Reet statt Rigips

Hallo hört sich komisch an, is aber so. Ich renovier in einem Uralthaus, Hab da die Innenverkleidungen abmontiert (Rigips mit dahintergeklemmten Styropor, Folgen kann man sich denken…bäh).
Dahinter fällt nun wegen der aufgestauten Feuchtigkeit stellenweise der Putz ab anderswo müssen wir noch nachhelfen (alles zu seiner Zeit.)
NAch ein Paar Wochen Durchatmen sind die Wände wieder trocken, doch ich mach mir Sorgen. Unter dem Putz ist stellenweise (neben der ursprünglichen Wandbemalung, die ich beprobe und ansonsten nach Archäologenmanier behandel) der Untergrund sichtbar, solang es Stein ist hab ih da kein Problem, doch an manchen Stellen, insbes. dort wo etwas geformt wurde, so im Dachnahen Bereich und auch dort wo das Treppengeländer eingepasst ist u. die OG-Decken, scheint so ein bisschen Reet durch, also nur als dünne einlagige Schicht Reet, keinesfalls SÜROFA (sowas hab ich im Internet gefunden, soll aber 2,5 cm dick sein). Es hat offenbar eher die Funktion eies Armiergewebesstatt einer Dämmung, ist aber stellenweise auch angegriffen und muss raus.
Kann ich da dann Schilfmatten aus dem Baumarkt nehmen, die sind eigentlich zu dicht da müsste ich teilweise jeden zweiten Stiel rausnehmen um einen ähnlichen Zustand zu erreichen.

Kennt das jemand?
Was kann ich sonst nehmen?
Wie lässt sich sowas anputzen?
hab irgendwo gelesen, dass das genau den richtigen Feuchtegrad haben muss, also evtl doch lieber Profi ranlassen?
und hab irgendwo anders gelesen, dass altes Reet anputzen kaum mehr möglich ist, aber bei mir müsste dann ja alles raus??? und wieder neues rein??? Würde eigentlich gerne nur das Zimmer komplett erneuern, wo das Zeug an sich leicht angeschimmelt ist, in den anderen Räumen ist das Reet noch ok (da dort weniger Schimmelprobleme insgesamt)
Wie heißt ein Profi für Sowas? (Dachdecker passt eigentlich eher nicht, da es ja nicht unbedingt was mit dem Dach zu tun hat, Zimmermann hat heute weniger mit Reet zu tun??? Baubiologe kriegt erst mal nen energetischen Schock?
Gruß Susanne

Hallo,

Schılfmatten gibt es in unterschiedlichsten Dichten. von 40 STengelig als Putztraeger bis zu 8cm Dicke. Wenn Du noch irgendwie isolieren willst, dann nimm dickere Platten (schau dass Du die bekommst die leichter zu verarbeiten sind für Dich. Die gibts in 2x1m mit den Staengerln vertikal oder horizontal) sonst reicht halt so dünnes Zeug auf der Rolle.
Am besten waere es für Deın Haus wenn Du dann einen Lehmputz auftraegst.
Schılf ist super Feuchtigkeitsunempfindlich (Sılıkatreich) und Lehm reguliert Dir die Feuchtigkeit auch nochmal. Lehmdicken von ca 3-4 cm geben Dir dann auch gute Waermespeicherwerte.

Schau doch mal im Fachwerkforum was da so geschrieben wird.
Ach ja: Nimm Schilf aus südlichen Laendern (Ungarn/ Tuerkei)

Cıao

M.

Hallo modedhexle,
werd ich dann nicht dasselbe Problem haben wie mit der vorherigen Innendämmung.
Lehm ist doch auch recht wasserdicht und ich hab am eigenen Leib mitbekommen, wie das Haus förmlich aufatmete, nachdem die Innendämmung mit der Schichtung Styropor, Rigips, Raufasertapete, Latexfarbe runterkam.
Daher hatte ich eigentlich daran gedacht, es ähnlich wieder aufzubauen, wie es ursprünglich gedacht war, mit nur einer dünnen Schicht Reet und feuchtigkeitsdurchlässigem Kalkputz und stellenweise auch mal Raufasertapete.

Energiesparverordnung hin oder her…
Der Erhalt nach meinen eigenen Denkmalschutzvorstellungen ist mir erstmal wichtiger (offiziell kein Baudenkmal)

Gruß Susanne

Lehmputz
Halllo Susanne,

werd ich dann nicht dasselbe Problem haben wie mit der
vorherigen Innendämmung.
Lehm ist doch auch recht wasserdicht

Nein, nein! Lehmputz ist im Gegenteil atmungsaktiv! Er kann viel Feuchtigkeit aufnehmen und auch wieder abgeben.
Lass dich am besten von einem Fachmann schlau machen.
Fachleute findest du z.B. im Forum von http://www.fachwerk.de

Grüße von
Tinchen

Hallo!

Bei uns im Haus gibt es auch solches Reet oder ähnliches.
Das wurde irgendwie mit dünnen Eisendrähten zu Matten verarbeitet,
und an die Decke genagelt.
Das ist nur wie eine Armierung, damit der Putz auf Holz hält.

Ich selbst habe bei meiner Wohnungsrenovierung aber das verzinkte Rippenstreckmetall benutzt.
Das kann man auf Balken in Fachwerkwänden auftackern oder mit Dachpappnägeln befestigen.
Dann beidseitig so 15 cm über das Mauerwerk reichen lassen.
Bei mir habe ich das ganze mit dem Maxit IP 18E geputzt, das ging ganz gut, und nach 4 Jahren konnte ich keine Probleme erkennen.
Der Putz ist auch leicht wärmedämmend, weil er viele winzige Styroporkugeln beigemischt hat.

Auf Mauerwerk ist das Rippenstreckmetall aber nicht nötig,
nur wenn Balken überputzt werden.

Der richtige Fachmann daür ist, wie soll es auch anders sein, der Maurer.

Übrigens habe ich bei mir nur den losen Putz entfernt, hauptsächlich an den Balken in den Wänden, und das nur stellenweise ausgebessert.
Mit etwas Geschick, nochmals nachputzen, abziehen, dann Feinputz und Rauhfasertapete sieht man nichts mehr.

Grüße, Steffen!

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