Reifenwechsel, Schrauben festgebacken ?

Moien

Es ist mir nun zum 3x passiert: die Schrauben backen in 6 Monaten extrem fest. Selbst ein Schlagschrauber bekommt nicht alle los (ein 3m Hebel aber schon. Wer sagt Gewalt wäre keine Lösung…). Nach einer halben Drehung gehts dann mit der Hand problemlos. Es ist 1x bei Alu, 2x bei Stahlfegen passiert, also nehm ich an es liegt nicht an der Materialkombination Schraube/Felge.

Kann es an der Form liegen?

Es geht um einen Golf 4 mit orignal Alu und Stahlfelgen.

Danke

Moin, moin

Es ist mir nun zum 3x passiert: die Schrauben backen in 6
Monaten extrem fest. Selbst ein Schlagschrauber bekommt nicht
alle los (ein 3m Hebel aber schon. Wer sagt Gewalt wäre keine
Lösung…). Nach einer halben Drehung gehts dann mit der Hand
problemlos. Es ist 1x bei Alu, 2x bei Stahlfegen passiert,
also nehm ich an es liegt nicht an der Materialkombination
Schraube/Felge.

Kann es an der Form liegen?

Es kann an der Form liegen, und damit am Verschleiß der Schrauben/Felgen.
Neue Schrauben zu benutzen, wäre schon einmal eine gute Sache.
Graphitpulver, sparsam nur in die Schraubensitze, eine Andere.
Auf keinen Fall dürfen die Gweinde geschmiert werden !!!
Ich glaube schon, mit neuen Schrauben geht es besser.

Danke

Bitte.
Rochus

Ergänzend zu Rochus’ Tipps:

Beim Golf 4 werden meistens sowohl für Alu- als auch für Stahlfelgen die gleichen Schrauben mit Kegelsitz verwendet. Durch die konische Form ist der Anpressdruck rel. hoch.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das Anzugsdrehmonent etwas kritisch ist. Sehr fest angezogene Schrauben lassen sich nach 1/2 Jahr überproportional schwerer lösen.

Achte auf das empfohlene Anzugsdrehmoment (beim Golf 4 oft 120 Nm, unab. vom Felgentyp).

Bernhard

1 „Gefällt mir“

Na ja Pumpkin,
ich glaube ja fast alles, aber dieses nicht!

Mit einem 2m Hebel schon hättest du die Schraube abgerissen, was soll das dann mit dem 3m Hebel?

Noch eine Scherzfrage zum Wochenende an das Publikum?

Gruß
acuario

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Moien

Achte auf das empfohlene Anzugsdrehmoment (beim Golf 4 oft 120
Nm, unab. vom Felgentyp).

Die 120 Nm stehen auch hier im Handbuch, scheint also zu passen. Nur ob man wirklich 120Nm trifft steht auf einem anderen Blatt. Es wäre evtl. doch Zeit für einen Drehmomentschlüssel.

Danke euch beiden, werds mal versuchen.

cu

Moien

Achte auf das empfohlene Anzugsdrehmoment (beim Golf 4 oft 120
Nm, unab. vom Felgentyp).

Die 120 Nm stehen auch hier im Handbuch, scheint also zu
passen. Nur ob man wirklich 120Nm trifft steht auf einem
anderen Blatt…

Hallo pumpkin,

klar, dass ich jetzt einen Drehmomentschlüssel empfehlen müsste. Für die Radschrauben muss es auch kein Präzisisonswerkzeug sein.

Man kann auch mal einen Drehmomentschlüssel ausleihen oder im Bau- oder Werkzeugmarkt probieren. Die Kraft, die man für das gewünschte Drehmoment bei einem bestimmten Hebelarm aufbringen muss, kann man sich rel. gut merken.

Konkret: 120 Nm bedeutet eine Kraft von 120 N am Ende eines Hebelarms von 1 m Länge bzw. 240 N bei 50 cm langem Hebelarm.
240 N entspricht der Kraft die man benötigt, um auf der Erde ca. 24 kg Gewicht (ca. 1 voller Kasten Bier) hochzuheben.
–> 120 Nm entspr. 24 kg Gewicht an 50 cm langem Schlüssel.

Bernhard

1 „Gefällt mir“

ca. 24 kg Gewicht (ca. 1 voller Kasten Bier)

Hoppla,
versehentlich zu früh auf „abschicken“ geklickt. Da man hier nicht ändern darf, als Korrekturnachtrag:

24 kg Gewicht entspricht ca. 2 vollen Kästen Bier.

Angler überteiben immer ein bisschen
bernd

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Warum Gewinde nicht schmieren ?

Auf keinen Fall dürfen die Gweinde geschmiert werden !!!

Hallo Rochus!

Lt. Deiner Visitenkarte glaube ich, dass Du es mir erklären kannst.
Mach das bitte mal für mich.

Mir ist bekannt, dass man es nicht machen soll.
Aber bei meinen privaten Autos kommt immer ein ganz kleines bischen Fett an das Gewinde, schon seit 15 Jahren.
Da ist noch kein Rad locker geworden, und ich hatte auch noch nie Probleme, die Räder zu lösen.

