel zu komplizierten deutschen Sprache, nur ist diese Frage eben bestenfalls drittrangig.

Reinhard

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ich empfehle jedem aus diesem Forum hier, sich gelegentlich in
anderen Foren umzusehen, z.B. bei Fragen zu Computern oder
Elektronik.

Warum? Weil es dort von Fragen (und auch Antworten) wimmelt,
die nicht nur keine Satzzeichen verwenden, sondern überhaupt
keinen nachvollziehbaren Satzaufbau, und die daher auch nach
mehrmaligem Lesen unverständlich bleiben. Das deckt sich auch
mit Erfahrungen von Personalabteilungen und Ergebnissen von
Pisa-Studien:

diesen Meinung hätte Walter von der Vogelweide oder auch Goethe vom gesamten deutschen Volk, also auch von Dir!

Sprich und schreib DU so wie es deutsch vor 300 Jahren absolut richtig war, da rasselst Du aber gewaltig durch Pisa durch!

Sprache ist lebendig entwickelt sich, und wenn Du „voll cool“ was vor 30 Jahren noch völlig unbekannt war oder „fett“ als Syn. für „toll“ oder „schön“ nicht akzeptierst, bleibst Du in der Sparachentwicklung einfach stehen, und kannst an Sprache als Kommunikationsmittel der nächsten Generation nicht mehr teilnehmen, so wie Walter von der Vogelweide meinentwegen heute!

Ich nehme nicht an, daß Du wirklich sprachlichen „Stillstand“ empfehlen wolltest! - von reinen Anglizismen mal ganz abgesehen!

Gruß Torsten

PS
Nebenbei:
die Zeit in der das Volk der Dichter und Denker (das Deutsche) literarisch richtig loslegte war eine, in der es keine Rechtschreibung gab! (!!!)
d.h. im Umkerhschluß durch die Rechtschreibung (Duden) verarmte die deutsche Kultur an literarischer Vielfalt, Schriftsteller, die diese Hürde nicht uberwinden konnten oder wollten, wurden nicht veröffentlicht!

Dann, wiederum, muß man der Rechtschreibereform auch was positives abgewinnen, da jetzt jeder zuweilen seine eigene Rechtschreibung praktizieren kann, weil nicht mal bei den Lehrern klar ist, was abgesehen von gestern heute und morgen definitiv gilt!

ich schliesse mit diesem Anhängsel in Erinnerung:

„…wer scih an Rhtcecrhseibflrehen afunghaet, vreheflt dsa Tmhea!..“

Auch wenn du hier nur eine Minderheit ansprichst (Gymnasiasten
und Gleichaltrige), möchte ich doch gerne auf deinen Beitrag
antworten bzw. zurückfragen:

Kannst du mir ein vernünftiges Argument nennen, warum man
Känguru mit h schreiben sollte? Betonung auf vernünftig, den
Regeln entsprechend, die für die Schreibung des -h- im
Deutschen gelten; bitte nicht: Das haben wir schon immer so
geschrieben.

Mir ist nicht klar, weshalb deshalb ein Chaos an den Schulen
ausbrechen sollte. Die Gegner der Reform zitieren hier immer
solche Einzelfälle, die für die tägliche Schreibpraxis doch
völlig marginal sind.

Ich habe im Zeitraum von 1998 bis 2001 mehrere hundert
Erwachsene auf die neuen Schreibweisen umgeschult. Meine
Erfahrung dabei war, dass alle den Neuregelungen zustimmten,
nachdem sie sich erst einmal damit beschäftigt hatten.
Meine Kinder haben nichts anderes gelernt als die neuen
Schreibweisen und haben keinerlei Probleme damit. Es kommt
höchstens einmal die Frage, warum denn die ss/ß-Schreibung in
der alten Rechtschreibung so völlig unsinnig kompliziert war,
wenn sie Bücher in der alten Schreibweise lesen.
Das Chaos in der Rechtschreibung entsteht meines Erachtens nur
durch die ewigen Mäkeleien derer, die sich nie gründlich mit
den Hintergründen und Inhalten der Neuschreibung beschäftig
haben. Bedauerlicherweise lenkt dieses ewige Diskutieren von
wichtigeren Aufgaben ab, die der Deutschunterricht an den
Schulen hat.

