Hallo,
als ich studierte, war ich sicher, dass der mensch nur einen
gewissen betrag zu, leben bräuchte. es gäbe eine
sättigungsgrenze, oberhalb derer man spenden könne und solle.
Ja, die Sache mit der Sättigungsgrenze kenne ich auch. Allerdings verschiebt die sich mit jedem zusätzlich verdienten Euro bei mir immer um mindestens zwei Euro nach oben
Der Appetit kommt eben beim Essen. Dabei bin ich mir durchaus bewusst, dass es mir/uns schon ziemlich gut geht, und spende auch gerne mal für den ein oder anderen guten Zweck, der mich überzeugt, oder halte mal Vorträge für umme, wenn eine sinnvolle Einrichtung noch Programm für eine Veranstaltung zur Seniorenbespaßung oder zum Spendeneinwerben braucht. Aber natürlich sind auch die Autos über die Jahre nicht nur für Hund, Kind und Au-Pair größer geworden, sondern auch zunehmend besser ausgestattet, die Möbel stammen auch nicht mehr alle von IKEA, und erstmals habe ich jetzt auch für einen Fernseher mal richtig Geld ausgegeben. Und natürlich nutzt man die Möglichkeiten die man hat, sich mit dem ein oder anderen guten Tropfen und einem leckeren Essen für eine harte und lange Arbeitswoche zu belohnen. Ich liebe natürlich auch weiterhin einen guten Eintopf mit einem ordentlichen Bier dazu, aber wenn es nicht so drauf ankommt, kauft man doch gerne noch mal ein paar Austern und trinkt dazu ein Fläschchen Kribbelwasser.
nun bin ich 42, habe 3-5 kinder und irgendwie das gefühl, ich
müsse mein geld horten, damit es ihnen später zugute komme.
Na ja, ich würde schon sagen, dass es vernünftig ist eine gewisse Vorsorge für sich und die Familie zu betreiben. Das tue ich auch. Aber ich habe mir meinen eigenen sozialen Standard auch selbst erarbeitet, und bei meiner Frau war es auch so, und das soll bei unserem Sohnemann auch nicht anders sein. Die Immobilie wird ihm hoffentlich schuldenfrei in die Hände fallen, und mehr muss auch nicht sein. Das ist ein seit Generationen im Eigentum der Familie meiner Frau stehendes Anwesen, das wir allerdings zum Großteil auch selbst finanzieren mussten, und es wäre natürlich schon schön, wenn es weiterhin in der Familie bliebe (und wenn er mal wegziehen sollte, kann er mit dem Kauferlös zumindest ein ordentliches anderes Objekt erwerben).
dabei können sie ja eigentlich selber erstmal für sich sorgen,
wenn sie groß genus sind. (jetzt 3-12).
Auf jeden Fall. Meine Frau und ich sind sicher auch nicht gerade in Armut groß geworden, aber große Reichtümer haben wir auch nicht gehabt, und wenn ich mir überlegen müsste, dass sich meine Eltern etwas vom Munde abgespart hätten, nur um mir etwas zu hinterlassen, hätte ich keinen Spaß daran dieses Geld zu verwenden. Umgekehrt ist es einfach ein gutes Gefühl und macht stolz, sich selbst das erarbeitet zu haben, was man heute so hat. Natürlich hat es auch bessere und schlechtere Phasen gegeben, und da ist schon so manches mal der neidische Blick auf die gefallen, denen von den Eltern alles bezahlt und finanziert wurde, aber so unter dem Strich finde ich es so wie es gelaufen ist schon richtig.
mich fasziniert mein sinneswandel.
die oma meiner stieftöchter ist mit über 100.000 eiern auf der
hohen kante verstorben. das geld kriegt nun der staast (für
den behinderten sohn), das finanzamt (für den insolventen
sohn) und meine stieftöchter (statt der verstorbenen mutter)…
niemand der kinder hat was vom geld. sie auch nicht.
Das wäre meine Horrorvorstellung, und ich habe oft mit Nachlassabwicklungen zu tun, bei denen es ähnlich läuft. Da meinen Ehefrauen über Jahrzehnte, dass es „gerade so reicht“ und finden dann nach dem Tode des Ehemanns mit jenseits der 70 100.000e. Da landen nicht unerhebliche Vermögensanteile bei irgendwelchen wildfremden weitläufigen Verwandte und Vater Staat aufgrund hoher Steuern, … Nein, ich schmeiße mein Geld nicht mit vollen Händen aus dem Fenster, und für Junior soll auch noch eine Kleinigkeit über bleiben, aber der Rest ist meins.
Gruß vom WIz