Hallo Niels,
ich habe auf die Schnelle leider keine saubere Definition von kohärentem Licht gefunden. Für mich ist es jedenfalls auch dann noch kohärent, wenn es aus kohärenten Bestandteilen unterschiedlicher Frequenz und Polarisation besteht, die ja unabhängig voneinander existieren und betrachtet werden können. Ich betrachte es als inkohärent, wenn man innerhalb bestimmter Spektrallinien und Polarisationsebenen keine gleichphasigen räumlich ausgedehnten Moden nachweisen kann. Das ist dann der Fall, wenn Licht mit sehr kurzer Kohärenzlänge diffus gestreut oder großflächig abgestrahlt wird.
Um dieser Diskussion aus dem Weg zu gehen, können wir uns ja auf polarisiertes monochromatisches Licht mit einer beliebigen aber festen Frequenz beschränken.
ich weiss nicht, ob ich dich in allen Punkten richtig
verstanden habe.
Diffuses inkohärentes Licht läßt sich mit keiner Optik dieser
Welt focusieren.
Diffuses nicht, aber paralleles inkohaerentes.
Inkohärent und parallel widerspricht sich schon fast und ist eher ein sehr künstliches Produkt. Dazu hier ein Gegenbeispiel:
Du nimmst 10 He-Ne-Lasergeräte und richtest deren Strahlen zu einem parallelen Strahlenbündel aus. Diese 10 Einzelstrahlen, die untereinander NICHT kohärent sind, focusierst Du mit einem Parabolspiegel auf einen Punkt oder besser, Du versuchst es, denn es wird nicht funktionieren. Die 10-fache Strahlungsintensität im Brennpunkt, die Du wahrscheinlich erwarten würdest, wirst Du nicht erreichen. Ganz anders sieht es aus, wenn Du die 10 Teilstrahlen mit einem Strahlenteiler aus einer Laserquelle gewinnst. Die Teilstrahlen sind dann untereinander kohärent und können theoretisch bis auf etwa halbe Wellenlänge im Brennpunkt mit 10-facher Intensität focusiert werden.
Licht, das aus einer nahezu punktförmigen
Lichtquelle kommt, ist aber immer kohärent.
Wieso das?
Weil auf einer Fläche, deren Abmessung nicht wesentlich größer als die Wellenlänge ist, nur ein Schwingungs- bzw. Phasenmodus pro Polarisationsebene existieren kann. Dieser breitet sich dann als kohärente Kugelwelle aus
Kohaerent bedeuted doch parallel,
nicht unbedingt. Meistens eher radial. Parallel ist ein Sonderfall bei Laserlicht, optisch gebündeltem Licht oder bei sehr großem Radius.
mit gleicher
Frequenz, gleicher Polarisation und gleicher Phase: wieso
sollte jede punktfoermige Lichtquelle das zustande bringen.
Frequenz und Polarisation sollen ja jetzt gleich sein. Aus o.a. Gründen kann eine punktförmige Lichtquelle keine Moden unterschiedlicher Phase abstrahlen.
Parallele
Lichtstrahlen entstammen auch immer einer kohärenten
Lichtquelle.
Ebenfalls wieso? Es ist durchaus vorstellbar, dass
Lichtstrahlen zwar parallel laufen, aber sich in Frequenz,
Polarisation und Phase unterscheiden.
Beschränken wir uns wieder auf den Phasenunterschied: Wie gesagt dieses Szenario mit den 10 Laserquellen ist sehr künstlich und kommt in Natur und Technik eigentlich nicht vor. Ein paralleles Strahlenbündel ist im Normalfall Lückenlos und kann als solches nur existieren, wenn die Phasenlage über den gesamten Querschnitt gleich ist.
Nimm zB einen winzigen
Gluehfaden im Brennpunkt einer Parabel. Das ergibt paralleles
Licht (wie wir ja gerade am beweisen sind) aber nicht
kohaerentes (wegen ungleicher Polarisation, Wellenlaenge und
Phase).
Versehen wir also die Lampe mit einem Polfilter und einem hochselektivem Farbfilter. Wir erhalten dann automatisch kohärentes Licht, wenn der Glühfaden oder das Loch einer vorgesetzten Blende hinreichend klein ist.
