Hallo,
seit heute früh um 09 Uhr blättere ich u.a. in den www Seiten umher: ich habe schon Gesetzestexte gelesen und will nun mal wissen, was ihr von folgendem fiktiven Fallbeispiel haltet:
es geht um einen AN, der in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis steht(kein Azubi).
Im Vertrag, den ich zufällig gefunden habe steht, die „regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit beträgt 40 Stunden.[…]Überstunden sind bei Bedarf ohne zusätzliche Vergütung zu leisten.“
Auch im Vertrag enthalten ist eine Verschwiegenheitsklausel: „umfasst auch den Inhalt dieses Vertrags (einschließlich des vereinbarten Arbeitsentgelts.)“
Der AN hat den Vertrag erst so spät erhalten, dass er den rückdatierten Vertrag beschloss besser nicht zu unterschreiben.
Und hier meine Überlegung:
nehmen wir an, regelmäßig angeordnet seien aber folgende Arbeitszeiten: Mo-Do 8 bis 18 Uhr und Fr 8 bis 16 Uhr. Nehmen wir auch an, der AN würde maximal 1h Ruhepause machen. So komme ich auf 43 Stunden statt 40. also regelmäßig 3 Überstunden.
damit würde auch regelmäßig die gesetzlich geregelte Arbeitszeit von max 8 Stunden überschritten: § 3 Arbzg.
UND: was wäre wenn der AN regelmäßig zusätzlich zu den 3 Überstunden die aus den Arbeitszeiten resultieren weitere Überstunden machen müsste- z.b. bis weit in die Nacht hinein- sagen wir z.B. bis 01 Uhr, begrenzen wir es mal bis 03:00 Uhr. Sagen wir mal dies würde sogar öfter in einer Woche vorkommen, so dass es vorkommt, dass die gesamte Arbeitszeit manchmal knapp 80 Stunden in einer Woche beträgt.
Und: dass Arbeit an Feiertagen und Sonntagen oft noch hinzukommt - quasi als „es ist nicht nur dein Beruf sondern deine Berufung“ vorausgesetzt wird.
Meines erachtens würde solch ein AG gegen allesmögliche verstoßen, auf jeden Fall gegen mein Empfinden von Recht, Ordnung und Sitte, ja fast gegen Menschenrechte. Sagen wir aber dieser AG hätte seinen Sitz in Deutschland.
Welche Möglichkeiten gäbe es da glimpflich aus der Situation rauszukommen, ohne weiterhin benachteiligt zu werden - z.B. durch Arbeitslosengeld, was gestrichen wird, weil man selbst kündigt.
Ich habe mich heute wie schon erwähnt versucht etwas Schlau zu machen und überlege gerade sogar Jura zu studieren. Leider geht es nicht um mich, sonst wäre ja das schon mal eine Alternative zu diesem Kack-Job, der aber anscheinend in der Branche so üblich ist.
Folgende Möglichkeiten habe ich gefunden:
a) selbst Kündigen
Contra: die Joblage ist ehr schlecht, die Bezahlung in der obigen Angelegenheit aber auch. Wie ist das mit ALG? welche Ansprüche hat man da?
b) sich kündigen lassen
– das ist wohl eh schon so halb im Gange, da der AN nach langer Zeit zum ersten Mal gesagt hat, dass es so nicht laufen kann. Obwohl eigentlich klar ist, dass AN für AG momentan nicht erseztbar ist. Da AN seit Monaten auf Kollegen wartet der die Überstunden übernimmt.
– was kann man tun, damit aber im Arbeitszeugnis nichts unfaires drin steht? bzw. dass da vor allem nicht drin steht: personenbedingte Kündigung, die von Nachteil für AN wäre.
bestimmt kommt jemand auf die Idee mit AG könnte man vielleicht einfach reden, aber ich glaube das ist tatsächlich nicht möglich, ohne dass man mit glühenden Ohren, von mindestens lauten Tönen bis auch möglicherweise auch von fliegenden Fäusten, geht.
c) Betriebrat
gibt es nicht
d)Gewerkschaft
habe ich heute angerufen und es wird eingetreten - Termin für Gespräch ist gemacht.
e)da Burn-Out Syndrom schon längst angekommen
erstmal krank sein? geht aber schlecht, da ja wie immer so viel zu tun ist.
f) Arbeitsgericht direkt einschalten?
Sprechzeiten sind leider zu den Arbeitszeiten, Anwaltskosten wären bei dem Lohn natürlich untragbar-und dieser Schnösel von Chef hat sicherlich auch einen guten Anwalt. Wie hoch wären die Chancen einen Prozess zu gewinnen, wenn AN kein Beweismaterial hat, was Arbeitszeiten und ÜBerstunden angeht (Arbeitszeiten werden nicht erfasst, auf Lohnabrechnung sind auch keine Stunden erwähnt AN hat die Stunden nie aufgeschrieben) lediglich seine Kollegen könnten bezeugen, wie es da zugeht (Viele von ihnen sind aber so froh über diesen -ich wiederhole mich gerne Kackjob, dass sie sich möglicherweise zu A***kriechern entpuppen könnten, denn die Situation ist dort wohl auch schon immer so und der eine oder andere verdient wohl auch mehr)
Ich würde mich sehr, wirklich sehr über eure Meinung, rechtliche Hinweise und Tips für mögliche Verhandlungen*1 freuen
*1 ach, hab ich vergessen zu erwähnen: nach einer geforderten Gehaltserhöhung - wurde vor versammelter Mannschaft dem AN allerhand vorgeworfen, und zwischen den Zeilen eine Kündigung angedroht - er solle froh sein… wenn nicht, sei er wohl falsch dort.
AG wiederum würde ja damit eigentlich nicht nur seine eigene Verschwiegenheitsklausel, sondern auch gleich Vertraulichkeitspflichten verletzen.
Darf AN im Gegenzug seine nicht unterschriebene Verschwiegenheitspflich verletzen, und z.B. der Gewerkschaft davon erzählen?
Fragen über Fragen
und mir fällt sicherlich noch mehr ein.
Erstmal verbleibe ich aber abwartend und mit vielen dankenden Grüßen.
Jakob
würde mich über eine weitere freuen.