warum fällt es eigentlich zunehmend schwer, hier in WWW Postings in zumindest einigermassen korrekter Rechtschreibung abzuliefern? Vertipper können ja passieren, aber immer öfter werden hier Artikel hingerotzt, bei denen man kaum noch erkennen kann, was eigentlich gemeint ist. Ist das wieder mal ein Trend, den ich verpasst habe?
Das ist zum Teil recht einfach zu erklären:
Vor ca. 10-15 Jahren war ein Internetzugang noch ziemlich teuer. Konnte sich also nicht jeder leisten. Und in der Regel haben ja bessergebildete (Akademiker etc.) ein höheres Einkommen, so dass Sie sich einen Internetzugang leisten konnten.
Als dann aber ein Internetzugang immer einfacher, günstiger und und populärer geworden ist, hat’s dann leider auch der ungebildete Plebs geschafft, sich im Internet breitzumachen und es, besonders die Foren, zu vermüllen.
die Generation der sms- und Chat-Junkies simst und chattet, ohne sich um Orthographie zu kümmern. Diese Sorglosigkeit wird leider auch in Foren beibehalten, bei denen es nicht nur um Liebe-Herz-Schmerz, TV-Serien oder Stars geht.
in Foren schreiben viele Menschen, die im Alltag nur ganz selten schriftlich kommunizieren, und denen die Kenntnisse der Rechtschreibung im Lauf der Zeit abhanden gekommen sind.
(Dieses Phänomen kann ich bei mir selbst beobachten, wenn ich längere Zeit nicht Französisch gelesen oder geschrieben habe).
Aufrufe zur Benutzung von Rechtschreibprüfungen oder gar Wörterbüchern würden vielleicht zur Kenntnis genommen, aber keinen Erfolg zeigen.
Für einige Teilnehmer hier ist Deutsch eine Fremdsprache. Da
magst wohl auch du ein Auge zudrücken, oder?
Ich habe häufiger mit ausländischen Mitbürgern zu tun, die Deutsch sprechen. Sie fallen eher durch „ungeschickte“ Satzstellungen auf als durch konsequentes Falschschreiben.
Sicher gibt es auch User, die ihre ersten „Gehversuche“ in einem deutschsprachigen Brett machen, natürlich helfen wir dann gerne, aber es gibt einige Muttersprachler (naja), da kann man verzweifeln.
Ich mache mir auch nicht die Mühe, die Postings zu dekodieren!
Aufrufe zur Benutzung von Rechtschreibprüfungen oder gar
Wörterbüchern würden vielleicht zur Kenntnis genommen, aber
keinen Erfolg zeigen.
Unabhängig von den online-Lexika habe ich einen Duden und ein Englisch-Wörterbuch in Reichweite, aber ich muss sagen, dass ich eher verunsichert bin wenn ich etwas schreibe.
Fast immer liege ich richtig mit meinem ersten Gedanken.
Guten Tag!
Ehrlich gesagt habe ich mich das auch schon gefragt. Gut, klammern wir einmal Sonderfälle aus, die sich dann sowieso meist wortreich „entschuldigen“: „Bin schwedisch - ist leider nicht ganz richtig mein Deutsch.“
Spaßig wird aber ein „Wortmelder“, wenn er mit zwanzig Zeilen und vierzig Fehlern beredt sein Problem schildert, ob er nicht etwa doch noch sein fehlendes Abitur irgendwo nachholen soll, womöglich im Ausland.
Tolerant gegenüber Vertippern sollten wir schon sein (vielleicht rutscht mir auch einer durch), aber die Rechtschreibung sollte, sage ich einmal, zumindest dem Niveau des Themas entsprechen.
Gruß
Sepp
ergänzend zu dem, was die anderen schon geschrieben haben, noch Folgendes: Es gilt hier offenbar als unfein, Rechtschreibfehler zu korrigieren („Hauptsache, man versteht, was gemeint ist“).
Wenn also jemand solche Schauerlichkeiten wie „Standart“ oder „Pupertät“ vom Stapel läßt, wird das nicht weiter beachtet - und wenn einer das liest, der vielleicht selbst unsicher ist, schreibt er es dann auch so.
M.E. ist es fast unterlassene Hilfeleistung, Rechtschreibfehler von Muttersprachlern nicht zu korrigieren - allerdings sollte das kurz, sachlich und ohne hämische Kommentare geschehen.
Ach, und da wir schon dabei sind, kann ich es mir jetzt nicht verkneifen : Es heißt „einigermaßen“ (nach langem Vokal „ß“)
Viele Grüße in die schöne Pfalz (wo ich früher oft geherbschtet habe)
Susanne