Reichtum und sättigung

hallo leute,

mal eine allgemeine frage in die runde:

als ich studierte, war ich sicher, dass der mensch nur einen gewissen betrag zu, leben bräuchte. es gäbe eine sättigungsgrenze, oberhalb derer man spenden könne und solle.
nun bin ich 42, habe 3-5 kinder und irgendwie das gefühl, ich müsse mein geld horten, damit es ihnen später zugute komme.

dabei können sie ja eigentlich selber erstmal für sich sorgen, wenn sie groß genus sind. (jetzt 3-12).

mich fasziniert mein sinneswandel.
die oma meiner stieftöchter ist mit über 100.000 eiern auf der hohen kante verstorben. das geld kriegt nun der staast (für den behinderten sohn), das finanzamt (für den insolventen sohn) und meine stieftöchter (statt der verstorbenen mutter)…

niemand der kinder hat was vom geld. sie auch nicht.

fragen des lebens.

wem geht es ähnlich.

liebe grüße, philosphisch

tilli

Hallo,

als ich studierte, war ich sicher, dass der mensch nur einen
gewissen betrag zu, leben bräuchte. es gäbe eine
sättigungsgrenze, oberhalb derer man spenden könne und solle.

Ja, die Sache mit der Sättigungsgrenze kenne ich auch. Allerdings verschiebt die sich mit jedem zusätzlich verdienten Euro bei mir immer um mindestens zwei Euro nach oben :wink: Der Appetit kommt eben beim Essen. Dabei bin ich mir durchaus bewusst, dass es mir/uns schon ziemlich gut geht, und spende auch gerne mal für den ein oder anderen guten Zweck, der mich überzeugt, oder halte mal Vorträge für umme, wenn eine sinnvolle Einrichtung noch Programm für eine Veranstaltung zur Seniorenbespaßung oder zum Spendeneinwerben braucht. Aber natürlich sind auch die Autos über die Jahre nicht nur für Hund, Kind und Au-Pair größer geworden, sondern auch zunehmend besser ausgestattet, die Möbel stammen auch nicht mehr alle von IKEA, und erstmals habe ich jetzt auch für einen Fernseher mal richtig Geld ausgegeben. Und natürlich nutzt man die Möglichkeiten die man hat, sich mit dem ein oder anderen guten Tropfen und einem leckeren Essen für eine harte und lange Arbeitswoche zu belohnen. Ich liebe natürlich auch weiterhin einen guten Eintopf mit einem ordentlichen Bier dazu, aber wenn es nicht so drauf ankommt, kauft man doch gerne noch mal ein paar Austern und trinkt dazu ein Fläschchen Kribbelwasser.

nun bin ich 42, habe 3-5 kinder und irgendwie das gefühl, ich
müsse mein geld horten, damit es ihnen später zugute komme.

Na ja, ich würde schon sagen, dass es vernünftig ist eine gewisse Vorsorge für sich und die Familie zu betreiben. Das tue ich auch. Aber ich habe mir meinen eigenen sozialen Standard auch selbst erarbeitet, und bei meiner Frau war es auch so, und das soll bei unserem Sohnemann auch nicht anders sein. Die Immobilie wird ihm hoffentlich schuldenfrei in die Hände fallen, und mehr muss auch nicht sein. Das ist ein seit Generationen im Eigentum der Familie meiner Frau stehendes Anwesen, das wir allerdings zum Großteil auch selbst finanzieren mussten, und es wäre natürlich schon schön, wenn es weiterhin in der Familie bliebe (und wenn er mal wegziehen sollte, kann er mit dem Kauferlös zumindest ein ordentliches anderes Objekt erwerben).

dabei können sie ja eigentlich selber erstmal für sich sorgen,
wenn sie groß genus sind. (jetzt 3-12).

Auf jeden Fall. Meine Frau und ich sind sicher auch nicht gerade in Armut groß geworden, aber große Reichtümer haben wir auch nicht gehabt, und wenn ich mir überlegen müsste, dass sich meine Eltern etwas vom Munde abgespart hätten, nur um mir etwas zu hinterlassen, hätte ich keinen Spaß daran dieses Geld zu verwenden. Umgekehrt ist es einfach ein gutes Gefühl und macht stolz, sich selbst das erarbeitet zu haben, was man heute so hat. Natürlich hat es auch bessere und schlechtere Phasen gegeben, und da ist schon so manches mal der neidische Blick auf die gefallen, denen von den Eltern alles bezahlt und finanziert wurde, aber so unter dem Strich finde ich es so wie es gelaufen ist schon richtig.

mich fasziniert mein sinneswandel.
die oma meiner stieftöchter ist mit über 100.000 eiern auf der
hohen kante verstorben. das geld kriegt nun der staast (für
den behinderten sohn), das finanzamt (für den insolventen
sohn) und meine stieftöchter (statt der verstorbenen mutter)…

niemand der kinder hat was vom geld. sie auch nicht.

