Mein Stiefvater hatte einen Herzinfarkt und muß nun in die Reha. Normalerweise ist er jedoch derjenige, der meine psychisch kranke Mutter betreut. Während seines kurzen Krankenhausaufenthaltes jetzt konnte ich das übernehmen und bin mit meiner 11 jährigen Tochter für 5 Tage zu meiner Mutter gezogen. Während meiner Arbeitszeit kam eine liebe Freundin der Familie. So haben wir uns über die Tage gehangelt…Was soll ich nun tun, wenn er 3 Wochen in die Reha geht? Wohnin mit meiner Ma? Ich muß dazu sagen, sie ist allein einfach nicht lebensfähig - das weiß aber außer dem eingeweihten Hausarzt und der Familie jedoch niemanand. Das heißt, es gibt keine Pflegestufe ect… Kennt jemand so einen Fall und gibt es Rahakliniken, die Angehörige mitaufnehmen oder in gesonderten Einrichtungen nebenan betreuen?!
Kennt jemand so einen Fall und gibt
es Rahakliniken, die Angehörige mitaufnehmen oder in
gesonderten Einrichtungen nebenan betreuen?!
Ja, unter bestimmten Voraussetzungen geht das. Nur: Auf Basis dieser etwas nebulös ausgedrückten Geheimniskrämerei wird es schwierig.
Es liegt eine psych. Erkrankung vor, die aber nicht bzw. nicht fachärztlich behandelt wird, sondern „nur“ vom Hausarzt? Um welche psych. Erkrankung handelt es sich und warum wird so eine starke Geheimniskrämerei betrieben?
Die Frage stellt sich deshalb, weil unmittelbare Angehörige, was der Stiefvater in Besonderem ist, durch so eine Situation enorm belastet werden. Wenn nicht möglicherweise so ein Herzinfarkt Ausdruck dieser Belastung ist, so ist die Belastung zur Genesung mit Sicherheit nicht zuträglich. Soll auf Dauer ein häusliches Wohn-(und ggf. Pflege-)umfeld erhalten werden, ist es eigentlich unabdingbar, dass man sich gewissen Dingen stellt. Das heißt auch ein Aufbrechen der Tabuisierung, zumindest in gewissem Rahmen.
Es kann sinnvoll sein, dass eine „gemeinsame“ Reha (in welcher Form auch immer, ob als „Begleiter“ oder ebenfalls „Aktiver“) anzustreben, es kann aber auch sinnvoller sein, über andere Lösungen nachzudenken, damit der Stiefvater unbelastet und in Ruhe an seiner eigenen Genesung arbeiten kann.
Gleichzeitig bleibt - aufgrund der vagen Angaben ebenso vage! - im Raum stehen, ob der Mutter es wirklich gut tut, wie der derzeitige Zustand ist, auch unabhängig vom aktuellen Rehaproblem. Konkret und ganz direkt die Frage gestellt: Wem nützt die Tabuisierung? Der Betroffenen oder der Familie?