Vor Erfindung des Lasers hat man so kohärentes Licht erzeugt.
Das darfts Du nicht verwechseln mit der
Kohärenzlänge, die ein Maß dafür ist, inwieweit Licht bei
großen Laufzeitunterschieden noch interferieren kann.
Nun, die Kohaerenzlaenge kann bei parallelem Licht durchaus
gegen null gehen (Gluehfaden s.o.).
stimmt fast, denn größer als die Wellenlänge sollte sie schon sein
Z.B. ist das Sonnenlicht auf der Erde nicht ganz kohärent.
Deshalb läßt es sich auch nicht auf einen Punkt focusieren.
Auch das Sonnenlicht ist alles andere als kohaerent, es ist
nur nahezu parallel. Trotzdem wird es von einer Parabel
verstaerkend gebuendelt. Dass es nicht in einem Punkt
gebuendelt wird liegt nicht primaer an mangelnder
Parallelitaet sondern daran, dass die Sonne kein Punkt sondern
optisch eine Scheibe ist (wobei das eine das andere bedingt).
Mit der Parallelität hat es eigentlich garnichts zu tun. Wäre das Sonnenlicht völlig inkohärent, würden wir auch an klaren Tagen nur einen gleichmäßig weissen Himmel sehen. Würde die Sonne, ähnlich einem Laser, völlig kohärentes Licht abstrahlen, würden wir, unabhängig von Größe und Entfernung der Sonne, nur einen extrem hellen Punkt am Himmel sehen.
Jeder Punkt der Sonnenoberfläche strahlt aber kohärentes Licht
aus, das sich mit einer Optik wieder auf einen Punkt
focusieren läßt.
Kohaerent: nein!
Bezogen auf eine Farbe und Polarisation auf jeden Fall
Auf einen Punkt fokussieren: nahezu (da das
von diesem Punkt ausgehende Licht bei uns nahezu parallel
ist).
Parallel oder nicht ist unerheblich. Selbst wenn die Punktlichtquelle sehr dicht bei der Optik ist und das Licht garnicht parallel ist, läßt es sich wieder auf einen Punkt (~ Lambda/2 ) focusieren, wenn es kohärent ist.
Die Summe dieser Punkte ergibt dann das
optische Abbild der Sonnenoberfläche. Das Licht des Sirius 
kann man dagegen als absolut kohärent annehmen
parallel, nicht kohaerent
Es ist parallel UND kohärent bezogen auf eine Farbe und Pol-Richtung
Ich gehe davon aus, daß es einen Punkt gibt, in dem sich alle
vom Spiegel reflektierten Wellen verstärken. Das ist genau
dann der Fall, wenn die dort eintreffenden Lichtwellen keinen
Gangunterschied haben.
Hier scheint das Problem zu liegen: Du benutzt
„Gangunterschied“ wo „Phasenverschiebung“ stehen sollte. Beide
stehen zwar miteinander in Zusammenhang, das eine bedingt aber
nicht das andere.
Wenn es für beliebige Frequenzen funktionieren soll, bedingt das eine das andere sogar zwingend.
Dh zur Ausloeschung kommt es nur, wenn das Licht die gleiche
Polarisation, die gleiche Wellenlaenge sowie eine hinreichende
Kohaerenzlaenge hat und eine Phasenverschiebung von Pi.
Deshalb ist die Folgerung „Es wird etwas verstaerkt = kein
Gangunterschied“ nur bei kohaerentem Licht korrekt.
Ich betrachte ja auch nur kohärentes Licht
Meines Erachtens haettest du von der Parabelfunktion ausgehen
sollen und zeigen dass Brennstrahlen durch die Parabel
parallelisiert werden und dabei die gleiche Wegstrecke
zuruecklegen. Damit haettest du eine rein mathematische
Loesung, die nicht auf physikalische Beobachtungen angewiesen
ist.
Dafür hätte ich aber vorher empirisch feststellen müssen, daß
die Spiegelform eine Parabel ist.
Wieso denn? Du gehst heir von einer real existierenden Parabel
(Paraboloiden) aus.
Nein, die Parabel ist erst das Ergebnis des Beweises. Es hätte auch ein Kreis oder eine Hyperbel herauskommen können. Es funktioniert aber offensichtlich nur bei einer Parabel.
Jörg