Rechtschreibreform Fragen:

  1. Darf die Regierung in Universitäten,
    die Rechtschreibung vorschreiben?
    (Freiheit von Forschung und Lehre)

  2. Was passiert, wenn sich Studenten/Professoren
    nicht dran halten? D.h. gibts dann ein
    Bußgeld für Falschschreiben? ( :smile:) )

  3. Was sind die Gesetzlichen Grundlagen ,
    wo steht geschrieben, dass die Länder, die
    ja auch verschiedene Schulsysteme haben dürfen,
    sich alle einer gleichen Rechtschreibregelung
    unterwerfen muessen?

  4. Wird es einfacher, wenn man jetzt dann
    weder neu noch alte Rechtschreibung, sondern
    ein Zwischending, also eine dritte Lösung
    (mit viel Steuergeldern) hinwurschtelt?

  5. Schafft es die Rechtschreibstreiterei
    tatsächlich, von den wirklichen Problemen
    in der Politik abzulenken?

Gruss, Marco

Hallo :smiley:

  1. Darf die Regierung in Universitäten,
    die Rechtschreibung vorschreiben?
    (Freiheit von Forschung und Lehre)

Das eine hat mit dem anderen bestenfalls am Rand zu tun, von daher ja. Vor allem wg. des Standards in der Kommunikation.

  1. Was passiert, wenn sich Studenten/Professoren
    nicht dran halten? D.h. gibts dann ein
    Bußgeld für Falschschreiben? ( :smile:) )

Wohl eher Punktabzug wg. Rächtchraibfelerhn :smiley:D

  1. Was sind die Gesetzlichen Grundlagen ,
    wo steht geschrieben, dass die Länder, die
    ja auch verschiedene Schulsysteme haben dürfen,
    sich alle einer gleichen Rechtschreibregelung
    unterwerfen muessen?

In China gab’s mal eine Vereinfachung des Schriftsystems, vielleicht von daher …?

  1. Wird es einfacher, wenn man jetzt dann
    weder neu noch alte Rechtschreibung, sondern
    ein Zwischending, also eine dritte Lösung
    (mit viel Steuergeldern) hinwurschtelt?

Guter Witz. NEIN, es wird schwerer, da 1. umgelernt werden muss und 2. die Veränderung erstmal in den Köpfen ankommen muss…

  1. Schafft es die Rechtschreibstreiterei
    tatsächlich, von den wirklichen Problemen
    in der Politik abzulenken?

NEIN, in einem Finanzsystem mit Festgeld und Inflationsschutz sind die Leute, die durch Zinsen mehr Geld einnehmen als sie der Wirtschaft überhaupt wieder zurückgeben auf Dauer das grösste Problem. Mittlerweile sind die Leute soweit aufgeklärt auch auf solche Probleme stärker zu achten (jedenfalls ist das wünschenswert). Die Rechtschreibreform verdient allenfalls eine pro forma Erwähnung. Was dabei rauskommt ist ja bekannt :smile:)

Gruss, Marco

In diesem Sinne
mfg M.L.

Sieben Punkte zur Rechtschreibdiskussion

  1. „Alte“ und „neue“ Rechtschreibung unterscheiden sich nur geringfügig voneinander! Ich wette, das jeder Mensch dieses Landes in den letzten Jahren massenhaft Texte in alter und neuer Rechtschreibung gelesen hat ohne es zu merken! So klein ist nämlich der Unterschied!

  2. Wenn eine neue Rechtschreibung verbindlich festgelegt wird, ist das kein Eingriff in die Intimsphäre der Menschen! Warum empfinden viele Menschen das bloß so? Und warum habe sie früher brav die alte Rechtschreibung geschrieben?

  3. Seien wir froh, dass es verbindliche Reglungen gibt! Wän jeda soh schraiben könte wi Är wollltä, Wäre Lesn ungemain anschrengent!

  4. Die „neue“ Rechtschreibung ist fast genauso inkonsequent wie die alte, zeigt aber kleine Verbesserungen:

  • ß-Schreibung ist viel logischer
  • größere Freiheit bei der Kommasetzung verhindert unsinnig pedantische Festlegungen
  • Die Stammschreibung (Stängel weil Stange) hat weniger Ausnahmen
  1. Wenn jetzt die alte Rechtschreibung wieder eingeführt würde, müssten sehr viele Schulbücher neu gedruckt werden. Für die Verlage eine tolle Einnahmequelle, für Lehrer, Schulen und Eltern ein teurer Spaß!

