Hallo,
meine Familie möchte sich gerne einen Regenwassertank einbauen.
Um z.B das Regenwasser für die Toilettenspühlung zu nutzen.
Wir sind 5 Personen und wohnen in der Nähe von Hamburg (man sagt ja hier regnet es extrem viel
)
Nun ja… wieviel Liter sollte dieser Regentank aufnehmen können?
auf welche Kriterien sollten wir beim Kauf achten?
Danke für eure Tipps
Wir haben eine 8 m3 Zisterne und haben das Ding erst einmal leer gehabt (nach 2 Monaten Trockenheit) bei einem vierköpfigen Haushalt. Wir verwenden das Wasser sowohl im WC als auch in der Waschmaschine und sind sehr zufrieden. Als Pumpe kommt ein Hauswasserwerk für 180 EUR zum Einsatz. Das Wasser wird im Fallrohr zunächst durch einen Laubabscheider vom Gröbsten befreit und läuft dann in die Zisterne. Dort wird es an der Oberfläche abgesaugt. Der flexible Schlauch hängt hierzu an einem Ballon. Sedimente erwischt man so keine. Ein Messingfilter stoppt Schwimmstoffe und ein Feinfilter vor der Pumpe erledigt den Rest. Die Pumpe hat einen Druckschalter, der bei Druckabfall automatisch nachpumpt. Einen Druckbehälter haben wir nicht und haben ihn auch noch nicht vermisst.
Wir haben in den Spülkästen zwei Einläufe, die jeweils absperrbar sind. Einen (alten) für Weisswasser und einen für Grauwasser. Sollte die Zisterne leer sein, kann im Spülkasten die Versorgung umgeschraubt werden. So sind beide Wasserläufe strikt getrennt. Leichter ist es allerdings einfach Wasser in die Zisterne nachzufuellen.
Die Zisterne sollte professionell verlegt werden, da sie im Verhältnis zum Erdreich leichter ist und aufschwimmen kann - was dann sehr unangenehm werden kann.
Zudem solltet ihr mal nachrechnen, ob sich der Aufwand lohnt, da ja auch fuer Abwaesser durch Gruawasser Gebuehren entstehen. Da muss dann ein zweiter Wasserzaehler her, der alle fuenf Jahre ausgetauscht bzw. neu geeicht werden muss. Die Anschaffung und die notwendigen Rohrinstallationen (Wasserwege strikt(!) trennen) sind auch nicht ohne, so dass sich das bischen Einsparung beim Weisswasser kaum lohnt - der Loewenanteil der Gebuehren entfaellt ja auf das Abwasser.
Zur Dimensionierung des Tanks hatte ich mal ein Rechenblatt, was ich aber leider nicht mehr finde. Neben der Regenmenge kommt es auch auf die Verteilung aufs Jahr an. Wenn reglemaessiger Niederschlag garantiert ist, kann die Zisterne kleiner ausfallen, da keine „Durststrecken“ zu ueberbruecken sind. Ansonsten muss fuer die maximal zu erwartende Durststrecke der Verbrauch entnommen werden koennen - mit einem kleinen Puffer wg. Sedimenten usw.
Ich wuerde die Sache mal von einem Profi durchrechnen lassen (vielleicht im Rahmen eines Angebots).
Hoffe die Info hilft erst mal.
Hallo F. Schenke,
zur Berechnung des notwendigen Behältervolumens gibt es Berechnungshilfsmittel im Internet (Bsp: http://www.mall.info/produkte/regenwasserbewirtschaf…)
Nach meiner Erfahrung macht der Kaufpreis des Tanks höchstens 1/4 … 1/3 der Gesamtkosten aus.
Gruß Uwe
Hallo,
die Stadt Hamburg hat eine umfangreiche Broschüre zum Thema Regenwasserbewirtschaftung herausgegeben, hier sind einige Hinweise ab Seite 42 angegeben, siehe http://www.hamburg.de/contentblob/135118/data/regenw… . Zahreiche Hersteller von Zisternen bieten Berechnungsprogramme online an, siehe z. B. http://www.abwshop.de/go/abw2/home/hintergrundinfo/w… .
