Reihenhaus BJ 76

Hallo,
wir wollen uns langsam aber sicher auf die Suche nach einem Eigenheim begeben… Nun sind wir über eines gestolpert dass die folgenden Angaben hat: BJ 76, neue Fenster (bis auf 2), Reihenhaus (zweites in einer Reihe), Malerarbeiten seien zu machen (logisch), Fußbodenerwärmung im gefließten Teil des Erdgeschosses und Bad, Vollkeller. Ich werde es mir die Tage anschauen und selbstverständlich gibt es keine Entscheidung ohne vorherige intensive Begehungen.

Aber an dieser Stelle: habt Ihr ein paar Tipps, auf was ich auf jeden Fall achten soll, bevor wir uns in etwas verrennen? Was ist bei einem Haus dieses BJ typisch an baldigen Reparaturen? Heizung ist mir klar, Dach? Elektro?

Vielen Dank und LG, Frauke

Hallo Frauke,

wie immer, es können nur oberflächliche oder allgemeine Hinweise von unserer Seite gegeben werden.

Eigentlich musst Du auf alles achten, auch auf die gerade erst neu eingebaute Heizungsanlage, warum dieser V8 Motor im Keller, etc.?

Sende Dir zwei Blätter aus meiner vorhandenen Literatur, aber dass ist nicht der Weisheit letzter Schluß. Wieder meine Empfehlung, falls Du die Anfragen verfolgt hast, wirst Du meinen Standpunkt kennen: Bevor Du eine Immobilie kaufst, frage einen Fachmann, lieber jetzt 1.000 Euro für einen Sachverständigen ausgeben als 100.000 für ein Objekt, was keine 10 Cent Wert ist.

MfG

Bernd

Hallo Frauke.

Nicht nur die Heizung, auch Wasserleitung und Abfluß, wahrscheinlich zu erneuern. Mauerfeuchtigkeit (Nachbarn befragen).

Gruß Vanic.

hallo Vanic,

ich glaube Du bist RAUS:

Bei Mauerfeuchte soll ich den Nachbarn fragen?

Was bitte meinst Du mit Mauerfeuchtigkeit?

Die

  1. tatsächliche Aufnahmefähigkeit von Mauerwerk,
  2. die maximale Aufnahmefähigkeit von Werkstoffen,
  3. evtl. die Aufnahmefähigkei hinsichtlich der Luftfeuchtigkeit,
    hier sollten wir zumindest unter
  4. relativer,
  5. maximaler und
  6. tatsächlicher Luftfeuchtigkeit unterscheiden.

hier: Wir wissen bis dato nicht, um welche Art von Mauerwerk es sich handelt!

MfG

Bernd

Richtig zu 100%
Fachleute, ist das Stichwort, welche Vorort die Fragestellung abtasten und bearbeiten können.

Mit Sicherheit ist einer der größten Schwachpunkte die Wärmedämmung im Verbund mit der Heizung (Zitat V8 ). Der Rest dürfte vernachlässigbar sein.

Salute

Danke Willi.

MfG

Bernd

hallo Vanic,

ich glaube Du bist RAUS:

Danke. Aber trotzdem, es geht um Grundwasserspiegel, bei Lehmboden kann es Probleme bei starkem Regen geben. Die Dichtigkeit der Kellerwände. Nachbarn sind bei Reihenhäusern im gleichen Boot und geben sicherlich gerne böse Erfahrungen weiter. Die wohnen ja schon länger da. Die Bauqualität ist die gleiche. Was kann an einer Befragung falsch sein?

Und jetzt gehe ich „raus“

Gruß Vanic.

hallo Vanic,

ich glaube Du bist RAUS:

Bei Mauerfeuchte soll ich den Nachbarn fragen?

Was bitte meinst Du mit Mauerfeuchtigkeit?

Als Nachtrag.

Habe gerade deine Visitekarte gelesen. Die Auskunft des Nachbars ist „kostenlos“.

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Hi!

Ich habe selbst ein Haus aus dieser Zeit und würde empfehlen, nur dann zu kaufen, wenn laufend gepflegt und modernisiert worden ist.

Wenn Du im Jahr 2006 mit einer Heizung von 1976 anfangen musst, kannst Du das Haus vergessen. Dann wurden wohl auch niemals Fenster gestrichen, das Bad modernisiert, die Elektrik modernen Standards angepasst u.s.w.

Mein Haus wurde seit der Erbauung 1977 in der Familie sinnvoll modernisiert und dennoch habe ich nun bei der Renovierung viel Geld auf den Tisch gelegt.

Natürlich kann man ein Haus im 1976er Originalzustand trotzdem kaufen, der Preis muss dann aber entsprechend sein. Eine Modernisierung von Heizung, Fenstern, Elektrik und ggf. Wasserleitungen kann schnell mal 100.000 Euro kosten, die ich vom KP abziehen würde.

Macht der VK nicht mit - weitersuchen.

Grüße,

Mathias

wie immer, es können nur oberflächliche oder allgemeine
Hinweise von unserer Seite gegeben werden.

Das war mir natürlich klar - ich wollte ja auch erstmal allgemeine Tipps haben, was häufig bei diesem BJ zu beanstanden ist… Bevor ich mich womöglich in ein total unmögliches Objekt verrenne!

Eigentlich musst Du auf alles achten, auch auf die gerade erst
neu eingebaute Heizungsanlage, warum dieser V8 Motor im
Keller, etc.?

Wenn ich die Ausschreibung richtig gelesen habe und den Vermittler richtig verstanden - ist noch keine neue Heizung drin. Zumindest wurde es nicht explicit erwähnt und damit gehe ich davon aus…

Sende Dir zwei Blätter aus meiner vorhandenen Literatur, aber
dass ist nicht der Weisheit letzter Schluß.