  2. Auch wenn die Unterschiede so klein sind, wäre es für Schüler, die seit 5 Jahren die neue Rechtschreibung lernen verwirrend, jetzt an einigen Punkten wieder umlernen zu müssen!

  3. Mein Vater hat sich mit seinen fast 70 Jahren problemlos an die neue Rechtschreibung gewöhnt! Peinlich, wenn jemand 10 oder 20 oder gar 30 Jahre jünger ist und sich Neuem nicht mehr öffnen will!

Na, lieber Leser? Wurde dieser Text nun in alter oder neuer Rechtschreibung geschrieben? Wer sich hier nicht sicher ist, sollte vorsichtig darin sein, sich in dieser Diskussion zu Wort zu melden!
Christian

Hallo,

ich befürchte, Du hast die Regeln der neuen Rechtschreibung nicht richtig gelesen. Es handelt sich um mehr als 40 Punkte, die geändert worden sind. Da kann niemand ernsthaft von einem kleinen Unterschied reden.
Und was heißt „verbindlich festgelegt“? Wer auf dieser kleinen Welt kann mich zwingen, so oder so zu schreiben? Es handelt sich also um ein Agreement zwischen allen Menschen, die die deutsche Sprache zu Papier bringen wollen. Aber die neue Rechtschreibung ist eine von oben verordnete Änderung. Dieses „von oben“ ist ein kleines Gremium von Politikern, die in feudalistischer Manier und überheblich arrogant mir vorschreiben, wie ich zu schreiben habe.
Schrift und Sprache sind etwas Gewachsenes. Es verändert sich durch die Geschichte und Anpassung in der Art einer Evolution.
Dafür brauche ich keine Politiker.
Deine übrigen Argumente sind überhaupt nicht mehr nachvollziehbar. DEie Umstellung durch diese Rechtschreibreform hat viele Millionen Euro gekostet.
Warum hast Du da nicht geschrien und gemahnt, es sei viel zu teuer?
Die angeblichen Verbesserungen kann ich nicht sehen. Vielmehr muss ich teilweise einen Satz im Ganzen lesen, um einen Teil zu verstehen, weil jedes früher zusammengesetzte Wort nun in seinen Einzelteilen auseinander geschrieben wird. Das ist umständlich und bestimtm keine Verbesserung.

Gruß,
Francesco

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Hallo,

ich befürchte, Du hast die Regeln der neuen Rechtschreibung
nicht richtig gelesen. Es handelt sich um mehr als 40 Punkte,
die geändert worden sind. Da kann niemand ernsthaft von einem
kleinen Unterschied reden.

Schade, dass du nicht - wie ich vorschlug - dir an einen x-beliebigen Zeitungsartikel die Sache angeguckt hast. Dann hättest du gemerkt, wie gering die Unterschiede sind! Und meine Frage hast du auch nicht beantwortet. Hast du überhaupt gemerkt, ob ich in alter oder neuer Rechtschreibung schrieb? Wahrscheinlich nicht!
Ich habe seit 6 Jahren beruflich Erfahrung mit der „neuen“ Rechtschreibung.

Und was heißt „verbindlich festgelegt“? Wer auf dieser kleinen
Welt kann mich zwingen, so oder so zu schreiben?

Niemand will dich zwingen. Privat darfst du so schreiben, wie du willst. Das galt aber schon immer. Keine Angst, niemand nimmt dir etwas weg!

Aber die neue :Rechtschreibung ist eine von oben verordnete Änderung.

Das war die alte auch! Wo ist da die Logik? An deiner Stelle würde ich erst einmal gegen die alte Rechtschreibung kämpfen und gegen den bösen Duden, der sie selbstherrlich durchgesetzt hat!

Deine übrigen Argumente sind überhaupt nicht mehr
nachvollziehbar. DEie Umstellung durch diese
Rechtschreibreform hat viele Millionen Euro gekostet.
Warum hast Du da nicht geschrien und gemahnt, es sei viel zu
teuer?

