Liebe www-ler,
ich komme gerade aus dem sog. Urlaub zurück und brauche jetzt erst recht welchen…
Unsere Urlaubsreise war der totale Flop, ich würde gerne eure Meinunge hören bezgl. der Forderungen, die man realistischerweise an den Veranstalter stellen kann.
Am 12.12.2000 buchten wir über das Reisebüro xy in z eine
Flugreise an die Türkische Riviera zum Preis von 864,- DM. Es
handelte sich dabei um die Reise Türkische Riviera mit 5-Sterne-
Hotel, Paket B, mit Sylvester Gala-Dinner, Dauer vom 26.12.2000 –
02.01.2001 mit Flug ab Hannover.
Zu den Mängeln der Reise im einzelnen und in chronologischer
Reihenfolge:
1.Bei Eintreffen am Hotel am 27.12.2000 gegen 03.00 früh stand
keine Reiseleitung zur Verfügung, dieses führte zu einer
massiven Verzögerung der Zimmervergabe, so dass wir erst gegen
05.00 in unser Zimmer konnten. (Zeugen: xxxxx)
2.Die Unterkunft entsprach nicht im geringsten dem gebuchten
Standard eines 5-Sterne-Hotels; untergebracht wurden wir in
einem Zimmer in einem Bungalow im Simena-Feriendorf, welches
klein, muffig, dunkel, eiskalt und renovierungsbedürftig war und
in keinem Fall 5 Sterne hatte. Da für die Klimaanlage weder eine
Bedienungsanleitung vorlag noch diese von Hotelpersonal in
Betrieb gesetzt wurde haben wir die ganze Nacht gefroren. Das
Bad konnte gar nicht geheizt werden, am Waschbecken stand kein
Warmwasser zur Verfügung, es stand keine Sitzgruppe im Zimmer
zur Verfügung. (Fotos)
3.Bis zum Speisesaal des Hotels Inter-Continental Park, wo wir
Frühstück und Abendessen hatten, war ein Weg von ca. 700 m
zurückzulegen, der nachts teilweise unbeleuchtet war; mehrere
Male wurden wir dabei aufgrund schwerer Regenfälle klitschnass.
Auch dieses war für uns vorher ein Grund gewesen, ein Hotel und
kein Bungalowdorf als Unterkunft zu wählen.
4.Am Vormittag des 27.12. fand in einem benachbarten Hotel eine
Begrüßungsveranstaltung statt, in deren Verlauf wir die
minderwertige Unterbringung reklamierten. Daraufhin wurde uns
vom Regionalleiter von Öger die Unterbringung in einem 5-Sterne-
Hotel bis zum Abend zugesagt (Zeugen: Ehepaar xxxxx).
Diese Zusage wurde nicht eingehalten, obwohl wir am Nachmittag
nochmals bei unserem Reiseleiter die minderwertige Unterbringung
kritisierten. Zudem verweigerte er unseren Wunsch dieses sofort
schriftlich festzuhalten.
5.Am 27.12. Orientierungsfahrt nach Phaselis, in deren Verlauf
der Reiseleiter bezüglich der zusätzlich zu bezahlenden
Besichtigungspakete mit Eintritt und Mittagessen nach Wünschen
der Gäste bezüglich der Verpflegung fragt. Daraufhin wird von
meiner Freundin ausdrücklich vegetarische Kost verlangt, was vom
Reiseleiter zur Kenntnis genommen wird.
6.Am 28.12. fand eine Fahrt zu den antiken Stätten nach Perge
und Aspendos statt; zur Besichtigung der antiken Stadt von Perge
standen ca. 90 Minuten zur Verfügung, für das antike
Amphitheater in Aspendos ca. 25 Minuten. Die nicht im
Reisekatalog für das Paket B erwähnten Besichtigungen einer
Schmuckfabrik sowie einer Lederwarenfabrik mit anschließenden
Verkaufsveranstaltungen nahmen hingegen jeweils über 2 Stunden
in Anspruch. Diese „Butterfahrten“ waren nicht gebucht und nicht
Bestandteil des Reisepakets B. Aufgrund dieser
Werbeverkaufsveranstaltungen Rückkehr zur Unterkunft erst gegen
19.00 Uhr. (Zeugen: xxxxx)
7.Am Abend wird nochmals die Art der Unterbringung beim
Reiseleiter reklamiert.
8.Am 29.12. Aufbruch zur Fahrt nach Pamukkale. Dort Eintreffen
gegen 15.00 Uhr, Besichtigung von Hierapolis und den
Kalksinterterrassen in 2 Stunden. Am Vormittag des 30.12.
Besichtigung einer Teppichfabrik mit erneuter anschließender
Verkaufsveranstaltung über 2,5 Stunden. Im Reiseprospekt wird
für die Besichtigung von Hierapolis der Nachmittag des 1. Tages
und für die Besichtigung der Kalksinterterrassen der Vormittag
des 2. Tages angegeben. Auch ist nicht von einer mehrstündigen
Werbeveranstaltung mit Butterfahrtcharakter die Rede.
9.Im Verlauf der Werbeveranstaltung in der Teppichfabrik wird
ein Mittagessen serviert, ein vegetarisches Essen für meine
Begleiterin steht trotz entsprechender Order am ersten
Ausflugstag nicht zur Verfügung. Die Nachfrage wird mit dem
Satz: „Wieso, Sie hatten doch einen Salat und eine Suppe; Sie können ja um das Fleisch herum essen“ beantwortet.
10.Am Abend des 30.12. Rückkehr in die wieder ausgekühlte
Unterkunft, erneute Reklamation der Unterbringung.
