Regeln beim Essen mit Kindern

Hallo,

es würde mich interessieren ob es bei euch feste Regeln/Rituale beim Essen gibt. Beispiel: Es wird am Tisch sitzen geblieben, bis alle gegessen haben. Alle essen zusammen, keiner beginnt zum Essen, bevor nicht alle sitzen usw.
Welchen Sinn erkennt Ihr in solchen Regeln?

Gruß
Michael

Also erstere Regel wurde bei mir Zuhause schon sehr früh abgeschafft ^^ Und zwar als ich dann gelernt hatte, dass man das in Gesellschaft macht, aber Zuhause wurde das nie erzwungen.

Das gemeinsame Beginnen hat vor allem den Zweck, eine gemeinsame Bindung zu schaffen.
Dadurch dass ich beim Vollzeitdoppelstudium kaum zu Hause bin, oder wenn, dann zu anderen Zeiten, und mein Vater als Diabetiker sehr strenge Essenszeiten einhalten muss,merke ich das.
Es ist irgendwie schade, wenn ich heim komme haben meine Eltern meistens schon gegessen und ich muss alleine in der Küche sitzen.
Oder es ist was leckeres gegesssen worden was ich nur noch aufgewärmt bekomme oder halt gar nicht, weil ich nicht da war.

Man tauscht sich dann auch weniger aus, das ist schade.
Bei uns war Essen immer auch der Zeitpunkt, an dem sich über den Tag ausgetauscht wurde. Das passiert jetzt weniger.

Wenn man aber, wie ich es in der Familie einer Freundin erlebt habe, jeder so anfängt zu Essen wie man will, kann man auch gleich ganz einzeln essen weil es je nachdem, was es gibt, sehr unterschiedlich lang dauert.
Und der Koch kriegt zuletzt Essen und sitzt dann allein, auch doof (und frustrierend).

Andere Rituale waren:
Muttern kocht- ich decke den Tisch bzw. ich koche- Muttern deckt den Tisch.
Das fällt einfach unter Arbeitsteilung, grade zum Schluss kann Essen kochen kompliziert sein und so ist es einfacher, das Essen zum richtigen Zeitpunkt auf die gedeckten Teller zu bringen.

lg
Kate

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Kate,

danke für Deinen Beitrag!
Bindungen herstellen, ja das hört sich gut an. Auch Achtung und Respekt wäre für mich ein Punkt. Nicht das meine Kinder MICH achten, sondern später andere Menschen. Kommunikation am Essenstisch, auch das sehe ich immens wichtig.

Gruß

Michael

Nicht das meine Kinder MICH achten, sondern später andere Menschen. Kommunikation am Essenstisch, auch das sehe ich immens wichtig.

Moin,

aber auch umgekehrt! Wenn die Kinder sehen, dass auch auf sie mal gewartet wird, ist das für sie ein Zeichen von Wertschätzung, Respekt…

Haelge

1 „Gefällt mir“

Hallo Mikhael,

es würde mich interessieren ob es bei euch feste
Regeln/Rituale beim Essen gibt. Beispiel: Es wird am Tisch
sitzen geblieben, bis alle gegessen haben. Alle essen
zusammen, keiner beginnt zum Essen, bevor nicht alle sitzen
usw.

… nicht zu vergessen:
Kinder vor dem 12. Lebensjahr essen alleine mit dem Kindermädchen (in der Küche, ihren Zimmern)
Kinder, die bereits mit den Eltern am Tisch sitzen SCHWEIGEN
bzw. antworten, wenn sie gefragt werden
das hat idealerweise eine Frage zu sein, aus der Vater und Mutter den augenblicklichen schulischen Wissensstand des Kindes ermitteln können
alternativ kann man eine belehrende Abhandlung zum besten geben, damit das Kind auch beim Essen etwas lernt

Welchen Sinn erkennt Ihr in solchen Regeln?

