ich habe diese Beobachtung auch schon gemacht - oft bei Männern. Ich vermute dahinter, dass eine Aussage in „Du- oder Man-Form“ weiter weg ist, also unpersönlicher. Das gilt m. E.besonders für („negative“) emotionale Aussagen. Scheinbar bleibt da mehr Distanz gewahrt und eine letzte Rückzugsoption - anderen geht das vvlt. so, aber mir doch nicht.
Beispiel: Der Mann hat gemerkt, dass seine Partnerin ihn hintergeht. In seiner Aussage dazu, wie es ihm dabei ergangen ist, wird er vermutlich formulieren „Da fühlt man sich echt betrogen“ oder „Dann bist Du völlig fertig“, anstatt „da fühlte ich mich betrogen“ oder „ich war völlig fertig“.
Das passiert bzw. das machen vermutlich viele automatisch, also nicht bewusst - so wie das Wort „eigentlich“ einzuschieben . . .
‚ich‘ will nicht alleine sein
Es geht doch wesentlich leichter von den Lippen … und klingt auch unverfänglicher.
Versuch nur mal selbst jemanden, auf den Du gerade echt sauer bist direkt in der „ich“-Form anzusprechen. Der Text stoppt schnell, das Gehirn läuft zu Hochtouren auf, ein echter geistiger Kraftakt!
Klar, die Steigerung ist natürlich noch die Gefühlsebene mit „ich fühle mich …“. Vorwürfe kommen locker raus, Gefühle lahmer.
; )
Der Unterschied mag darin liegen, dass das Eine zum Dampfablassen prima taugt. Dann ist erstmal die dickste Luft raus. Und bei „man“ steht man nicht so einsam da, das tröstet.
Das Zweite ist der Weg zur Lösung.