11.Am 31.12. Ausflug nach Antalya; die im Prospekt beschriebene
Stadtrundfahrt besteht aus den Hinweisen: „dies ist die
Fressstrasse mit den Döner-Buden, dies ist die Handy-Strasse,
hier sind die meisten Ärzte niedergelassen, hinter diesen Läden
ist die Altstadt.“ Die ebenfalls im Prospekt beschriebene
Altstadtführung findet nicht statt. (Zeugen: xxxx)
12.Auf der Rückfahrt wird den Fahrgästen eröffnet, dass alle
Gäste des Gala-Dinners, die nicht bereit sind zusätzlich 20,- DM
für kostenlose Getränke am Sylvesterabend zu bezahlen in einem
anderen Hotel feiern müssen. Dadurch werden die Gäste, die
diesen zusätzlichen Betrag nicht zahlen wollten, genötigt ihn zu
zahlen, wenn sie mit Ihrem Reisepartner zusammen den
Jahreswechsel feiern wollen.
13.Nach mehrfachen Drängen erklärt sich der Reiseleiter bereit
auf der Rückfahrt bei der Öger-Zentrale in Kemer Beanstandungs-
Protokolle zu holen, die im Anschluss ausgefüllt werden müssen.
Zeitlicher Aufwand dafür über 2 Stunden.
14.Nachdem zuvor vom Reiseleiter immer behauptet worden war,
dass Busse von der Feier in Antalya im 20-Minuten-Takt zurück
zur Unterkunft nach Camyuva fahren, eröffnet uns der
Reiseleiter, dass für alle nur eine gemeinsame Rückfahrt um
01.30 möglich ist.
15.Aufgrund einer mangelhaften Organisation der Feier wird der
Nachtisch erst um 00.30 über eine Stunde nach dem Hauptgang
serviert, die drei weiteren in der Speisekarte ausgeschriebenen
Gänge werden gar nicht mehr serviert. Getränke werden ab 23.30
nicht mehr serviert. (Zeugen: xxxx)
16.Obwohl es hieß, dass von den 20,- DM für die freien Getränke
nur harte Drinks wie Bacardi, Campari und Whisky ausgenommen
seien, wird nicht einmal ein Glas Sekt zum Anstoßen um
Mitternacht angeboten. Die billigste Flasche Sekt kann für 100,-
käuflich erworben werden. (Zeugen: xxxx.)
17.Erst nach mehrfachem Intervenieren beim Hotelmanagement ist
man bereit die Holzkeile zu entfernen, mit denen sämtliche
Notausgänge des Saales, in dem sich schätzungsweise 1000 Gäste
befinden, verriegelt sind.
18.Am Morgen des 01.01.2001 nehmen wir eine feuchte Stelle
unterhalb der Balkontür im Zimmer wahr (ca. 1 qm). Dies wird
sofort der Hotelleitung gemeldet mit der Bitte Abhilfe zu
schaffen. Der Reiseleiter ist bereits abgereist und steht als
Ansprechpartner nicht mehr zur Verfügung. Die Besichtigung der
Felsengräber von Mira findet unter Führung des
Reiseleiters einer anderen Gruppe statt.
19.Da unser Reiseleiter bereits abgereist ist bitten wir den
Leiter der anderen Gruppe darum, die Mängel beim sogenannten
Gala-Dinner und die Feuchtigkeit im Zimmer zu dokumentieren;
dieses wird von ihm abgelehnt mit Hinweis auf unseren
Reiseleiter (der allerdings bereits abgereist ist).
(Zeugen: xxxx)
20.Am Abend des 01.01.2001 werden wir bei starkem Regen
plötzlich darauf aufmerksam, dass unser Zimmer binnen 15 Minuten
stark unter Wasser gesetzt worden ist. Betroffen sind etwa 2/3
des Zimmers, das Wasser steht stellenweise mehrere Zentimeter
hoch. Ein weiteres Bewohnen des Zimmers ist unzumutbar. (Zeugen:
xxxxx, Fotos) Dieser
Umstand wird unverzüglich dem Hotelmanager mitgeteilt mit der
Bitte ein anderes Zimmer zur Verfügung zu stellen. Wir verlassen
mitsamt Gepäck die Unterkunft und begeben uns zum Hotel. Ein
Ansprechpartner vom Reiseveranstalter ist nicht mehr aufzutreiben. Die vom
Hotelmanager gegebene Zusage, wir könnten für die letzte Nacht
ein Zimmer im Hotel beziehen wird überholt vom völligen
Stromausfall im Hotel, woraufhin die Hotelgäste in die Bungalows
evakuiert werden. Dabei vergisst man uns offenbar, trotz
mehrfacher Anfragen ist man schließlich nicht in der Lage uns
ein warmes trockenes Zimmer für die Nacht zu stellen. Die Folge
ist, dass wir in der Lobby eines benachbarten Hotels die Nacht
verbringen, da das Inter-Continental Park völlig geschlossen
wird.
In Kurzfassung:
- Unterkunft weit unter Standard, feucht, kalt, ungepflegt
- Eine Nacht ganz ohne Unterkunft
- Eklatantes Missverhältnis des zeitlichen Rahmens für die Besichtigung antiker Stätten gegenüber Werksverkäufen
- Absolut mangelhafte Betreuung durch die Reiseleitung
- Absolut mangelhaftes sogenanntes Gala-Dinner
- Trotz Zahlung von 20,- extra für unlimitierte Getränke Sekt nur ab 100,- DM erhältlich (offenbar wollwissend um deutsche Bräuche an Sylvester)
Liebe www-ler, wie schätzt Ihr die Lage ein, wie hoch sollte die Forderung sein?
Mal ganz abgesehen davon, daß es einfach nur Stress und Ärger war und ich jetzt erst recht Urlaub brauche…
Vielen Dank, Claus


