Reform des Bildungssystems

Wo seht ihr einen Ansatz unser Bildungssystem zu ändern?
Sollte es schulgerechte Kinder oder kindgerechte Schulen geben?

Hallo,

Wo seht ihr einen Ansatz unser Bildungssystem zu ändern?
Sollte es schulgerechte Kinder oder kindgerechte Schulen
geben?

Schulgerecht und kindgerecht :wink:
Speziell in der Grundschule:
Es müsste ein besseres Schüler-Lehrer-Verhältnis geben, so dass individuelles Lernen wirklich möglich wird. Der Unterricht sollte so interessant gestaltet sein, dass die natürliche Wissbegierde der Kinder erhalten bleibt, aber dennoch Leistung fordernd.

Beatrix

Ich sehe das ähnlich. Aus deinen Ausführungen erkenne ich, dass du eher zu einer kingerechten Schule tendierst. Der Leistungsbegriff in Bezug auf Kinder ist mir meist etwas schwammig. Die Leistungsbeurteilung in der Schule ist in meinen Augen sehr fragwürdig. Ich sehe eine verbale Beurteilung als günstiger. Das hat den Vorteil, dass der Lehrer sich tatsächlich über ein gesamtes Schuljahr mit seinen Schülern auseinandersetzen kann. Das fördert, dass von dir angesprochene Lehrer-Schüler-Verhältnis. Der Lehrer ist in der Lage einen sogenannten Entwicklungsverlauf zu beobachten, zu erkennen und entsprechende Fördermaßnahmen einzuleiten.
Gruß Poolnudel

Ich sehe das ähnlich. Aus deinen Ausführungen erkenne ich,
dass du eher zu einer kingerechten Schule tendierst. Der
Leistungsbegriff in Bezug auf Kinder ist mir meist etwas
schwammig. Die Leistungsbeurteilung in der Schule ist in
meinen Augen sehr fragwürdig. Ich sehe eine verbale
Beurteilung als günstiger.

Ich kenne beide Formen der Beurteilung und kann für beide Vor- und Nachteile erkennen. Verbale Beurteilung - kann sehr individuell gestaltet werden, so dass für die Eltern klar herauskommt, wie ihr Kind wirklich steht, wo Schwachstellen und Stärken liegen. Nachteil: ich habe schon erlebt, dass Eltern in die Texte alles mögliche hineininterpretiert haben (wie bei Arbeitszeugnissen üblich), was dann aber zu Fehlinterpretationen führt.
Zensuren - klare Klassifizierung (zu denen Menschen nun mal auch neigen!), guter Vergleich möglich, wie das Kind steht, aber keine individuellen Kenntnisse über Stärken und Schwächen.
Bei uns damals (DDR) gab es immer eine Kombination aus Text und Zensuren, dies würde ich tatsächlich für das Optimale halten.

Mit Leistung meine ich, dass die Kinder eben wirklich lernen sollen und nicht nur spielen oder nur das lernen, was sie vielleicht von selbst gerne machen. d.h. auch in der Schule sollte man lernen, Dinge zu tun, die man nicht so gerne macht („Pflichten“!). Es gibt ja für jede Klassenstufe Lernziele, diese sollten auch durch die Kinder erreicht werden. Wenn ich (und die Lehrerin) nicht etwas Druck gemacht hätte, dann würde mein Kind immer noch nicht lesen können, weil er es eben nicht gerne macht und sich lieber vorlesen lässt…

Beatrix

Hallo!
Mir ist das Bildungssystem der DDR bekannt. Ich habe alles durchgelernt, von 1. bis 13. Klasse mit Berufsausbildung.
Ich möchte folgendes zu diesem System sagen:
unsere Lehrer standen in einer ganz anderen Verantwortung zu ihren Schülern, d.h. sie mussten über ihre Lernerfolge und die Leistungen ihrer Schüler Rechenschaft ablegen. Das hat einen gewissen Erfolgsdruck auf die Lehrer produziert. Den wiederum haben sie auf die Schüler weitergeben. Was nicht zum Nachteil von uns war. Ein weiterer gewichtiger Grund ist die Ideologie die damit verfolgt wurde.
Die Elternarbeit der Lehrer war meiner Ansicht vorbildlich. Ich kann mich erinnern, dass mein Klassenlehrer mindestens einmal im Jahr bei uns zu Hause war. Die Teilnahme der Eltern an „Elternabenden“ war ein ungeschriebenes Gesetz. Es gab auch Ausnahmen. Meistens waren das bekannte Problemfälle (bitte nicht als Verallgemeinerung betrachten). Die Beurteilung meiner Person, erfolgte mit Einblick auf meine sozialen Verhältnisse.
Eine Mischung aus verbalen und benoteten Beurteilungen lässt ein abgerundets Bild zu. Da gebe ich dir vollkommen recht.
Den Druck den die Lehrer auf uns ausüben konnten, war ein Zusammenspiel zwichen Elternhaus, Schule und System. Bekanntlicher Weise erzeugt Druck immer Gegendruck. Wir als Schüler befanden uns in einer anderen Position, wie die heutige Schülerschaft. Wie oben schon erwähnt hat die etwas schwächere Stellung als Schüler für mich bis heute noch keine negativen Auswirkungen. Mir ist durchaus bekannt, dass ein sauerer Apfel nicht süßer wird auch wenn ich diskutiere.
Gruß
Poolnudel