als Berufseinsteiger sortiert man irgendwann seine Versicherungen neu.
Die Notwendigkeit von Privathaftpflicht, Berufsunfähigkeit, Auslandsreisekrankenversicherung ist klar. Ich bin bloß am überlegen, wie sinnvoll eine Rechtschutzversicherung ist? Verkehrsrechtsschutz leuchtet mir noch ein, aber warum Privat- und Arbeitsrechtsschutz?
Bisher konnte ich dazu noch keine klaren Aussagen finden.
Wenn jemand mich bspw. auf Schadenersatz verklagt habe ich doch die Haftpflicht. Sind die Beiträge gerechtfertigt bei der Wahrscheinlichkeit die RV zu benötigen? Ist eine Selbstbeteiligung sinnvoll?
Gleich noch eine Frage zur Privathaftpflicht: Was ist eine sinnvolle Versicherungssumme (5 Mio €, 10 Mio €, 50 Mio €)? Und ist es sinnvoll dabei Forderungsausfall zusätzlich mit zu versichern?
Vielen Dank für die Antworten schon mal im Voraus!
"Problem der Rechtsschutzversicherung ist aber, dass viele Streitigkeiten
ausgeschlossen sind, so z. B.:
Bauvorhaben: Nicht mitversichert sind Auseinandersetzungen bei Planung,
Errichtung und Veränderung eines Grundstücks, Gebäudes bzw. Gebäudeteiles
Planfeststellungs-, Flurbereinigungs-, Umlegungs- sowie Enteignungsverfahren
Familien- und Erbrecht, z. B. Scheidung (Ausnahme: Arag für ca. 79 Euro
zusätzlich im Paket mit einer anderen Rechtsschutzversicherung bei einer
Selbstbeteiligung von 500 Euro)
Steuer- und Abgabenrecht (in Bezug auf Grundstücke, Gewerbetreibende,
Freiberufler)
Spiel-, Wett-, Bürgschafts-, Garantie- sowie Schuldübernahmeverträge
Vorsatztaten
Fälle, deren Ursache bereits gesetzt ist. So muss z. B. für Rechtsstreitigkeiten
aus einem Vertrag die Rechtsschutzversicherung in der Regel bereits vor dem
Vertragsabschluss abgeschlossen sein."
Die Notwendigkeit von Privathaftpflicht, Berufsunfähigkeit,
Auslandsreisekrankenversicherung ist klar. Ich bin bloß am
überlegen, wie sinnvoll eine Rechtschutzversicherung ist?
Verkehrsrechtsschutz leuchtet mir noch ein, aber warum Privat-
und Arbeitsrechtsschutz?
Privatrechtsschutz benötigt man eigentlich wohl eher nicht - obwohl man das erst nachher wirklich sagen kann. Wichtig ist aber der Rechtsschutz wiederrum z.B. bei Streitigkeiten mit Versicherungen (z.B. BU!).
Wichtig ist gerade für Dich als Berufseinsteiger der Berufsrechtsschutz. In der ersten Instanz trägt jeder seine Kosten selbst. Erst ab der zweiten Instanz zahlt der Verlierer (gilt dann aber nicht für die Kosten der ersten Instanz) und die Streitwerte sind immer relativ hoch!
Bisher konnte ich dazu noch keine klaren Aussagen finden.
Na ja! Du bekommst Versicherungs und Berufs RS nicht ohne Privat RS!
Wenn jemand mich bspw. auf Schadenersatz verklagt habe ich
doch die Haftpflicht.
Richtig, wenn jemand Schadenersatz von Dir will, nicht wenn Du Schadenersatz von jemand anderen willst - und der hat dann unter Umständen eine Haftpflichtversicherung, mit der Du Dich auseinandersetzen musst.
Sind die Beiträge gerechtfertigt bei der
Wahrscheinlichkeit die RV zu benötigen? Ist eine
Selbstbeteiligung sinnvoll?
Selbstbeteiligungen können immer sinnvoll sein, Es kann nur sein, dass es den Einen teurer, den Anderen günstiger kommt!
Gleich noch eine Frage zur Privathaftpflicht: Was ist eine
sinnvolle Versicherungssumme (5 Mio €, 10 Mio €, 50 Mio €)?
Und ist es sinnvoll dabei Forderungsausfall zusätzlich mit zu
versichern?
5 Millionen sind ausreichend und Forderungsausfall einschließen!
Privatrechtsschutz benötigt man eigentlich wohl eher nicht -
obwohl man das erst nachher wirklich sagen kann. Wichtig ist
aber der Rechtsschutz wiederrum z.B. bei Streitigkeiten mit
Versicherungen (z.B. BU!).