Das wäre meine Horrorvorstellung, und ich habe oft mit Nachlassabwicklungen zu tun, bei denen es ähnlich läuft. Da meinen Ehefrauen über Jahrzehnte, dass es „gerade so reicht“ und finden dann nach dem Tode des Ehemanns mit jenseits der 70 100.000e. Da landen nicht unerhebliche Vermögensanteile bei irgendwelchen wildfremden weitläufigen Verwandte und Vater Staat aufgrund hoher Steuern, … Nein, ich schmeiße mein Geld nicht mit vollen Händen aus dem Fenster, und für Junior soll auch noch eine Kleinigkeit über bleiben, aber der Rest ist meins.

Gruß vom WIz

Hallo,

Da

meinen Ehefrauen über Jahrzehnte, dass es „gerade so reicht“
und finden dann nach dem Tode des Ehemanns mit jenseits der 70
100.000e. Da landen nicht unerhebliche Vermögensanteile bei
irgendwelchen wildfremden weitläufigen Verwandte und Vater
Staat aufgrund hoher Steuern, …

alptraum… es gibt eben noch reichlich frauen, die sich nicht kümmern…

gute nacht für heut.

tilli

Servus,

als ich zu einer weisen, paar Jahre älteren Freundin (die in der Ära Ceaucescu erlebte, wie Grenadiere ausschwärmten, um Salz halbpfundweise aus den Haushalten abzuholen, weil in Constantia ein Frachter aus China wartete, den man mit vertraglich zugesichertem, aber nicht vorhandenem Salz füllen musste) sagte „Ich glaube, ich bin mit Löchern in den Taschen geboren - da bleibt einfach nix hängen“, da lächelte V. nur und sagte „Ach weißt Du - ich habe gar keine Taschen“.

In diesem Sinne

MM

alptraum… es gibt eben noch reichlich frauen, die sich nicht
kümmern…

gute nacht für heut.

tilli

Hallo Tilli,
frohes neues Jahr. Es gibt aber auch genügend Männer, die es hervorragend verstehen, das Geld für ihre Holde unsichtbar werden zu lassen.
MfG BM

ja, jede menge abgründe…
das führt dann eher zum thema: sättigungsgefühl des partners :wink:

frohe neues.

tilli

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Hallo tilli,

mal eine allgemeine frage in die runde:

als ich studierte, war ich sicher, dass der mensch nur einen
gewissen betrag zu, leben bräuchte. es gäbe eine
sättigungsgrenze, oberhalb derer man spenden könne und solle.

ich muss zugeben, dass ich zur Zeit meines Studiums am Rande der Armut lebte. Mit kleinem Kind und damals ca. 1300 DM in München (die Miete „fraß“ die Hälfte auf), das war nicht einfach.

Als ich dann in Lohn und Brot war, „mussten“ wir umziehen, und das bietet in München einen ordentlichen Kostenschub.

nun bin ich 42, habe 3-5 kinder und irgendwie das gefühl, ich
müsse mein geld horten, damit es ihnen später zugute komme.

Wenn Du dabei z.B. Studium oder eine sonstige gute Ausbildung meinst, ist das sicher nicht verkehrt. Meine Tochter hat Bio und Chemie fürs Lehramt studiert, da war sie nicht traurig, dass ich ihr die grundlegenden Kosten (Miete und Lebensmittel) während des Studiums finanziert habe.

Wer das nicht aus laufenden Einnahmen kann, für den ist es nicht schlecht, etwas dafür auf der hohen Kante zu haben.

dabei können sie ja eigentlich selber erstmal für sich sorgen,
wenn sie groß genus sindg. (jetzt 3-12).

mich fasziniert mein sinneswandel.

Ein bisschen ist der ja auch der Verantwortung Deinen Kindern gegenüber geschuldet.

die oma meiner stieftöchter ist mit über 100.000 eiern auf der
hohen kante verstorben.

Das würde ich auf keinen Fall so wollen. Gut, ich sammle gerade Vermögen an, weil ich die Wohnung gekauft habe, in der ich wohne. Hier verwende ich aber auch nur das Geld, das ich sonst für den Luxus „in München in einer schönen Altbauwohnung leben“ ausgebe. Auch wäre die Wohnung gerade auf jeden Fall verkauft worden, und nach den Möglichkeiten des Münchner Mietspiegels deutlich teuerer geworden.

Aber Geld anhäufen, damit sich irgendwer sonst bereichert? Nee.

Gruß, Karin