merkst Du etwas?
Diese Regeln stammen aus dem letzten Jahrhundert

nicht erwähnt hast Du:
man redet nicht mit vollem Mund
man isst mit geschlossenem Mund, geräuschlos
man gebraucht Messer und Gabel zweckbestimmt
man nimmt nur bescheiden
bzw. man wartet, bis man eine Ration zugeteilt bekommt
die isst man auch restlos auf, selbst wenn es nicht schmeckt

so - und nach, wie vor:
das muss man üben, lebenslang, selbst als vermeintlich erwachsener Mensch.
Damit man es nämlich im Notfall in der Öffentlichkeit drauf hat

zuhause und in der Familie kannst Du essen, wie Du willst

viele Grüße
Geli

Hi!

Einige Argumente gelten allerdings (bei uns zuhause zumindest) immer noch:

man redet nicht mit vollem Mund

Denn schließlich sollten die anderen auch verstehen, was gesagt wird.

man isst mit geschlossenem Mund, geräuschlos

zumindest so leise wie möglich - zumindest mir verdirbt lautes schmatzen, rülpsen, etc. den Appetit

man gebraucht Messer und Gabel zweckbestimmt

und ißt nicht mit den Fingern

man nimmt nur bescheiden

und überladet sich den Teller nicht; ich bin so aufgewachsen, das man Essen nicht einfach so wegwirft, deshalb kommt auch nur soviel auf den Teller, was auch wirklich gegessen wird - „nachladen“ kann man sich immer noch …

die isst man auch restlos auf, selbst wenn es nicht schmeckt

siehe oben

zuhause und in der Familie kannst Du essen, wie Du willst

Und wie erklärst Du einem Kind, daß es gerade jetzt (bei Besuch, als Besuch, im Restaurant, etc.) NICHT so wie zuhause essen darf?

Grüße,
Tomh

PS: Das vorige Jahrhundert ist noch gar nicht so lange her :wink:

1 „Gefällt mir“

Moin,

merkst Du etwas?
Diese Regeln stammen aus dem letzten Jahrhundert

nicht erwähnt hast Du:
man redet nicht mit vollem Mund
man isst mit geschlossenem Mund, geräuschlos
man gebraucht Messer und Gabel zweckbestimmt
man nimmt nur bescheiden
bzw. man wartet, bis man eine Ration zugeteilt bekommt
die isst man auch restlos auf, selbst wenn es nicht schmeckt

so - und nach, wie vor:
das muss man üben, lebenslang, selbst als vermeintlich
erwachsener Mensch.
Damit man es nämlich im Notfall in der Öffentlichkeit drauf
hat

Eben. Leider merke ich, dass solche Regeln, die gegenseitigen Respekt bezeugen, heute zunehmend missachtet werden.

zuhause und in der Familie kannst Du essen, wie Du willst

Glücklicherweise. Bei mir gehören obige Regeln i.A. dazu, gerade WEIL ich die Mitmenschen sehr wertschätze mit denen ich meinen Essenstisch teile.

Gruß,
Ingo

4 „Gefällt mir“

Hallo,

Bindungen herstellen, ja das hört sich gut an. Auch Achtung
und Respekt wäre für mich ein Punkt. Nicht das meine Kinder
MICH achten, sondern später andere Menschen. Kommunikation am
Essenstisch, auch das sehe ich immens wichtig.

Da gab es sogar mal eine Studie, dass Kinder, in deren Familie gemeinsames Essen stattfindet, bessere schulische Leistungen haben.
Ich denke, da spielen genau die Dinge eine Rolle - miteinander respektvoll kommunizieren und eine enge Beziehung haben.