Ich ziehe die für mich persönlich auch immer gefühlvoll mit der Hand + Radkreuz an, da merkt man gut, wie sich der Konus festkeilt.

Grüße, Steffen!

da merke ich immer schön, wie sich der Konus

Auf keinen Fall dürfen die Gweinde geschmiert werden !!!

Mir ist bekannt, dass man es nicht machen soll.
Aber bei meinen privaten Autos kommt immer ein ganz kleines
bischen Fett an das Gewinde, schon seit 15 Jahren.
Da ist noch kein Rad locker geworden, und ich hatte auch noch
nie Probleme, die Räder zu lösen.

Hallo Steffen,

zwei Gründe:

  1. weniger Reibung am Gewinde --> bei gleichem Anzugsmoment mehr Kraft auf dem Schraubenkopf und damit auf der Felge. Für gleiche Kraft am Kopf müsste das Drehmoment reduziert werden.

  2. weniger Reibung am Gewinde --> Schrauben lockern sich leichter. Das muss nicht zwangsläufig zu lockeren Schrauben führen, aber die Wahrscheinlichkeit steigt. Und mit reduziertem Anzugsmoment aus 1. wird es noch kritischer.

Auch wenn eine einzelne Schrauben fehlt, z. B. durch mechanisches Versagen wie Bruch oder vergesssen anzuziehen, führt dies noch nicht zum Versagen des Verbindung. Wenn man alle Gewinde oder gar den Sitz schmiert, führt dies zu einem systematischen Fehler, dass sich alle Schrauben lockern können.

Freilich ist das ungeschützte Schraubensystem im Schmutz- und Salzbereich nicht optimal, auch von der Montage her mit vielen Einzelschrauben und ohne selbsthaltende Zentrierung. Es ist jedoch seit seit vielen Jahren als Standard mit sehr hoher Zuverlässigkeit bewährt. Bei z. B. einer Zentralschraube werden sehr hohe Anforderungen an die Zuverlässigkeit dieser einzigen Verbindung gestellt, da keine Redundanz mehr vorhanden ist. Das macht sie sehr teuer.

Bernhard

Hallo Bernhard, und „Rochus“ und Steffen und …
ich glaube fast, das mein Beitrag von gestern zu Pumpkins ursprünglicher Frage total untergegangen ist. Und die eigentliche Frage auch.

Seis drum.
Natürlich kann man Radmuttern oder Radschrauben „fetten“, also quasi vorbehandeln.
Soll man sogar. Aber dann immer nur mit Kupferpaste.

Gruß
acuario

P.S. Ich warte immer noch auf den Kommentar von Pumpkin.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Natürlich kann man Radmuttern oder Radschrauben „fetten“, also
quasi vorbehandeln.
Soll man sogar. Aber dann immer nur mit Kupferpaste.

Hallo
also mit dem Einfetten von Radmuttern wäre ich sehr vorsichtig. Zur Auslegung dieser Schrauben und Muttern werden konkrete Reibwerte im Gewinde angenommen. Wenn man das Gewinde fettet werden diese Reibwerte zu klein und somit das Kopf-und Gewindereibmoment zu klein => Schraubenkraft reicht nicht mehr aus => schlecht. Außerdem ist dann die Selbsthemmung nicht mehr in dem Maße gegeben wie es eigentlich sein sollte. Daher würde ich bei dermaßen sicherheitsrelevanten Teilen keine Experimente machen.
Also lieber mit der Drahtbürste saubermachen aber eher nicht schmieren.
einen schönen Tag noch

Ergänzend zu Rochus’ Tipps:

Beim Golf 4 werden meistens sowohl für Alu- als auch für
Stahlfelgen die gleichen Schrauben mit Kegelsitz verwendet.

Hi!

Nein, das stimmt so nicht.
Die original-Schrauben haben einen Kugel-Konus.
Dass es für Stahl- und Alufelgen die selben Schrauben sind, ist richtig,
solange die Felgen Originalteile sind.

Schrauben mit Kegelsitz gehören hauptsächlich zu den Nachrüst- Alufelgenfelgen aus den Zubehörhandel.
Die sind oft auch länger.

Grüße, Steffen!

Ich versteh den ganzen Trubel nich wirklich. Seit ich denken kann, kommt an die Radbolzen aller Autos unserer Familie ne schwarze Paste. Vaddern nennt das „Kollagen-Paste“. Scheint wohl so ne Art Graphitpaste zu sein oder so. Jedenfalls wurde das schon zu DDR-Zeiten im Kühlhaus eingesetzt, um dort sämtliche Schraubverbindungen vor Korrosion zu schützen. Nich viel, gerade so, dass die Mutter nich festgammeln. Viel leichter gehn die Muttern nich ab, aber das Zeug konserviert halt die Gewinde u hält sie sauber. Bisher gabs noch keinerlei Probleme mit verlorenen Radmuttern oder so.

Gruss

Mutschy