regelmäßig oder unregelmäßig

Weiter unten die Verweise zur „Gesellschaft zur Stärkung der Verben“ haben bewirkt, daß mir augefallen ist, daß ich überhaupt nicht genau die Festlegung der regelmäßigen Verben kenne.

Sind es nur die Verben nach dem Schema
sagt - sagte - gesagt,
oder gehören dazu auch die Verben, die nach dem Prinzip
salzen - salzte - gesalzen
gebildet werden?

Hallo,

Regelmäßig sind zwei Gruppen von Verben.
1.) die schwachen, z.B. sagen - sagte - gesagt
2.) die starken, z.B. singen - sang - gesungen, d.h. Stammvokalwechsel (der nach einem historisch erklärbaren Muster erfolgt) und Präteritum 3. Sg. endungslos, Ptz. II mit Endung -en

Die anderen Verben sind entweder völlig unregelmäßig (z.B. gehen - ging - gegangen, weil auch Konsonantenwechsel, sein - war - gewesen, weil völlig verschiedene Stämme) oder sie bilden das Präteritum schwach und das Partizip stark oder umgekehrt (wie salzen - salzte - gesalzen) oder sie vermischen starke und schwache Bildungsweise (können - konnte - gekonnt, weil schwache Endungen aber trotzdem Vokalwechsel), und dann gibt es noch Verben, die je nach Bedeutung stark oder schwach gebeugt werden (hängen - hängte/hing - gehängt/gehangen). Ich hoffe, ich habe nichts vergessen

Gruß

Marco

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Hallo,

Regelmäßig sind zwei Gruppen von Verben.
1.) die schwachen, z.B. sagen - sagte - gesagt
2.) die starken, z.B. singen - sang - gesungen, d.h.
Stammvokalwechsel (der nach einem historisch erklärbaren
Muster erfolgt) und Präteritum 3. Sg. endungslos, Ptz. II mit
Endung -en

Die anderen Verben sind entweder völlig unregelmäßig (z.B.
gehen - ging - gegangen, weil auch Konsonantenwechsel, sein -
war - gewesen, weil völlig verschiedene Stämme) oder sie
bilden das Präteritum schwach und das Partizip stark oder
umgekehrt (wie salzen - salzte - gesalzen)

Ich muß die Frage also berichtigen:

Eigentlich wollte ich wissen, ob die Verben wie salzen - salzte - gesalzen auch noch zu den schwachen Verben gerechnet werden,

falls nur die Möglichkeiten schwach oder stark bestehen.

falls nur die Möglichkeiten schwach oder stark bestehen.

Es bestehen aber nicht nur die Möglichkeiten schwach oder stark. Wenn du W.Bush nacheifern möchtest und eine Schwarz-Weiß-Einteilung suchst, dann gibt es nur die Zweiteilung in regelmäßige und unregelmäßige Verben. Und salzen ist unregelmäßig.

Gruß

Marco

Verzeih, Marco, wenn ich hier etwas eingreife! :wink:

Regelmäßig sind zwei Gruppen von Verben.

Richtig ist: Wir haben drei Gruppen von Verben:

  1. regelmäßige oder schwache
  2. unregelmäßige oder starke
  3. gemischte, bei denen die Merkmale der regelmäßigen und der unregelmäßigen

1.) die schwachen, z.B. sagen - sagte - gesagt
2.) die starken, z.B. singen - sang - gesungen, d.h.
Stammvokalwechsel (der nach einem historisch erklärbaren
Muster erfolgt) und Präteritum 3. Sg. endungslos, Ptz. II mit
Endung -en

Das ist wieder richtig!

Die anderen Verben sind entweder völlig unregelmäßig (z.B.
gehen - ging - gegangen, weil auch Konsonantenwechsel,

gehen, ging, gegangen ist nicht unregelmäßiger als singen, sang, gesungen! Ich weiß nicht, wo man diese Unterscheidung macht.

sein - war - gewesen, weil völlig verschiedene Stämme)

Das ist in der Tat ein ganz auffallender und ausgefallener Fall.

oder sie bilden das Präteritum schwach und das Partizip stark oder umgekehrt (wie salzen - salzte - gesalzen)

oder backen, buk/backte, gebacken/gebackt. Dabei ist zu beobachten, dass die unregelmäßigen Formen auf dem Rückzug sind. Nur wenn sie eine eigene Bedeutung annehmen, können sie sich halten; wie deine Beispiele „hängen, etc.“ zeigen.

oder sie vermischen starke und schwache Bildungsweise (können - konnte - gekonnt, :weil schwache Endungen aber trotzdem Vokalwechsel),

„Können“ als Beispiel ist hier nicht so einschlägig. Bessser zeigen die Verben: „brennen, rennen, nennen, kennen, wissen, denken, bringen“ dieses Phänomen.

Gruß Fritz

Verzeih, Marco, wenn ich hier etwas eingreife! :wink:

Verzeih Fritz, wenn ich widerspreche.

Regelmäßig sind zwei Gruppen von Verben.

Richtig ist: Wir haben drei Gruppen von Verben:

  1. regelmäßige oder schwache
  2. unregelmäßige oder starke
  3. gemischte, bei denen die Merkmale der regelmäßigen und der
    unregelmäßigen

Ich finde immer noch, daß starke Verben zu den regelmäßigen Verben zählen, denn ihre Konjugation folgt einer Regel, und das ist ja wohl die Definition von regelmäßig. Ich gebe zu, daß die Ablautreihen nur historisch erklärbar sind, aber es ist halt trotzdem eine Regel da. Außerdem gebe ich zu, daß deine Einteilung für deutschlernende Ausländer pädagogisch sinnvoller ist.