Bei uns sind die Regeln auch nicht mehr so starr wie früher - aber

  • Reden mit vollem Mund ist verboten: erstens wird man nicht verstanden und zweitens kann man sich dabei auch schnell verschlucken
  • wir beginnen gemeinsam (Höflichkeit, Achtung gegeneinander), wer fertig ist (also die Kinder), darf auf Nachfrage aufstehen
  • man soll sich nur soviel nehmen, wie man glaubt zu schaffen. Wenn es denn wirklich nicht schmeckt oder ein Rest bleibt, wird es akzeptiert (und je nach Situation beim nächsten Mal drauf hingewiesen, z.B. dass man vielleicht erstmal weniger nehmen soll) - bei uns darf sich jeder selbst nehmen und bekommt nicht zugeteilt.
    -Schmatzen mit offenem Mund, lautes absichtliches Rülpsen usw. wird auch abgemahnt, da wir es einfach eklig finden (Rücksicht auf Andere nehmen!)

Beatrix

Hi!

merkst Du etwas?
Diese Regeln stammen aus dem letzten Jahrhundert

Aha, meinst Du die Neunziger oder Achziger?

nicht erwähnt hast Du:
man redet nicht mit vollem Mund
man isst mit geschlossenem Mund, geräuschlos
man gebraucht Messer und Gabel zweckbestimmt

Ich denke doch, dass dies völlig normale und selbstverständliche Regeln sind. Und zwar auch für Kinder. Wenn sie für Dich nicht gelten, dann möchte ich besser nicht in Deiner Nähe sitzen, wenn Du ißt - mir jedenfalls würde dann mein Essen vergehen…

man nimmt nur bescheiden

ist schon irgendwie sinnvoll, seinen Teller nicht zu überhäufen - dann kann mann nämlich auch seine Portion aufessen.

so - und nach, wie vor:
das muss man üben, lebenslang, selbst als vermeintlich
erwachsener Mensch.

Üben muß man als Erwachsener wohl nur, wenn man es als Kind nicht gelernt hat. Und das empfinde ich als Armutszeugnis für die Eltern.

VG

Hi Geli,

man redet nicht mit vollem Mund
man isst mit geschlossenem Mund, geräuschlos
man gebraucht Messer und Gabel zweckbestimmt

Das versuche ich meinem Kind auch beizubringen und finde das überhaupt nicht altmodisch. Übertreiben sollte man es meiner Meinung nach auch nicht, aber etwas Manieren zu haben schadet auch niemandem.

Ich kann mich immer köstlich amüsieren, wenn ich manche beim Essen sehe, die sich lieber mit dem Gesicht in die Suppe hängen und sich die Wirbel verschieben, anstatt den Arm auch nur einen Millimeter zu heben und Richtung Mund zu führen.

Aber wenn man seinen Kindern nicht beibringen kann, wie man halbwegs ordentlich isst und verletzungsfrei mit Messer und Gabeln umgeht, dann wird es mit dem Rest wahrscheinlich auch ziemlich schwierig…

Gruß
Didi

Hallo Geli,

ich glaube Du hast Dir noch nicht viele Gedanken um Regeln und deren Sinn und Zweck gemacht. Ich finde diese Regeln nicht altmodisch und denke, daß gerade das erziehen ohne Regeln in eine Kultur mündet, wie sie sich momentan bemerkbar macht. Viele Kinder kennen keine Regeln und so leben sie dann auch.

Gruß
Michael

4 „Gefällt mir“

Hallo Michael,

da bei uns zu Haus das Hauptessen (meist abends) als sozialer Event gilgt, bei dem man über den Tag spricht und Pläne schmiedet, etc. pp, gilt das auch, wenn die „Kinder“ und/oder der Enkel da ist.

Wir essen gemeinsam.

