Reihenfolge Haus kaufen/verkaufen - Makler/privat

Hallo,

wir wollen unsere sehr gut ausgestattete Doppelhaushälfte (Bj. 2001, steht auf 236qm Erbbaurechtsgrundstück, Kaufpreis inkl. Sonderausstattungen wie Fußbodenheizung, Parkett, damals 265.000 Euro) verkaufen, da wir ein größeres freistehendes Haus gefunden haben, das ziemlich genau unseren Vorstellungen entspricht.

Jetzt stehen wir vor folgenden zwei Fragen:

  • Reihenfolge von Kaufen/Verkaufen: Wenn wir im Januar den Kaufvertrag für das neue Haus unterzeichnen mit dem Ziel z.B. im Sommer einzuziehen, stehen wir unter Zugzwang und MÜSSEN unsere DHH bis dahin verkauft haben. Wenn wir aber mit dem Unterzeichnen warten bis wir einen Käufer für unsere DHH haben, ist vielleicht das andere Haus schon weg. Welche Möglichkeit bietet sich bei der Vertragsgestaltung beim Kauf des freistehenden Hauses (über eine Maklerin) im Hinblick auf den Verkauf von unserer DHH?
  • Privat/Makler?: Sollen wir den Verkauf unserer DHH selbst vornehmen über Anzeigen bei immobilienscout und in der lokalen Zeitung oder ist es sinnvoller, den Verkauf von der Maklerin, über die das freistehende Haus angeboten wird, abwicklen zu lassen? Für uns würden keine Kosten anfallen, da es ein Folgeauftrag ist. Bei welcher Variante (privat/Makler) schätzen Sie die Erfolgsaussichten auf einen raschen Verkauf sowie einen angemessenen VK-Preis größer ein? Wie „abschreckend“ ist die Maklerprovision für Käufer? Wie negativ wirkt sich unser nicht vorhandenes Verkaufgeschick und unsere mangelnde Erfahrung beim Verkauf von Immobilien aus?

Vielen Dank für eine Antwort. Schöne Weihnachtstage!

SonjaV

Hallo,

also ich habe mal ein Haus gekauft, bevor ich meine Wohnung vorher verkauft hätte.

Der Mann von der Bank hat mich angeschaut wie ein rosa Kaninchen und meinte nur: Na, da müssen Sie ihre Wohnung aber schnell verkaufen - von uns gibt’s jedenfalls nix vorher.

Ich hatte Glück: habe die Wohnung innerhalb von 5 Wochen gegen Bar und gut verkauft. Hätte aber auch ganz anders ausgehen können.

Gruß

Peter

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Hallo Sonja!

  • Reihenfolge von Kaufen/Verkaufen: Wenn wir im Januar den
    Kaufvertrag für das neue Haus unterzeichnen mit dem Ziel z.B.
    im Sommer einzuziehen, stehen wir unter Zugzwang und MÜSSEN
    unsere DHH bis dahin verkauft haben.

Der Verkauf Deines Hauses kann binnen weniger Tage über die Bühne gehen, es kann aber auch Jahre dauern, bis Du einen Käufer gefunden hast, der einen akzeptablen Preis zahlt. Du gehst ein enormes - und wenn Du mich fragst, nicht tragbares - Risiko ein, wenn Du den Kaufvertrag für ein Haus unterschreibst, bevor der Verkauf der vorhandenen Behausung in trockenen Tüchern ist.

  • Privat/Makler?: Sollen wir den Verkauf unserer DHH selbst
    vornehmen über Anzeigen bei immobilienscout und in der lokalen
    Zeitung oder ist es sinnvoller, den Verkauf von der Maklerin,
    über die das freistehende Haus angeboten wird, abwicklen zu
    lassen?

Das muß jeder für sich selbst entscheiden. Mit Inseraten und Nutzung des Internets sind die Möglichkeiten des Verkaufs in Eigenregie nicht schlechter als über einen Makler. Du mußt natürlich die Zeit haben, Dich mit dem Verkauf zu beschäftigen.

Wie „abschreckend“ ist die Maklerprovision für Käufer?

Gar nicht. Wenn Du einen Makler beauftragst, wird allein dadurch ein Dritter - also der Käufer - noch nicht zahlungspflichtig. Wer die Musik bestellt, bezahlt sie. Ein Käufer wird die Gesamtkosten des Objekts sehen. Wenn Du vom Käufer verlangst, den Makler zu bezahlen, wird der Kaufpreis um die Höhe des Maklerlohns sinken. Es sei denn, Du triffst auf einen der Leute, die jeden Courtagetraum eines Maklers wie eine amtliche Gebühr ansehen und brav zusätzlich zum Kaufpreis der Immobilie bezahlen.

Gruß
Wolfgang

Hallo

in der heutigen Zeit ein Haus „verkaufen zu müssen“ kann schwierig werden, vor allem, wenn man auch noch einen bestimmten Preis erzielen will oder muss.

Es gäbe die Möglichkeit einen Vorvertrag bzw. Reservierung für das freistehende Haus zu machen, z.B. für 2 Monate, falls kein anderer Käufer vorhanden ist. Aber aufpassen: manche Makler/Verkäufer arbeiten mit Trick 17 - dem potenten Käufer im Hintergrund -.

Bevor ihr nicht zumindest ansatzweise mal getestet habt ob euer Haus überhaupt Interesse findet, solltet ihr von einem Kauf Abstand nehmen.

Fahrt zweigleisig: bietet das Haus selbst an (Internet,lokale Zeitung,Aushang) und gleichzeitig der Maklerin - aber nicht als ALLEINAUFTRAG. So habt ihr die Möglichkeit, falls sich andere Makler auf euer Inserat melden und einen ggf. potentiellen Käufer haben, ohne großes Trara verkaufen zu können an wen ihr wollt.

Den Preis immer etwas höher ansetzen, damit der Käufer Gelegenheit hat zu verhandeln, also: ich will 260.000, dann biete ich an mit 270.000 als VB (Verhandlungsbasis).

Ein Reservierungsauftrag für das freistehende Haus muss kostenlos sein, also keine Gebühren o.ä. falls ihr zurücktretet.

Schönes Weihnachtsfest…