Die Zeit wird das Problem lösen
Hallo, Lehitraot!
Ich persönlich benutze auch privat so konsequent wie möglich die neue Rechtschreibung. In der Schule muss ich sie inzwischen anwenden und ich schaffe es nunmal nicht, mir zwei Rechtschreib-Arten zu merken. Es gibt auch einige Sachen, die mir etwas komisch vorkommen, aber es ist pure Gewöhnungssache. Viele Änderungen begrüße ich seit jeher ausdrücklich, da sie logisch sind und meines Erachtens leichter zu vermitteln. Krankheiten wie Spagetti, Panter, etc. sind ja glücklicherweise nur optional, und ich werde sie vermeiden. Welche Schreibweise in diesen Sowohl-als-auch-Fällen gelehrt wird, weiß ich nicht (würde mich mal interessieren).
Ich denke, dass das „Problem“ der im Moment sehr mangelhaften Akzeptanz durch den Generationswechsel gelöst wird. Irgendwann werden in den Büros, Werbeagenturen und Zeitungsredaktionen - kurzum: überall - Menschen sitzen, die seit der ersten Schulklasse die NDR gelernt haben. Fragt sich nur: Wie verfahren dann Zeitungen wie die FAZ und Verlage, die bei der alten Rechtschreibung geblieben sind? Irgendwann werden sie ja zwangsläufig feststellen müssen, dass ihr Leserkreis nur noch aus Personen besteht, die ihre Schreibweise für dezidiert falsch halten, weil sie sie nie so gelernt haben.
Im Moment finde es völlig in Ordnung, einen Text in korrekt angewandter alter Rechtschreibung zu bekommen. Es ist schon ziemlich schwer, sich mal so Hoppladihopp umzugewöhnen, wenn man Jahrzehnte eine Schreibweise benutzt hat. Mir fällt es schon nach knapp zehn Jahren, die ich schreibe, schwer genug.
Ganz wichtig finde ich es dann aber, eine Schreibweise (wenn auch die alte) korrekt anzuwenden. Ein Potpourri zu produzieren (am besten in einem Text „…, dass“ und „…, daß“), verwirrt ja nur den Leser und hinterlässt einen ungeordneten Eindruck. Allerdings muss ich zugeben, dass meine Augen langsam schon so auf die neue Rechtschreibung geeicht sind, dass ich mir beim Lesen der FAZ bisweilen die Augen reibe.
Soweit meine Meinung, der ich noch zu der neuen Schreibweise von der Schule gezwungen werde. Vielleicht findet sich hier ja jemand, der jahrzehntelang nach alter Rechtschreibung geschrieben und freiwillig umgesattelt hat. Es würde mich mal interessieren, wie schwer ihm/ihr die Umstellung gefallen ist.
Schönen Sonntag!
Chris
der hofft, nicht zu viele Rechtschreib-Fehler gemacht zu haben gg