Rechtsnatur abgetriebener Feten

Hallo,

mir ist gerade die Frage begegnet welche Rechtsnatur das „Produkt“ einer Abtreibung hat und welche praktischen Konsequenzen daraus folgen.

Bekannt ist mir, dass Embryos in frühem Stadium dann im Grunde als herrenloses Gut gelten, und das Krankenhaus damit machen kann, was es will. Oft werden sie mit anderen organischen Abfällen verbrannt, zum Teil aber auch zur Forschung verwendet oder an Pharmafirmen abgegeben.

I Darf ein Krankenhaus oder auch niedergelassener Arzt das Material das sie aus/von einem Menschen im Zuge eines medizinischen Eingriffs gewonnen haben ohne Zustimmung eigennützig komerziell verwerten?

II Könnte die Mutter Ansprüche, etwa auf Aushändigung, erheben.
(Was wäre wenn sie es einfach einpackt und mitnimmt, könnte das Krankenhaus dann ihr gegenüber Ansprüche erheben oder gilt „wer zu erst kommt …“?)

Bei Totgeburten mit mehr als 500 g Gewicht des Kindes erfolgt ein Standesamtseintrag, Geburtsurkunde und Bestattung.

III Wird dies auch bei späten Schwangerschaftsabbrüchen so gehandhabt?
(Wird dem Kind dann auch ein Name gegeben? Das abgetriebene Kind kommt ins Stammbuch? Muss die Mutter eine Bestattung bezahlen oder gehört das zu den Abbruchkosten?)

IV Falls also ein Totenschein erstellt wird, was wird dort unter Todesursache vermerkt, wenn der Fetus vor einem Schwangerschaftsabbruch intrauterin getötet wurde?

Dies ist ganz ausdrücklich nicht als Provokation oder Versuch einer Emotionalisierung gedacht. Ich möchte wirklich nur die juristischen Fakten erfahren.
Ich habe mich darum auch bemüht terminologisch sauber zu bleiben und etwa vor der Geburt nur von Fetus zu sprechen. Sollte ich dabei Fehler gemacht haben war dies keine Absicht und ich bitte sich nicht daran aufzuhängen.

Gruß
Werner

Hallo,

I Darf ein Krankenhaus oder auch niedergelassener Arzt das
Material das sie aus/von einem Menschen im Zuge eines
medizinischen Eingriffs gewonnen haben ohne Zustimmung
eigennützig komerziell verwerten?

Ich weiß das Krankenhäuser Amputationen uä. als Sondermüll verbrannt haben und soweit ich das mal irgendwo gelesen habe gilt das auch für föten, also innerhalb der ersten drei Monate.
Ob eine kommerzielle Verwertung in anderer Form, z.B. für Stammzellenforschung stattfinden darf, weiß ich nicht, wird das nicht momentan gerade verhandelt?

Harry