Zu beachten ist insbesondere, was mit überlaufendem Wasser passieren soll. Wenn der Notüberlauf an den Kanal angeschlossen werden soll, muss meist ein teurer Rückstauverschluss oder sogar eine Pumpe eingebaut werden, die verhindern, dass bei Gewitter rückstauendes Abwasser in die Zisterne gelangen kann. Außerdem entfällt dann meist die Gebührenbefreiung, weil man ja den Kanal benutzt. Wenn der Überlauf an eine unterirdische Versickerung (z. B. Rigolenversickerung = unterirdisches Kiesbett) angeschlossen wird, muss hierfür eine wasserrechtliche Erlaubnis beantragt werden. In Wasserschutzzonen bekommt man die aber nicht ohne Weiteres. Da wird im Handel gerne vergessen darauf hinzuweisen.
Es gibt auch von vielen Fachleuten hygienische Bedenken bezüglich der Nutzung zum Wäschewaschen. Da ich kein Trinkwasserexperte bin, sollte das eventuell noch mal separat abgefragt werden.
Gruß,
Thomas
Guten Tag,
bitte verstehen Sie mich nicht falsch, wenn ich Ihnen folgenden Rat gebe:
Ihr Frage zeigt mir, dass Sie sich in das Thema Regenwassernutzung so gut wie garnicht eingelesen haben. Daher empfehle ich Ihnen dies ein wenig zu tun, das geht relativ schnell für einen groben Überblick. Dann können Sie sich Ihre Frage auch ganz leicht selbst beantworten:
Die Größe einer Zisterne ist davon abhängig, in welchem Umfang das Regenwasser genutzt werden soll.
Bei Anlagen für die Haustechnik (Versorgung WC, Waschmaschine und Garten) kann man sich der Bau der Zisterne an den folgenden Leitformeln orientieren:
* Anzahl Einwohner x 1.000 = Volumen Zisterne in Litern und Quadratmeter Dachgrundfläche x 35 = Volumen Zisterne in Litern.
* Beispiel:
Sie errechnen 4.800 Liter - da es keinen Tank mit genau 4800 Litern gibt wählen Sie den nächst größeren mit 5000 Litern. Den Niederschlagswert Ihrer Region finden Sie im Internet oder erfahren ihn bei Ihrer Gemeinde.
Beachten Sie: Keine zu große Zisterne einbauen. Dies reduziert die Eigenreinigungsleistung der Zisterne und Sie werden sich wundern wieviel Wasser Sie doch im Jahr verbrauchen.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen etwas weiter helfen und wünsche Ihnen natürlich viel Erfolg, Für Natur und für Ihren Geldbeutel.
Mit freundlichen Grüßen
Hallo zurück,
also ein paar allgemeine Sachen, ich hoffe sie helfen weiter.
Regenwasser ist problemlos nutzbar für Toilette, Waschmaschine, Garten. Wichtig ist ein guter Vorfilter und auch ein guter schwimmender Filter in der Zisterne. Sofern ein Bagger da ist und das Zisternenloch anfahrbar, ist eine Betonzisterne prinzipiell besser, insbesondere bei hohem Grundwasserstand. Sofern bindige Böden oder Wasser anstehen, ist für Kunststoff in jedem Fall die entsprechende Stabilität zu beachten - Hände weg von billigen Baumarktsachen!
Für das Haus ist generell eine automatische Nachspeisung (im Hausgerät) sinnvoll.
Dass es in Hamburg besonders viel regnet ist übrigens nicht richtig.
Also die Grunddaten: 5 Personen. Relativ hoher Bedarf. Mittlerer Regen. Was fehlt ist die Dachfläche, die angeschlossen wird.
Die Zisterne darf nicht zu klein sein, dann läuft zuviel über, aber auch nicht zu groß, dann läuft sie nie über, was aber wichtig für das Abfließen feiner Stäube und Pollen ist.
Nicht sehr viel falsch macht man mit 5.000 l Volumen. Als Faustregel kann man sonst etwa 35-40 l/m² angeschlossener Fläche nehmen.
Das so als erste Hilfe.
Lieben Gruß
hallo f.schenke,
nur fuer toilettenspülung brauchen Sie 3 m³, meist sind die anlagen am markt aber größer (4-6m³)
zur auswahl + preisvergleich empfehle ich den branchenführer der fbr (www.fbr.de)
mit freundlichem Gruss, Uwe Klaus