Moin
Regeln werden dann befolgt, wenn ihr Sinn eingesehen wird oder
aus Furcht vor Strafen.
Wirklich? Ich zumindest denke, es gibt noch weitere Gründe für
die Regeleinhaltung - z.B. Gewohnheit oder Bequemlichkeit und
weitere Gründe für die Nichteinhaltung z.B.
Fundamentalwiderstand, Aufmerksamkeitsheischung …
Und genau deswegen bestreite ich, dass es immer zielführend
ist, den Sinn von Regeln zu vermitteln, da dies ein sehr
„technokratischer“ Ansatz ist. Wenn z.B. Regelmissachtungen
erfolgen, um Aufmerksamkeit zu erhalten (meine Vermutung für
einen guten Teil der Rebellen), dann hilft Dir der Ansatz
Sinnvermittlung oder Strafe wenig. Und u.a. um diese Fälle
geht es mir …
Hm…
Wenn mir der Sinn einer Regel einleuchtet, werde ich sie aber aller Wahrscheinlichkeit auch dann nicht brechen, wenn ich Aufmerksamkeit erregen will.
Ein Beispiel: Wenn jemand die Regel gut findet, keine Zigarettenkippen auf den Boden zu werfen, dann wird er auch keine Kippen hinwerfen, um aufzufallen. Er würde sich ja anschließend selbst über die Kippen ärgern.
Wenn jemand jedoch keinen Sinn darin sieht, z.B. mit Krawatte beim Essen zu erscheinen, dann wird er sie weglassen, entweder wenn er Aufmerksamkeit erzeugen will, und/oder um durch sein Handeln darauf aufmerksam zu machen, dass er diese Regel sinnlos findet. Umgekehrt wird jedoch ein Schuh drauß, da hast du recht. Will meinen: auch wenn einer die Sinnhaftigkeit einer Krawatte nicht sieht, wird er trotzdem eine tragen, wenn er keine Aufmerksamkeit erregen will oder die Strafe fürchtet (z.B. Ausschluss vom Essen).
s. oben, ich halte Deinen Ansatz für zu „technokratisch“, da
für mich beim Regelmissachten sehr viel zwischenmenschliches
mitspielt. So gibt es in meiner Nähe genug Fälle, wo ich
behaupte würde, dass alleine die Änderung der Person, die die
Regeln vorgibt oder die Einhaltung kontrolliert, zur Akzeptanz
von Regeln führen kann, die bei einer anderen Person vehement
bestritten wurden. Das hat dann aber sicher nichts mit
Sinnhaftigkeit zu tun:wink:
Das sehe ich anders. Wenn einer die Sinnhaftigkeit einer Regel erkennt, wird er selbst darauf achten, diese einzuhalten. Dabei spielt es für ihn weder eine Rolle, wer diese Regel ursprünglich erlassen hat, noch wer außerdem die Einhaltung kontrolliert.
Erst wenn es um das Einhalten von Regeln geht, wo der Sinn eigentlich nicht so recht klar ist, kommen IMHO die oben von dir erwähnten Kriterien zum tragen.
Das Beispiel in dem anderen Posting mit der Geschwindigkeitsbeschränkung finde ich nicht schlecht. Wenn jemand einsieht, dass hier eine Beschränkung sinnvoll ist, wird er sich daran halten. Er wird vermutlich sogar sauer, wenn andere dort rasen, weil er der Meinung ist, dass diese sein Leben mit gefährden. Sieht jemand die Beschränkung nicht ein, wird er vermutlich eher zu schnell fahren, es sei denn er geht davon aus, dass dort geblitzt wird (Strafe). Ob diese Regel vom Staat erlassen wird, spielt im ersten Fall keine Rolle. Im zweiten Fall hingegen schon. Vermutlich wird der Mensch auf den Staat und seine „sinnlosen“ Regeln schimpfen.
Gruß
Marion