Woher weißt du denn, dass ich nicht geschrien habe? Du kennst mich doch gar nicht! Bitte nicht einfach irgend etwas über mich behaupten. Ich fand diese Mini-Reform von Anfang an nicht sinnvoll und hätte mir eine weitergehende gewünscht. Für diese geringen Unterschiede war das Geld meiner Meinung nach wirklich nicht sinnvoll. Aber jetzt noch einmal das gleiche ausgeben für den Rückschritt halt ich für völlig unsinnig.

Die angeblichen Verbesserungen kann ich nicht sehen. Vielmehr
muss ich teilweise einen Satz im Ganzen lesen, um einen Teil
zu verstehen, weil jedes früher zusammengesetzte Wort nun in
seinen Einzelteilen auseinander geschrieben wird.

Leider irrst du dich. Das wunderschöne Wort „Entschuldigungsbrief“ zum Beispiel wird weiterhin zusammengeschrieben.

Die Wörter, die von den Gegnern der Rechtschreibung immer angeführt werden, sind meist sehr speziell und kommen selten vor. Ich finde es z. B. nicht so schlimm, dass man jetzt Teeei schreiben kann, denn man darf genauso Tee-Ei schreiben (was von Gegnern meist unterschlagen wird!). Richtig gut finde ich z. B. „Fuß“ und „Kuss“, weil „Kuss“ mit dem kurzen „u“ ganz anders klingt als „Fuß“. Hier war die alte Rechtschreibung unnötig kompliziert.
Auch „nummerieren“ wegen „Nummer“ und „Stopp“ wegen „stoppen“ und „Stängel“ wegen „Stange“ ist viel logischer! Frag mal ein Kind, das gerade Rechtschreibung lernt!

Gruß,
Christian

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Hallo, Francesco!

Das hier:

Und was heißt „verbindlich festgelegt“? Wer auf dieser kleinen
Welt kann mich zwingen, so oder so zu schreiben? Es handelt
sich also um ein Agreement zwischen allen Menschen, die die
deutsche Sprache zu Papier bringen wollen.

zeigt, dass dir durchaus nicht bekannt ist, wie die alte Rechtschreibregelung zu Stande kam.

Niemals nicht haben keine alle Menschen zu nichts agreed!

Sie wurde geradeso „von oben“ festgelegt, wie die neue auch. Und zwar von noch weniger Fachleuten als die neue.

Und danach waren es die Setzer, die ohne fachliche Diskussion und Reflexion, einfach auf Grund praktischer Erwägungen ihres Berufes, Regel einführten - die Regeln zu ß und ss am Wortende und vor t, die aber auch gar nichts mit sprachlicher Logik zu tun haben oder das Verbot „st“ zu trennen -, die du als Kind blind und unbewusst übernommen hast und nun als der Weisheit letzter Schluss betrachtest.

Eine weitere Predigt in der Wüste!

Fritz

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  1. Was sind die Gesetzlichen Grundlagen ,
    wo steht geschrieben, dass die Länder, die
    ja auch verschiedene Schulsysteme haben dürfen,
    sich alle einer gleichen Rechtschreibregelung
    unterwerfen muessen?

Tja, also, die Frage wundert mich. Es wird doch ständig in den Nachrichten erwähnt, dass eine Kultusministerkonferenz hierfür zuständig ist. So wird das manchmal bei Ländersachen gemacht, um Einheitlichkeit zu erzeugen: Die Vertreter der Länder treffen und einigen sich.

Levay

Hallo Fritz,

im jahre 1901, als die alte Rechtschreibung uns aufdiktiert wurde, war ich noch nicht auf dieser Welt. Aber 1997 habe ich an dem gesellschaftlichen Leben teilgenommen. Und darum geht es ja wohl.

Gruß,
Francesco

Hallo,

zu höflichen Umgangsformen gehört es auch, den anderen ernst zu nehmen und ihm den gebührenden Respekt entgegen zu bringen.
Daran mangelt es Dir reichlich. Ich möchte nicht auf einem derartigen Niveau diskutieren. Ich brauche auch keine Belehrungen und Vorhaltungen, ich wüßte nicht, wovon ich spreche.

Gruß,
Francesco

Hallo, Francesco,

du bist in meinem Alter; in etwa!
Dann bist du aber mit 1996 auch viel zu spät dran.

Ich betrachte die Entwicklung seit den 70ern!