Ich persönlich finde die Regel, alle müssen sitzen bleiben, bis der letzte fertig ist, nicht sooo toll. Ich denk, da kann man auch etwas tolerant umgehen. der 2jährige muss nicht still sitzen, bis Oma endlich die dritte Portion Eis genossen hat…

Ansonsten gilt durchaus: mit Essen soll nicht gespielt werden… und jeder isst nur das und so viel, wie er mag (auch wenn halt auf dem Teller was liegen bleibt). Selbst bin ich als Kind dazu genötigt worden, immer alles aufzuessen…

Beste Grüße
Demenzia

Hallo, Mikhael,
eine Mahlzeit am Tag sollte als „Familienritual“ ausgestaltet werden.
Ob das das Frühstück, das Mittagessen, der Nachmittagskaffee oder das Abendessenist, ist eigentlich egal und richtet sich danach, wie die Familienmitglieder das einrichten können. Zumindest an den Wochenenden müßte das eigentlich auf jeden Fall mmöglich sein.

Das gemeinsame Essen fördert den Zusammenhalt und den Dialog in der Familie, erlaubt den Kindern, sich an den Eltern zu orientieren und gemeinsame Regeln für die Familie einzuüben. Außerdem ist dies eine gute Gelegenheit, die Ereignissse des Tages, die Pläne für den nächsten Tag oder allgemein die Familie betreffende Themen zu besprechen. Da alle dabei sind, haben dann alle den gleichen Informationsstand bzw. können sich dazu äußern.

Wenn die Kinder sich selbst bedienen dürfen/können, sollten sie schon aufessen, was sie sich auf den Teller geladen haben. Wird ihnen der gefüllte Teller vor die Nase gestellt, halte ich allerdings dafür, dass sie, wenn sie satt sind, auch etwas auf dem Teller lassen dürfen.

Gemeinsamer Beginn und gemeinsames Ende des Essens sollte schon die Regel sein. Für kleinere Kinder kann man von dieser Regel abweichen; allerdings sollten sie um Erlaubnis fragen, die ihnen möglichst auch gegeben werden sollte.

Grüße
Eckard

Hallo Michael,

eines vorweg, Regeln sind für eine Gemeinschaft da, und nicht die Gemeinschaft für die Regeln - so ist meine Einstellung.
Es gibt in unserer 4-köpfigen Familie „Tischregeln“, die wir sie zum Teil aus unserer Kinderzeit übernommen haben (also, als mein Mann und ich noch selbst Kinder waren und noch gut finden) und zum Teil haben sie sich bei uns so ergeben.
Ein generelles „essen müssen was auf den Tisch kommt“ gibt es nicht, weil immer Irgendwas auf dem Tisch steht, was einer von uns mag. Wer das Gemüse nicht mag, ißt nur Beilage. Aber ich will, dass zu den Mahlzeiten gegessen wird, weil ich verhindern will, dass aus dem zwischendurch Naschen eine ungesunde Hauptmahlzeit wird.
Es müssen nicht alle bis zum Schluß am Tisch sitzen bleiben, vorallem dann nicht, wenn erkennbar ist, dass das Gespräch zwischen den Erwachsenen andauern wird, und die Kinder nur noch ihre Zeit absitzen müssen.
Beim Tisch auf- und abdecken lasse ich mir immer helfen. Denn ich will nicht Dienstbote meiner Familie sein, sondern alle in diese „Familienveranstaltung“ einbinden . Es geht nicht nur um Nahrungsaufnahme, sondern auch um das Teilen eines Stück Zusammenlebens. Das hat sich vorallem in den letzten paar Jahren bewährt, als meine „Kinder“ immer mehr eigene Wege gehen. Das gemeinsame Essen hat sich bewährt für Info-Austausch und für die Pflege von Zusammengehörigkeit.
Wir bestehen nicht darauf, wie zu meiner Zeit als Kind, auf 3 gemeinsame Mahlzeit, aber eine gemeinsame Mahlzeit sollte es am Tag geben, und wenn wir uns kurz bei Tisch treffen (einer mit Brot auf dem Teller, der andere mit seiner Müslischale, „komm, wir setzen uns zusammen an einen Tisch, statt im Stehen oder vorm PC zu essen“). Wenn es sich mal ein oder zwei Tage anders ergibt, dann ist das so. Aber wehe, ich koche etwas Gutes, dann haben immer alle Lust auf ein gemeinsames Essen :wink:.

