Refluxösophagitis

Hallo, noch ´ne Frage:
mein 8 Wochen alter Cousin hat (noch) keine Refluxösophagitis, aber er hat eine Schlußunfähigkeit/ Schwäche des Magensphincters.
Also bis jetzt ist noch nichts unternommen worden (außer daß er abgestillt worden ist und immer in Schräglage liegt und gehalten wird).
Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, eine OP umgehen zu können und was kann man alternativ tun ,um den Muskel zu stärken…o.ä.???

Langfristig dürfte nur ein Fundoplicatio (Magenop) helfen, vorher Säurebinder, hochgelagert schlafen und ähnliche Spielereien. Man bedenke aber das eine chron. Refuxoesophagitis Metaplsien und langfristig auch bösartige Veränderungen hervorrufen kann.
MfG Rudi

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Medical Tribune Kongressbericht
MÜNCHEN - Die meisten der rund acht Millionen refluxkranken Deutschen versuchen sich selbst zu behelfen, statt die Warnsymptome ernst zu nehmen und sich richtig behandeln zu lassen. Die möglichen Folgen reichen von der Ösophagitis bis zum Barrettkarzinom.

Während Helicobacter und Ulkuskrankheit in der westlichen Welt auf dem Rückzug sind, breitet sich die Refluxkrankheit aus. Sie hat sich zur Allerweltskrankheit gemausert – ein gutes Drittel aller Deutschen kennt Sodbrennen, und mindestens 10 bis 20 % werden davon so stark gepeinigt, dass ihre Lebensqualität deutlich eingeschränkt ist, erklärte Professor Dr. Jürgen Hotz, Allgemeines Krankenhaus Celle, auf einer Pressekonferenz des Unternehmens AstraZeneca.

Acht Millionen Deutsche gelten demnach als refluxkrank, 800 000 dieser Patienten bieten endoskopisch den Befund einer Refluxösophagitis. 80 000 schließlich erleiden ernste Folgen wie eine Barrett-Metaplasie, rund 8000 sogar ein Barrettkarzinom. Zwar könnte eine rechtzeitige, gezielte Therapie helfen, solche ernsten Folgeerkrankungen zu verhindern. Doch allzu oft noch wird das Problem Sodbrennen als harmlose Befindlichkeitsstörung abgetan. Deshalb experimentieren Betroffene oft ewig lange auf eigene Faust mit allen möglichen Hausmitteln und rezeptfreien Medikamenten herum.

Manche begeben sich geradezu in ein diätetisches Korsett, um das quälende Brust-Brennen zu vermeiden. Und auch ein typisches Trinkverhalten gibt es. „Von Sekt oder Champagner lassen Refluxkranke die Finger, und trinken statt dessen lieber Bier“, führte Prof. Hotz als Beispiel an. Während der jahrelangen ineffizienten Selbstbehandlung hat die Magensäure genügend Zeit, am Ösophagus teils verheerende Schäden zu setzen.

Arzte müssen „Sodbrennen als Leitsymptom“ vom „gelegentlichen Sodbrennen als Befindlichkeitsstörung“ abgrenzen und die wirksame Therapie mit Protonenpumpenhemmern bei entsprechender Indikation zum Einsatz bringen, forderte der Experte. Die Akzeptanz der Therapie – sowohl gesellschaftlich (Kosten) als auch individuell (Belastung des Patienten) – kann durch den neuen isomeren Protonenpumpen-Inhibitor (iPPI) Esomeprazol gesteigert werden, führte Professor Dr. Wolfgang Rösch, Krankenhaus Nordwest, Frankfurt, aus. Denn das reine S-Enantiomer von Omeprazol verfügt über eine deutlich bessere klinische Wirksamkeit: Benötigte man bei der akuten Refluxösophagitis bisher eine etwa achtwöchige Therapie mit Omeprazol in Standarddosierung, genügt mit Esomeprazol (40 mg/die) die halbe Zeit. In vier Wochen schafft das S-Enantiomer die gleichen Heilungsraten wie sein gemischt-drehender Bruder in acht (über 80 %). Zudem werden die Patienten schneller symptomfrei. Ein höherer Preis ist dafür nicht zu zahlen – im Gegenteil. Esomeprazol, das im Herbst als Nexium MUPS® auf den deutschen Markt kommen soll, wird in der 40-mg-Dosierung genauso viel kosten wie 20 mg Omeprazol (als Antra MUPS®). Durch Verkürzung der Behandlungsdauer wird also unterm Strich gespart.

Patienten mit endoskopisch nachweisbarer Schleimhautläsion rät Prof. Rösch zur Dauertherapie mit 20 mg Esomeprazol. Die übrigen Refluxkranken können den modernen iPPI jedoch bei Bedarf schlucken.

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