Eine Umfrage: Gerne. Aber nur von denen, die sich zumindest
halbwegs in alter und neuer Rechtschreibung auskennen um
überhaupt das Gebiet beurteilen zu können.

Nein, nein und nochmals nein!
Das genau ist der Grund, warum wir hier diskutieren.
Diese von oben herab „nur wer sich damit auskennt“ das hängt mir…

Wieso haben sich dann die, die damit täglich mehr als alle anderen zu tun haben Schriftsteller Journalisten (manche Zeitungen stellten nie auf Neu um andere gingen nach Jahren wieder zurück)
gegen die Reform ausgesprochen?

Ich möchte um es gesagt zu haben, betonen, daß meine Meinung hier neutral ist!
Ich höre mir die Argumente pro und Kontra an und schlichte!

Ich kann der alten als auch der neuen Rechtschreibung Positives abgewinnen, wie wahrscheinlich viele von uns.

Die Art und Weise der Umsetzung, und das klingt in Deinem „sich auskennen“ wiederholt an, ist das Problem,… Kultusminister sind was?

Nicht Menschen ohne konkrete Aufgabe? Nicht Menschen, die sich in Konferenzen ihre eigene Wichtigkeit gegenseitig vorgaukeln?

Grad ging wg. Pisa durch die Medien, die Zahl der angeblich dafür behördlich Zuständigen, die die Schüler „über“ sich haben:
Lehrer
Direktor
Behörde auf Stadtebene
dsgl. auf Landesebene
dsgl. auf Bundesebene
dsgl. auf EU - Ebene

vielleicht gibts ja bald noch was auf Weltebene (…)

grad die Landesebene wurde ja klar als Ursache der deutschen Pisa-Untauglichkeit identifiziert!
Obgleich man ein System, was nachweislich besser war (DDR) einfach so negierte.

Zum Glück gabs dann die Finnen, die es 1:1 übernahmen und heute belegen, was durchdachtes und Positives dahinter steckte!

Und die CDU schmückt sich heute noch mit Thüringen und Sachsen, als ob das deren Verdienst sei, daß die besser abschneiden als z.B. NRW!

Die Kultusministerkonferenz ist also nichts anderes als würden eine Gruppe von Hausfrauen, die sich Mittwoch nachmittag beim Rommè treffen darüber entscheiden, wie sich denn zukünftig die Vorschriften von Elektroschweißarbeiten bundesweit zu verändern haben!

Klar leuchten die Veränderungen teilweise im Einzelnen ein, aber die Hauptanwender (s.o.) waren aus dem Entscheidungsprozess ausgeschlossen, haben dagegen von Anfang an interveniert, nicht zuletzt da es deren „täglich Brot“ bedeutet, und fühlten sich von Menschen, die nie eine explizide Legitimation für solch eine Entscheidung vom Volk erhielten, überfahren!

Meine Umfrage (Ergebnisse)
http://www.umfragen.parsimony.net/umfrage4224/
an Betroffene und einen gewissen % Satz Schummler bestärkt diesen Eindruck!

Grüße von
Lilly

dto Torsten

PS: und letztendlich wird es nie die Zeit geben, alle Nichtschüler (so wie Du es praktiziertest) auf die neue Schreibweise einzulernen.
Das Versprechen zu Beginn der Reform, daß sie dies nie tun müßten, und daß die Reform ja „nur“ für die jungen Schüler gilt…
auch schon in den ewigen Jagdgründen angekommen, wie es scheint, bestätigt aber letztendlich das Kaliber der Kultusminister:

Inkonsequente, in Machtpositionen gespülte Dillentaten!

Hi Torsten,

Sprache ist lebendig entwickelt sich

Fein erkannt! Dann verstehe ich aber Dein Ansinnen gar nicht mehr, denn was soll die ganze Aufregung über eine Veränderung der Rechtschreibung, wenn Sprache ohnehin im Wandel ist?

die Zeit in der das Volk der Dichter und Denker (das Deutsche)
literarisch richtig loslegte war eine, in der es keine
Rechtschreibung gab! (!!!)

