Liebe Experten,
seltsam dass sich bei einigen reflexiven Verben nur bei der 1. und 2. Person Einzahl unterscheidet, gibt es hierzu eine Regel?
sich vorstellen
ich stelle mich vor
du stellst dich vor
usw.
ABER:
sich etwas vorstellen
ich stelle mir etwas vor
du stellst dir etwas vor
.
.
.
Sie stellen SICH vor (anstatt Ihnen)
Hallo,
das liegt ja wohl daran, dass es im Deutschen (wie in einigen mit ihm näher verwandten Sprachen) nur für die 3. Person (Sing. und Pl.) ein eigenes reflexives (also: auf das Satzsubjekt bezogenes) Personalpronomen gibt: „sich“.
In den slawischen sprachen scheint das anders zu sein, da wird auch in der 1. und 2. Person das reflexive Pronomen verwendet; nach dem Muster, das ich in Wien öfter gehört habe: „wo setzen mir sich hin?“
Gruß!
H.
Lieber Philipp,
du bist da auf ein Fänomen gestoßen, das bei den reflexiven Verben sehr oft auftritt.
Steht bei einem reflexiven Verb nur das Reflexivpronomen, so kann dies im Akkusativ stehen; an Stelle eines andern Akkusativobjekts.
Ich rasiere meine Beine nicht.
Ich rasiere mich nicht.
Tritt nun in diese Konstruktion ein anderes Akkusativobjekt ein, so muss das Reflexivpronomen den Akkusativ verlassen und in den Dativ auswandern.
Ich rasiere mich nie.
Und schon garnicht rasiere ich mir die Beine.
Dies gilt allerdings nur für die „unechten reflexiven Verben“; also die, die sonst einen Akkusativ haben. Nun bezieht sich aber die Handlung auf das Subjekt selbst, das damit auch Akkusativobjekt wird.
Das eben meint „reflexiv“: sich auf das Subjekt rückbeziehend.
Sicher weiß Kreszenz einen Link zu unechten reflexiven Verben; du kannst aber selber mal googerln gehn mit diesem Begriff.
Versuchs mit: waschen, putzen, kämmen, …,
Ich grüße dich; grüß du mir die Heimat!
Fritz