Hallo Ralph,
da forderst Du natürlich gleich meinen Widerspruch heraus, und den aus zigfacher eigener Erfahrung nicht zu knapp.
Klar, RA kostet Geld, das ist eine Binsenweisheit.
Gewerkschaft kann natürlich eine Hilfe sein, ist es aber gerade in Fällen wie dem hier geschilderten üblicherweise nicht, denn die Gewerkschaft dürfte hier im weiteren Sinne mehr oder weniger selbst Partei sein und schon haben wir den von mir angedeuteten Salat.
Es kommt nämlich immer von viel zu häufig vor, dass klar von einer Gewerkschaft bestimmte Betriebs- und Personalräte tatsächlich nur an der Durchsetzung „globaler“ Gewerkschaftsziele interessiert sind, und da kann man sich dann an drei Fingern abzählen, welche Unterstützung man da bekommt, wenn man sich individuell anders entscheiden möchte. Konkrete Beispiele gefällig: Es gab mal eine Zeit, als Gewerkschaften alles was in Richtung Teilzeit ging als böse betrachteten, und da gab es eine Verwaltung die dringend preisgünstig Verstärkung in Form einer halben Stelle suchte, und hierfür auch einen Studi gefunden hatte. Obwohl die Personalratstante selbst in der Abteilung war und in Arbeit unterging, durfte der Studi nicht eingestellt werden, weil böse.
Anderes Beispiel: Mitarbeiter in kirchlicher Einrichtung, Gewerkschaftsmitglied, hat Zoff mit Chef wegen 1000 glasklaren Dingen. Gewerkschaft lehnt Hilfe einfach ab, da man gerade in größeren Verhandlungen mit Kirchens stecken würde und man da jetzt keinen Ärger gebrauchen können.
Und zum Schluss noch dieses: Mandant arbeitet in knallroter und schwer gewerkschaftsverseuchter Verwaltung, in der sich der Personaldezernent selbstverständlich mit allen Personalratsmitgliedern ganz prächtig versteht. Mandant wird wirklich ganz übel mitgespielt, aber Personalrat und natürlich auch die Gewerkschaft rühren keinen Finger. Über glücklicherweise private zusätzliche Rechtschutzversicherung kommt er zu mir, und wir haben vor Gericht keinerlei Probleme so richtig was für den Mann rauszuholen.
Sicher sind nicht alle Personal- und Betriebsräte und Mitarbeitervertretungen so gepolt, aber wenn hier schon mitgeteilt wird, dass es von dort eine Empfehlung ohne weitere Begründung gibt, dann ist doch wohl klar, dass man von dort keine unparteiische Beratung erwarten kann. Dann doch lieber die paar Euro zum Anwalt tragen. Der ist auch Partei, und zwar die des Mandanten.
Gruß vom Wiz
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]