1.) die schwachen, z.B. sagen - sagte - gesagt
2.) die starken, z.B. singen - sang - gesungen, d.h.
Stammvokalwechsel (der nach einem historisch erklärbaren
Muster erfolgt) und Präteritum 3. Sg. endungslos, Ptz. II mit
Endung -en

Das ist wieder richtig!

Die anderen Verben sind entweder völlig unregelmäßig (z.B.
gehen - ging - gegangen, weil auch Konsonantenwechsel,

gehen, ging, gegangen ist nicht unregelmäßiger als singen,
sang, gesungen! Ich weiß nicht, wo man diese Unterscheidung
macht.

Weil eben auch Konsonantenwechsel, und (s.o.) singen regelmäßig stark ist.

sein - war - gewesen, weil völlig verschiedene Stämme)

Das ist in der Tat ein ganz auffallender und ausgefallener
Fall.

oder sie bilden das Präteritum schwach und das Partizip stark oder umgekehrt (wie salzen - salzte - gesalzen)

oder backen, buk/backte, gebacken/gebackt. Dabei ist zu
beobachten, dass die unregelmäßigen Formen auf dem Rückzug
sind. Nur wenn sie eine eigene Bedeutung annehmen, können sie
sich halten; wie deine Beispiele „hängen, etc.“ zeigen.

oder sie vermischen starke und schwache Bildungsweise (können - konnte - gekonnt, :weil schwache Endungen aber trotzdem Vokalwechsel),

„Können“ als Beispiel ist hier nicht so einschlägig. Bessser
zeigen die Verben: „brennen, rennen, nennen, kennen, wissen,
denken, bringen“ dieses Phänomen.

nennen usw. ist genau dasselbe Phänomen wie können, nämlich das was Grimm (?oder ein anderer historischer Germanist) Rückumlaut genannt hat. können kommt von konnjan, und nennen von nannjan, was zeigt, daß eigentlich die Präsensformen dieser Verben unregelmäßig sind, während Präteritum und Partizip regelmäßig schwach sind. wissen, denken, bringen sind in der Tat noch besondere Fälle.

Gruß

Marco

Um auf die ursprüngliche Frage zurückzukommen:

Sind Verben, die die Formen -n, -te, -en haben, demnach jetzt schwach, stark oder überhaupt nichts davon?

Um auf die ursprüngliche Frage zurückzukommen:

Sind Verben, die die Formen -n, -te, -en haben, demnach jetzt
schwach, stark oder überhaupt nichts davon?

mahlen, salzen, und spalten bilden ihr Partizip II nach der starken Konjugation und das Präteritum nach der schwachen.

Also sozusagen Zwitter (das habe ich mir gerade ausgedacht).

Die Begriffe „schwach“ bzw. „stark“ beziehen sich auf die Konjugationsendung; „regelmäßig“ und „unregemäßig“ beziehen sich auf den Verbstamm.

Grüße
Uschi

Das Thema hat zu viele Aspekte, um es hier in extenso darzulegen. Darum erlaube ichmir den Hinweis für wirklich Interessierte. Hier sind die von mir genannten „Regelmäßigkeiten“ im Einzelnen nachzulesen.
Gruß Fritz

Verben:

http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Inflecti…

Flexionsklassen

http://www.canoo.net/services/OnlineGrammar/Inflecti…

Die Verben lassen sich in verschiedene Flexionsklassen einteilen. Im Flexionswörterbuch steht bei jedem Verb zu welcher Flexionsklasse es gehört.

Die Flexionsklassen unterscheiden sich durch teilweise unterschiedliche Flexionsmuster in den verschiedenen Zeiten und Modi. Diese Flexionsmuster sind in den Flexionstabellen dargestellt. In der Beschreibung einer Flexionsklassen zeigen Links zu den entsprechenden Flexionstabellen, wie zu dieser Klasse gehörende Verben flektiert werden.

Wir unterscheiden die folgenden Flexionsklassen:

Flexionsklassen
Regelmäßige Verben
Unregelmäßige Verben
Modalverben
haben, sein und werden

Regelmäßige Verben

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Die Flexion regelmäßiger Verben kennzeichnet sich u.a. dadurch, dass der Verbstamm grundsätzlich in allen Zeiten und Modi unverändert bleibt. Die meisten Verben gehören der Klasse der regelmäßigen Verben an.

Alle regelmäßigen Verben
Flexionstabellen regelmäßige Verben
Die regelmäßigen Verben unterscheiden sich in den Zeiten des Präteritums und beim Partizip Perfekt von den unregelmäßigen Verben.

Unregelmäßige Verben

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Unregelmäßig nennen wir Verben, deren Stamm nicht in allen Zeiten und Modi gleich ist. Die wichtigste Veränderung ist der Vokalwechsel zwischen Stamm des Präsens, Stamm des Präteritums und Stamm des Perfekts. Farbig hervorgehoben sind die jeweiligen Stämme: der Präsensstamm, der Präteritumstamm und der Perfektstamm.

Stammformen:
Präsens Präteritum Partizip Perfekt
gehen ging gegangen
fahren fuhr gefahren
verlieren verlor verloren

Alle unregelmäßigen Verben

Besonderheiten:

· Ablaut in Stammformen

Flexionstabellen unregelmäßige Verben

Die unregelmäßigen Verben unterscheiden sich in den Zeiten des Präteritums und beim Partizip Perfekt von den regelmäßigen Verben.

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