Rechtschutzversicherung sinnvoll?

Hallo,

irgendwoher habe ich mal mitgekriegt, dass eine Rechtsschutzversicherung (bei mir besteht sie aus Privat-, Miet-, Berufs- und Verkehrsrechtsschutz) nur wenig Sinn macht. („Wer Recht hat, bekommt sein Recht auch ohne Versicherung.“)

Was kann man pauschal dazu sagen? Lohnt sie sich für einen Normalbürger?

Hallo,

(„Wer Recht hat, bekommt sein Recht auch ohne Versicherung.“)

also so einen dummen Spruch habe ich ja noch selten gehört. Er trifft nur auf Leute zu, die Geld wie Heu haben und problemlos in jeden Rechtsstreit als aktiver Part mit Vorkasse auf Anwaltsgebühren und Gerichtskosten gehen können.

Solltest Du nicht zu dieser glücklichen Spezies gehören, die mal eben einige zig tausend Euro Kriegskasse rumliegen haben, solltest Du dir die Sache mit der Rechtsschutzversicherung doch mal überlegen.

Konkretes Beispiel habe ich gerade mal wieder auf dem Schreibtisch liegen: Da wird bei einem Mandanten ein Schaden in Höhe von einige tausend Euro verursacht. Der Gegner sagt: „Nicht mein Problem“ und zahlt nicht. Leider ist der Mandant keiner der begüterten Sorte und hat auch keine Rechtsschutzversicherung (verdient aber für PKH dann doch zu viel). Schade eigentlich, er hätte im Prozess ganz gute Chancen gehabt und der Gegner hätte dann letztendlich ja auch die Kosten übernehmen müssen (und ist ausnahmsweise mal einer von der Sorte, die dann auch zahlen könnte). Allein für den Gerichtskostenvorschuss ist leider momentan kein Geld da. Mandant „überlegt noch“, ob er jetzt klagen soll, oder die Sache auf sich beruhen lässt. Schließlich wisse man ja nie, wie das Gericht dann die Sache sieht, … Wäre eine Versicherung vorhanden gewesen, hätte ich die einfach kurz um Deckung gebeten. Die hätten den Vorschuss übernommen, und gut wäre es gewesen.

Was kann man pauschal dazu sagen? Lohnt sie sich für einen
Normalbürger?

Ganz sicher, wobei die Rundum-Lösungen einzelnen Spezialversicherungen vorzuziehen sind, wenn nicht gerade wirklich nur ein Risiko zu versichern ist. Der selbständige Hauseigentümer ohne Auto kann natürlich auf Arbeits- Miet- und Verkehrsrechtsschutz verzichten und kommt dann vermutlich mit einer Spezialpolice günstiger weg. Für Otto-Normalarbeitnehmer und -mieter mit Auto sieht die Sache anders aus.

Gruß vom Wiz

Hallo,

irgendwoher habe ich mal mitgekriegt, dass eine
Rechtsschutzversicherung (bei mir besteht sie aus Privat-,
Miet-, Berufs- und Verkehrsrechtsschutz) nur wenig Sinn macht.

Macht Sinn, wenn man nicht arm werden will. Braucht man nur einen streitsüchtigen Nachbarn mit einer Rechtschutzversicherung und einen Anwalt; Schon kann man verloren haben. Braucht man sich nicht mal einer Schuld bewußt sein.

(„Wer Recht hat, bekommt sein Recht auch ohne Versicherung.“)

Vielleicht etwas falsch formuliert, denn wer nach seiner Meinung Recht hat, muß es noch lange nicht bekommen.

Gruß Gert

Ganz sicher, wobei die Rundum-Lösungen einzelnen
Spezialversicherungen vorzuziehen sind, wenn nicht gerade
wirklich nur ein Risiko zu versichern ist. Der selbständige
Hauseigentümer ohne Auto kann natürlich auf Arbeits- Miet- und
Verkehrsrechtsschutz verzichten und kommt dann vermutlich mit
einer Spezialpolice günstiger weg. Für Otto-Normalarbeitnehmer
und -mieter mit Auto sieht die Sache anders aus.

Gruß vom Wiz

Ich muß dazu sagen, dass ich aus dem Bereich Grundstückeigentum und Miete die meisten Streitigkeiten bei Eigentum habe, Mieter die sich mit dem Vermieter rumstreiten müssen sind bei mir die Ausnahme

Hallo Michael,

Ich muß dazu sagen, dass ich aus dem Bereich
Grundstückeigentum und Miete die meisten Streitigkeiten bei
Eigentum habe, Mieter die sich mit dem Vermieter rumstreiten
müssen sind bei mir die Ausnahme

Wenn der Versicherte nicht nur Eigentümer sondern auch Vermieter ist, macht sich für ihn selbstverständlich eine entsprechende Versicherung auch gut. Allerdings ging es mir hier um die typischen Pakete, wie sie an jeder Ecke angeboten werden, und da ist eben im Normalfall der Mieterrechtsschutz mit drin, den der Eigentümer nicht braucht. Der Vermieterrechtsschutz muss dann ohnehin getrennt erworben werden.

Gruß vom Wiz

Ich spreche nicht aus der Sicht der Vermietung sonder vom klassischen GuM für die selbstgenutzte Wohneinheit, wie es so schön heißt. Und der macht für Eigentümer einer selbstgenutzten WE mindestens soviel Sinn wie für einen Mieter.

Gruß
Michael

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

sind zwei paar Stiefel.
Hallo Gert,
je besser der Anwalt, desto mehr Chancen hast Du, Recht zu bekommen.
Wäre das nicht so, gäbe es den Beruf des Rechtsanwaltes nicht.
Dazu kommt: bei einem Vergleich zahlt jeder seine Kosten selbst.
Grüße
Raimund

Hallo Gert,

dazu kommt aber noch:

Vorschüsse für Anwalt und Gericht kann sich der leisten, der das Geld dafür flüssig hat, oder derjenige, der eine Rechtsschutzversicherung hat die ihm das vorstreckt.
Natürlich prüfen der Anwalt und vor Allem die RS-Versicherung zuerst, ob Dein Fall Aussichten auf Erfolg hat!

Andererseits- Recht haben auf eine Geldleistung und diese auch bekommen ist wieder ein Problem, wenn der Gegner kein Geld hat.

Da empfiehlt sich dann wieder, selber eine gute Privat-Haftpflicht-Versicherung mit Ausfalldeckung zu haben - die zahlt im Falle dass Dir einer einen Schaden zufügt der selber nicht versichert ist und kein Geld hat.

Allgemein möchte ich sagen, dass eine Rechtschutzversicherung immer dann gut ist, wenn man von Anderen was angehängt bekommt und sich verteidigen muss.

Michael