Das hat aber vermutlich eher damit zu tun, dass sich Literatur in dem Maße entwickelt, wie es mehr Leute gibt, die Lesen und Schreiben können, wie es Möglichkeiten der Veröffentlichung gibt und wie eine Beschränkung auf religiöse Themen aufgehoben wird. Rechtschreibungsregeln führen da m.E. weder zu einem Mehr noch zu einem Rückgang an Literatur

d.h. im Umkerhschluß durch die Rechtschreibung (Duden)
verarmte die deutsche Kultur an literarischer Vielfalt,
Schriftsteller, die diese Hürde nicht uberwinden konnten oder
wollten, wurden nicht veröffentlicht!

Das halte ich so lange für Quatsch bis mir jemand Belege dafür präsentiert.

Grüße
Burkhard

die Ausgangsfrage und Umfrageergebnis stimmen also

Die dort gemachten Aussagen sprechen, glaube ich, für sich:

http://www.welt.de/data/2004/10/08/343250.html?prx=1

was sich mit den Umfrageergebnissen deckt!
Lag ich mit meiner Ausgangsfrage also Richtig!

Grüße
Heinrich

dto. und Danke Torsten

Lag ich mit meiner Ausgangsfrage also Richtig!

dto. und Danke Torsten

???

Die Frage nach dem Chaos in der Rechtschreibung?

Lag ich mit meiner Ausgangsfrage also R ichtig!

Sieht so aus.

Grüße
Heinrich

Ich empfehle jedem aus diesem Forum hier, sich gelegentlich in
anderen Foren umzusehen, z.B. bei Fragen zu Computern oder
Elektronik.

Warum? Weil es dort von Fragen (und auch Antworten) wimmelt,
die nicht nur keine Satzzeichen verwenden, sondern überhaupt
keinen nachvollziehbaren Satzaufbau, und die daher auch nach
mehrmaligem Lesen unverständlich bleiben. Das deckt sich auch
mit Erfahrungen von Personalabteilungen und Ergebnissen von
Pisa-Studien:

Sprache ist lebendig entwickelt sich, und wenn Du „voll cool“
was vor 30 Jahren noch völlig unbekannt war oder „fett“ als
Syn. für „toll“ oder „schön“ nicht akzeptierst, bleibst Du in
der Sparachentwicklung einfach stehen, und kannst an Sprache
als Kommunikationsmittel der nächsten Generation nicht mehr
teilnehmen, so wie Walter von der Vogelweide meinentwegen
heute!

Du mußt mir erklären, was Ausrufe wie „Das ist voll fett!“ mit Satzbau oder Zeichensetzung zu tun hat. Reinhard hat fehlende Zeichensetzung und falschen Satzbau bemängelt. Ich bin auch hin und wieder in anderen Foren unterwegs, und teilweise muß ich etwas drei mal lesen, bis ich erahnen kann, was gemeint war. Und das liegt nicht an meiner mangelnden Kenntnis der heutigen Jugendsprache. Da passen Konjugation und Verwendung von Konjunktionen überhaupt nicht zum Rest des Satzes, auf Zeichensetzung wird komplett verzichtet und die Orthographie ist sowieso unter aller Sau. Das hat nichts mehr mit Sprachentwicklung zu tun, das ist pure Nachlässigkeit und zum (größeren) Teil auch Unfähigkeit, vollständige, korrekte Sätze zu formulieren.

PS
Nebenbei:
die Zeit in der das Volk der Dichter und Denker (das Deutsche)
literarisch richtig loslegte war eine, in der es keine
Rechtschreibung gab! (!!!)
d.h. im Umkerhschluß durch die Rechtschreibung (Duden)
verarmte die deutsche Kultur an literarischer Vielfalt,
Schriftsteller, die diese Hürde nicht uberwinden konnten oder
wollten, wurden nicht veröffentlicht!

Warum nur haben Goethe und Schiller Bücher ausgetauscht, mit derer Hilfe sie ihre Texte dem verbreiteteren Hochdeutsch angepaßt haben. Es gab keine genormte Schreibweise, aber es gab etwas, was sehr verbreitet war und eher als richtig galt.

Bis denne
Schnoof