Hallo Armin!
* —Link aufgrund der Deutschen Gesetzeslage gelöscht -mkl----
Öhm…du weißt schon, daß zumindest Dein erster Link
problematisch ist?
Was soll an dem Link problematisch sein?
Urheberrechtlich ist das mit „Mein Kampf“ bekanntlich so eine Sache
Welches urheberrechtliche Problem stellt sich?
…und derartige Links werden hier (durchaus mit Recht) nicht allzu
gern gesehen.
Diesen Punkt sehe ich anders. Hitler ist ein Teil unserer Geschichte.
Als ich eingeschult wurde, war der Krieg gerade gut 10 Jahre vorbei. Hamburg war noch eine einzige große Baulücke, zerschossene Fassaden gehörten vielerorts zum Straßenbild und zahllose Menschen lebten in Behelfsheimen unter nicht sehr schönen Bedingungen. Die Einarmigen, die Einbeinigen und die psychischen Wracks waren allgegenwärtig. Man konnte also auch den jüngsten Schülern schlecht verheimlichen, daß irgendwas Furchtbares geschehen war. Dennoch erschöpfte sich der Geschichtsunterricht in ausführlicher Behandlung des Römisches Reichs, in der Krönung Karls des Großen und reichte schließlich bis ungefähr 1870. Dort angekommen fing der Geschichtsunterricht wieder von vorne an, wieder Altertum und Mittelalter, aber kein Wort über die deutsche Geschichte. Mein Vater war Soldat, die meisten Lehrer waren Soldaten, aber niemand machte den Mund auf. Vom tapfer kämpfenden deutschen Landser wurde schon mal erzählt, aber immer auch gleich versichert, man hätte ansonsten von nichts gewußt.
Natürlich fragten Kinder und Jugendliche, was wirklich los war, ob sich keiner etwas dabei dachte, wenn Nachbarn plötzlich weg waren. Natürlich wurde gefragt, was deutsche Soldaten in den Nachbarländern und in Rußland zu suchen hatten, aber es gab keine Antworten. Und natürlich bekamen wir mit, wenn irgendwo über die Vergangenheit getuschelt wurde, wenn etliche Leute offenkundig genau wußten, wer in Stadtrat und Verwaltung sein Fähnchen in den neuen Wind gehängt hatte. Aber klare Antworten auf klare Fragen waren nicht zu bekommen und zu hartnäckige Frager wurden als Nestbeschmutzer abgebügelt. Diese sich quer durch die Republik ziehende Verhaltensweise gehörte zu den Ursachen für massive Unruhen in der jungen Generation in den 60er Jahren.
Ich halte es für einen schweren Fehler, wenn versucht wird, irgendwelche Dokumente aus der Zeit des Dritten Reichs und seiner Entstehung unter Verschluß zu halten. Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und Verhinderung einer Wiederholung setzt Offenheit voraus. Restlos alles muß auf den Tisch. Internet sei Dank, ist es heute im Gegensatz zu früheren Jahrzehnten nicht mehr so leicht möglich, über unliebsame Vorgänge das Mäntelchen des Schweigens zu hängen.
Erst der offene Umgang mit zeitgenössischen Postulaten ermöglicht deren Entzauberung. Nur durch Verschweigen ist es möglich, daß Herr Hitler bis heute in einigen Kreisen als genialer Staatsmann dargestellt wird. Sämtliche Ziele entsprangen altbackenem, schon damals überkommenen Denken, das Ende der 30er Jahre in einem bankrotten Staat mündete und nie den Schatten einer Chance auf Tragfähigkeit hatte. Die Auseinandersetzung mit den Schriften des A. Hitler sollte heute eine Selbstverständlichkeit an Schulen sein. Diese Machwerke und die postulierten Ziele sind derart abstrus, daß davon bei offenem Umgang keine Gefahr ausgehen kann. Eine bessere Abschreckung vor Wiederholung der Geschichte als die besagten Schriften kann ich mir kaum vorstellen.
Gruß
Wolfgang