Dazu:

1977 Gründung der „Kommission für Rechtschreibfragen“ in der BRD
1980 Gründung des „Internationalen Arbeitskreises für Rechtschreibreform" (später: „für Orthographie“)
1986 1. Wiener Gespräche
1987 Offizielle Beauftragung des Instituts für deutsche Sprache, einen Neuregelungsvorschlag zu entwerfen
1988 Übergabe des Vorschlags Zur Neuregelung der deutschen Rechtschreibung. Heftige Proteste in der Öffentlichkeit .
1990 2. Wiener Gespräche
1991 Vereinigung des Mannheimer und des Leipziger Duden
1992 Neuer Reformentwurf Deutsche Rechtschreibung. Vorschläge zu ihrer Neuregelung
1993 Anhörung in Bonn .Überarbeitung des Reformvorschlags 1994 3. Wiener Gespräche
1995 Nochmalige Überarbeitung des Entwurfs nach verschiedenen Einwänden
1996 Unterzeichnung der „Wiener Absichtserklärung“ durch Deutschland, Österreich, die Schweiz und fünf weitere Staaten. Erscheinen der neuen Wörterbücher von Bertelsmann und Duden .Einführung der Neuregelung in zehn Bundesländern. Zunehmende Proteste gegen die Reform („Frankfurter Erklärung“, „Münchener Erklärung“)
1997 Gründung der „Zwischenstaatlichen Kommission für die deutsche Rechtschreibung“. Zahlreiche Gerichtsurteile für und gegen die Umsetzung der Reform
1998 Ablehnung der Vorschläge der Zwischenstaatlichen Kommission zur Nachbesserung des
Regelwerks. Abweisung einer Verfassungsbeschwerde gegen die Rechtschreibreform . Endgültiges Inkrafttreten der Neuregelung. Volksentscheid in Schleswig-Holstein gegen die Rechtschreibreform
1999 Umstellung der meisten Zeitungen auf die neue Rechtschreibung. Aufhebung des schleswig-holsteinischen Volksentscheids durch den Landtag
2001 Gründung des „Beirats für deutsche Rechtschreibung“

Aber vor 96 war es ja allen wurstpiepegal, was aus der deutschen Sprache würde. Erst danach setzte das Lametieren ein, bei den Politikern, den Schriftstellern und allen anderen!

Daher auch der Kommentar: Noch nie haben sich Tausende so entschlossen hinter einen abgefahrenen Zug geworfen.

Gruß Fritz

Konkreter?

  1. Was sind die Gesetzlichen Grundlagen ,
    wo steht geschrieben, dass die Länder, die
    ja auch verschiedene Schulsysteme haben dürfen,
    sich alle einer gleichen Rechtschreibregelung
    unterwerfen muessen?

Tja, also, die Frage wundert mich. Es wird doch ständig in den
Nachrichten erwähnt, dass eine Kultusministerkonferenz hierfür
zuständig ist. So wird das manchmal bei Ländersachen gemacht,
um Einheitlichkeit zu erzeugen: Die Vertreter der Länder
treffen und einigen sich.

Nochmal nachgefragt:
Überall gleiche Vorschriften zur
Rechtschreibung zu machen ist also eine
eigenmächtige Entscheidung der Kultusminister,
die eigentlich nirgendwo vom Gesetz gefordert
wird, die aber auch nicht ausgeschlossen ist?

(Bitte nicht falsch verstehen: gleiche Rechtschreibung
überall im deutschsprachigen Raum ist sinnvoll, aber
ich würde gerne die Rahmenbedinungen wissen.)

Gruss, Marco

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Ohne es zu merken?!

Hallo Christian,

  1. „Alte“ und „neue“ Rechtschreibung unterscheiden sich nur
    geringfügig voneinander! Ich wette, das jeder Mensch dieses
    Landes in den letzten Jahren massenhaft Texte in alter und
    neuer Rechtschreibung gelesen hat ohne es zu merken! So klein
    ist nämlich der Unterschied!

Das kann ich nicht ganz unterschreiben, denn die Getrenntschreibung von Komposita kann ein Deutschsprachiger mit einigermaßen Sprachgefühl nicht „überlesen“. Schließlich kann man doch - erst recht nicht als Literat - nicht auf Tausende von Termini verzichten, nur weil die Rechtschreibreform diese aus dem Wortschatz (scheinbar oder wirklich) streicht.

Grüße,

Mohamed.