Ich will damit zum Ausdruck bringen, dass das Familienleben sowohl Strukturen (für die Gemeinschaftlichkeit) als auch Chaos (für das Individuum) braucht. Chaos ist immer da, aber eine Struktur kommt ohne Regeln nicht aus. Ich sehe das ganz nüchtern und mit Kalkül, weil mir das Familienleben, so wie es ist, wichtig ist. Und da komme ich auch nicht ohne ein gelegentliches Ordnungsgebell aus.

Mit Grüßen
Reni

Kulturgut, Kommunikation, Gemeinsamkeit
Hi Michael!

auch bei uns gibt es Regeln am Tisch.
Gemeinsam sollte es sein, die Essenszeit ist Familienzeit, ohne PC, Handy oder TV.
Geräusche und Krümelei ist nicht angebracht, Besteck wird zweckmässig benutzt.

Wenigstens eine Mahlzeit am Tag sollte auch Zeit für die Familie sein, Benehmen wird dann fast automatisch gelernt.

Ich fand es erschreckend, dass die Kindergärtnerin damals gesagt hat: „Kinder von heute essen nicht mehr gemeinsam.“

Schön ist auch, dass die Kulturen unterschiedliche Essmanieren haben - und der Unterschied meinen Kindern auffällt!

In einer Zeit, in der immer weniger Zeit für Familie besteht, erscheint mir der „Ruhepol“ einer gemeinsamen Mahlzeit sehr wichtig. Dazu gehören dann auch „moderne“ Benimmregeln (es regnet nicht am nächsten Tag, wenn ich nicht aufgegessen habe, aber was ich mir auf den Teller lade, das ist zum Verzehr bestimmt - es sei denn, es schmeckt mir wirklich nicht!)

Essen ist mehr als Nahrungsaufnahme.

Lieben Gruss
Ulli

Sternchen für deinen Beitrag, du sprichst mir aus der Seele.

Da ich meine Kinder tagsüber nicht sehe, lege ich auch viel Wert darauf, abends gemeinsam an einem Tisch zu essen. Wir reden dann auch während des Essens über alle möglichen Dinge, die am Tag in der Schule so passiert sind.

Auch bleibt jeder solange sitzen, bis alle fertig mit dem Essen sind. Wobei wir auch morgens vor der Schule gemeinsam frühstücken. Ich finde es sehr wichtig und es schmeckt auch umso besser.

Liebe Grüße Herzblume

Hallo Reni,

Dein Beitrag und viele andere gefallen mir.

Gruß
Michael

Hallo!

Dann will ich auch mal :wink:

Ich muss allerdings vorweg sagen, dass mein Sohn erst gut 2,5 Jahre alt ist, d.h. das Einhalten irgendwelcher „Regeln“ handhaben wird durchaus flexibel. Wenn wir merken, er kann etwas nicht, weil er einfach was anderes im Kopf hat, oder er probiert neue Fertigkeiten aus, gibts durchaus Ausnahmen. Und bierernst wird das Ganze auch nicht genommen :wink:

Bei uns ist es so, dass unser Sohn den Tisch deckt. D.h. wir stellen die Sachen in der Küche griffbereit hin, und er stellt sie auf den Tisch. Klar geht da einiges durcheinander, aber im Grossen und Ganzen weiss er, was wohin kommt.
Schwere Sachen, heisse Sachen, scharfe Messer darf er nicht tragen. Und natürlich helfen wir ihm auch, sobald wir die Hände frei haben.
Tisch abräumen ist Erwachsenensache, da ginge zu viel daneben. Ausserdem will er nach dem Essen rumlaufen und spielen, also soll er das auch.
Hintergrund fürs Tisch decken lassen ist zum einen, dass er es gerne macht. Zum anderen lernt er so, was auf den Tisch gehört. Ausserdem überbrücken wir so die Zeit bis zum Essen, die ja wenn man Hunger hat doch recht lang werden kann.

