Hallo,
ich arbeite gerade an einem mittelhochdeutschen Text, in welchem an einer Stelle der Vergleich „swarz sam ein ledere“ (schwarz wie Leder) vorkommt. Aus meiner eigenen Sprachkenntnis heraus halte ich das für eine Redewendung (denn Leder ist, anders als Kohle oder Raben, nicht sprichwörtlich schwarz, sondern muss erst gefärbt werden). Ich meine, ich habe die Wendung schon mal gelesen oder gehört.
Ich versuche nun, Anhaltspunkte für diese Redewendung zu finden (z.B. Literaturangabe). Folgendes habe ich schon versucht:
Google bringt (bei der string-Suche „schwarz wie Leder“) einen neuhochdeutschen Beleg unter folgender Adresse:
http://www.xlibris.de/Autoren/Moerike/Moerike-Kurzin…
Das bestätigt zwar nur meine Intuition, hilft aber sonst leider nicht weiter. Die übrigen Google-Ergebnisse (es gibt 100-150) scheinen sich alle um Klamotten zu drehen. Interessanterweise gibt es auch (weniger) Treffer für „braun wie Leder“.
Mein Redewendungs-Duden von 1992 hat dazu keinen Eintrag, weder unter „schwarz“ noch unter „Leder“. Dito für Röhrich, den ich in der Bibliothek angesehen habe. Ich hab da auch noch in irgendein anderes Phraseologisches Wörterbuch geschaut, weiß aber den Titel und Hrsg. nicht mehr. Im TPMA (Thesaurus Proverbiorum Medii Aevi) habe ich auch nichts passendes gefunden.
http://www.redensarten-index.de/suche.php kennt die Redewendung übrigens auch nicht.
Mein Eindruck ist, dass diese Redewendung tatsächlich am ehesten in bezug auf Haut vorkommt. Der Google-Beleg oben sowie ein Google-Beleg für „braun wie Leder“ betreffen jeweils Hautverfärbungen, und mein mhd. Text bezeichnet die Flügel eines Höllenmonstrums mit diesem Vergleich.
Meine Fragen an Euch: Wer kennt diese Redewendung? In welcher Gegend ist sie verbreitet? Findet jemand ein anderes Wörterbuch, was die Wendung enthält? Hat jemand eine Idee, woher sie kommen könnte (d.h., was es mit schwarzem Leder oder solchen Hautverdunkelungen auf sich hat)?
Danke schon mal im Voraus,
Jonas