Na ja! Du bekommst Versicherungs und Berufs RS nicht ohne
Privat RS!
Ist Versicherungsrechtsschutz immer automatisch mit in einer Privat RV?
Also ich persönlich HABE bereits vor vielen vielen Jahren eine Privatrechtschutzversicherung abgeschlossen, und bin mittlerweile HEILFROH darüber!
Ich habe im letzten Jahr nach langem Ringen einen Prozeß gewonnen, den ich ohne meine RSV gar nicht hätte führen können: ich habe meinen Orthopäden verklagt, der dereinst einmal eine dermaßen grobe Fehldiagnose gestellt (und dementsprechend über Jahre hinweg eine falsche/keine Behandlung vorgenommen) hatte.
Die gesamten Kosten des Verfahrens beliefen sich letzten Endes (in der zweiten Instanz, und nach Einbeziehung von VIER Gutachtern) auf mehr als den letztendlich zugesprochenen Schadenersatz von 9.000 Euro.
Das konnte mir egal sein, denn dafür hatte ich ja die Versicherung.
Hätte ich keine Rechtschutzversicherung gehabt, hätte ich gar nichts bekommen - schließlich ist das Prozeßrisiko gerade bei Arzthaftungsrecht ziemlich hoch, und mehrere tausend Euro für die Gerichts- und Gutachterkosten hätte ich selbst niemals aufbringen können!
Natürlich ist es relativ unwahrscheinlich, selbst einmal in eine solche Lage zu geraten - aber wenn es dann doch passiert, sieht man ohne die entsprechende Versicherung schnell ziemlich alt aus.
Und genau das ist doch der Sinn einer solchen Versicherung: 1.000 Leute zahlen einen relativ geringen Beitrag, und brauchen die Versicherung doch niemals in Anspruch zu nehmen - und der 1.001. führt dann einen Prozeß, für dessen Finanzierung die Beiträge der übrigen 1.000 Versicherten verwandt werden…
(Aber wer weiß schon sicher, daß nicht er selber einmal dieser 1.001. sein könnte?)
nach meiner Kenntnis ist Versicherungsvertragsrechtschutz und Arbeits- oder Berufsrechtschutz immer an den Anschluss einer Privat RS gekoppelt und / oder integriert!
Das setzt jetzt natürlich voraus, dass wir von RS für Lohn- und Gehaltsempfängern sprechen und den klassischen Dreiklang einhalten:
Verkehrs RS
Privat RS (inkludiert Arbeits- o. Berufs-RS und Versicherungsvertrags RS!)
Wohnungs- u. Grundstücksrechtsschutz
Beim RS für Selbstständige und Freiberufler mag das anders sein - in Abhängigkeit von der Flexibilität des Anbieters.
Viele Grüße
Thorulf Müller
Versicherungsmakler
P.S.: Falls Du eine Gesellschaft kennt, die es anders macht - ich lerne gerne dazu!
Privat RS (inkludiert Arbeits- o. Berufs-RS und
Versicherungsvertrags RS!)
Hallo Thorulf,
welche möglichen „Streitbereiche“ sollte denn eine Privat RS in jedem Fall einschließen. Da gibt es ja deutliche Unterschiede von Gesellschaft zu Gesellschaft in welchen Streitfällen die zahlen würden.
Schließen die günstigen mehr Bereiche aus?
welche möglichen „Streitbereiche“ sollte denn eine Privat RS
in jedem Fall einschließen. Da gibt es ja deutliche
Unterschiede von Gesellschaft zu Gesellschaft in welchen
Streitfällen die zahlen würden.
Welche Streitbereiche meinst Du denn, die unterschiedlich geregelt sind!
Schließen die günstigen mehr Bereiche aus?
Pauschale Aussagen sind da nicht möglich. Ein Versicherungsmakler kauft den passenden Versicherungsschutz für seinen Mandanten ein. D.h., dass die einzelnen möglichen Leistungsarten beschrieben werden und der Mandant sich dann festlegt, was er braucht und was nicht!
100% Schutz gibt es nicht - also was soll drin sein, wofür benötigst Du Rechtsschutz?
I.d.R. - aber nicht immer - bedeutet viele Einschlüsse einen höheren Beitrag! Wenn etwas deutlich günstiger ist und mehr Einschlüsse hat, dann kann es eine temporäre Verwerfung sein, die sich bei der nächsten Anpassung aufhebt!