Während dem Essen bleiben wir sitzen, bis alle fertig sind. Das ist einer der Punkte, die nicht immer gut klappen. Und den setzen wir auch nicht immer durch, es kommt einfach auf die Tagesform an. Ist er sehr unruhig, bringt es einfach nichts, er KANN dann nicht still sitzen bleiben. Oder wenn er wenig Hunger hat und schon lange fertig ist.
Hintergrund ist, dass das Essen Familiensache ist, bei der man einfach füreinander da ist, gemeinsam. Der eine isst schneller, der andere langsamer, und je nachdem, was es gibt, unterscheidet sich das. Ich finde es schlimm, wenn auf einmal alle um einen herum aufstehen und weggehen. Alleine essen ist nicht schön.
Ausserdem muss dem Junior oft, wenn er gegessen hat, erstmal eine Grundreinigung zugute kommen, und auch wir Grossen wollen erstmal in Ruhe fertig essen :wink:

Mit vollem Mund wird nicht gesprochen…weil keiner die gekauten Essensreste vom anderen auf seinem Teller wiederfindet, und weil es sich furchtbar anhört.
Ebenso wird nicht geschmatzt oder mit dem Trinken geschlabbert.

Ach ja, und ca. ab einer Stunde vor den grossen Mahlzeiten gibt es nichts Süsses mehr.

Sinn dieser Regeln ist für uns zum einen, dass wir zu Hause in Ruhe essen, sich keiner ekelt dabei.
Zum anderen sind wir der Meinung, was man von klein auf und überall einhalten muss, fällt einem später und in Gesellschaft nicht so schwer. Stichwort Konsequenz.

Klappt übrigens wirklich gut, auch wenn es sich vielleicht ungemütlich anhören mag :wink:
Ob das so bleibt, muss die Zeit bringen, unser Sohn ist ja noch klein.

Liebe Grüsse
Bine

Hallo,
alle diese Regeln mußte ich als Kind und Jugendliche befolgen.Ich fand es immer grausam.
Als ich meinen Mann in Indien kennenlernte und er mich zu sich nach Hause zum Essen einlud (tibetische Großfamilie) war ich freudig überrascht wie fröhlich es bei ihnen am Tisch zuging und alle kamen und gingen, alles völlig unkompliziert.Der Tisch war immer voll besetzt mit wechselnden Gesichtern. Es wurde gequatscht, gelacht und gegessen.Wer fertig war stand auf und ging.
Meine Kinder machen das auch so. Sie kennen allerdings auch unsere deutschen Regeln und kommen damit gut klar wenn wir z.B. bei meiner Mutter zum Essen sind.
Gruß,
Claudia

es würde mich interessieren ob es bei euch feste
Regeln/Rituale beim Essen gibt. Beispiel: Es wird am Tisch
sitzen geblieben, bis alle gegessen haben. Alle essen
zusammen, keiner beginnt zum Essen, bevor nicht alle sitzen
usw.
Welchen Sinn erkennt Ihr in solchen Regeln?

Gruß
Michael

Hallo Ulli,
ich stimme Dir zu (Sternchen), bis auf

aber was ich mir auf den Teller lade, das ist zum Verzehr
bestimmt - es sei denn, es schmeckt mir wirklich nicht !)

Du redest doch hoffentlich von Kindern.
Wir haben es immer so gehandhabt, dass bei allen (neuen und alten) Gerichten unsere drei Kinder probieren durften (mußten) und dann entscheiden konnten, ob sie davon essen wollten. So wurde zum Beispiel irgendwann der vorher abgelehnte Rosenkohl zu einem gerne gegessenen Gemüse.
Nicht akzeptiert hätten wir, dass eines der Kinder sich den Teller vollädt oder volladen läßt, um dann zu erklären, es schmecke ihm nicht.
Gruß Fritz

1 „Gefällt mir“