Dafür vielen Dank - der Drucker hat seine Arbeit getan…

Bevor Du eine Immobilie kaufst,
frage einen Fachmann, lieber jetzt 1.000 Euro für einen
Sachverständigen ausgeben als 100.000 für ein Objekt, was
keine 10 Cent Wert ist.

Auf jeden Fall!!!

Vielen lieben Dank erstmal soweit! Meine nächsten Fragen werden bestimmt kommen!!!
LG, Frauke

Reparaturen? Heizung ist mir klar, Dach? Elektro?

Hallo,

also ich würde da nicht so schwarzsehen. Wenn der Verkäufer sich auf eine Preisreduzierung von 100.000 Euro einlässt, schön. Kann ich mir aber nicht vorstellen. Denn es gibt gerade Leute, die vieles in Eigenleistung erbringen können, und dann kostet das sicherlich nicht 100.000 Euro. Diese zahlen dann auch sicherlich einen höheren Preis.

Wir haben auch ein Haus von 77 gekauft und mit einem Bekannten, der Architekt ist, das Haus besichtigt. Gasheizung ist von 1989, hält aber die Abgasnormen problemlos ein und ist von einem Markenhersteller mit Edelstahlkessel. Der Heizungsinstallateur hat uns Nachbarn genannt, die ähnliche Geräte aber noch von 77 haben. Er meinte, dass er auf jeden Fall von einer Lebensdauer von noch 15 Jahren bei diesem Gerät ausgehen würde. Der Einbau einer noch neueren Therme mit Brennwert-Technologie würde sich nach dessen Aussage erst in 10 Jahren amortisieren. Von daher sollten wir das natürliche Ende der Heizung abwarten und dann erst modernisieren.

Das Dach ist mit Betondachsteinen gedeckt, leider fehlt in unseren Breiten bei Häusern dieses Alters die Unterspannbahn, so dass wir einmal bei Flugschnee Probleme bekamen. Der Dachdeckermeister (Innungsvorsitzender am Ort) hat das Dach besichtigt und für gut befunden (keine durchgebogenen Dachbalken, Steine dicht). Wenn es Probleme mit Betondachsteinen gäbe, würde dies meistens an Moosbefall etc. liegen. An sonsten würden diese sehr lange halten. Der Nachbar gegenüber hatte auch Flugschnee, dort wird eine Unterspannbahn gezogen und die alten Steine wiederverwendet.

Wir haben auch schon eine Reihe von anderen Häusern mit den gleichen Steinen gesehen, die 15 Jahre älter sind und bei denen das Dach nach wie vor dicht ist. Aber hier sind die Meinungen doch sehr geteilt, manche schwören auf Ziegel und sagen, auf Betondachsteine gibt BRAAS nur deshalb 30 Jahre Garantie, weil sie es nötig haben, andere sagen, Beton hält heutzutage länger als die meisten Ziegel, es gäbe nur sehr teure Ziegel, die besser hielten etc. Da gibt es aber genausoviele Meinungen wie Dachdecker. So schwankten auch die Angebote von 3500 Euro bis 15.000 Euro.

Die Elektrik ist laut Elektroinstallateur in gutem Zustand, hat auch normalerweise keine Ausfallerscheinungen, wenn genug Sicherungen vorhanden sind und die Last damit überschaubar ist.

Das Bad haben wir modernisiert. Der Installateur hat dazu für eine neu einzubauende Dusche die Rohrleitungen verlängert, die vorhandenen Kupferrohre inspiziert und gemeint, dass wegen des niedrigen pH-Werts in unserer Gegend Rohrbrüche eher selten sind. Diese betreffen in der Regel nicht die Rohre selbst, sondern irgendwelche Lötstellen (heute werden die Verbindungen geklemmt), die nicht richtig verlötet wurden. Ein Nachbar von Gegenüber hatte deswegen schon einen Rohrbruch, die anderen aber bisher keine Probleme. Er hat dann die ganze Steigleitung austauschen lassen, was ein paar Tausender kostete. Die Haltbarkeit der Kupferrohre wurde von Installateur auch noch für weitere 10-20 Jahre als unproblematisch angesehen. Verkalkungen waren nicht zu sehen. Anders hätte es ausgesehen, wenn es keine Kupferleitungen wären. Auch heute noch ist Kupfer und Kunststoff mehr eine Geschmacksfrage als eine der Lebensdauer (von sauren Wassergegenden mal abgesehen).

Zusammenfassend kann man wohl sagen, dass wir peu a peu in den nächsten 10-20 Jahren einiges modernisieren werden, ohne dass aber schon jetzt ein konkreter Bedarf absehbar ist.

Ihr seid aber gut beraten, wenn Ihr eine entsprechende Finanzreserve aufbaut, sprich einen Bausparvertrag abschließt.

Die Bausparkassen kalkulieren auf Nummer sicher: http://www.allianz.de/service/magazin/bauen_wohnen/b…

Nach den uns vorliegenden Angeboten könnten wir, wenn wir es heute machen ließen, mit 12.000 Euro für neue Dachziegel und eine neue Heizungstherme mit Brennwerttechnik kalkulieren. Neue Fenster kosten bei uns (wobei wir nur das Glas erneuern müssten, die Rahmen sind noch top in Schuss, Kunststoffenster halten auch sehr lange) 2 Scheiben mit k-Wert 1 mit je 2 Flügeln 160 cm breit mit Einbau etc. 400 Euro. Alles Preise mit Rechnung von alteingesessenen Handwerksbetrieben vor Ort.

Einplanen sollte man auch verbesserte Dämmung (Fassade, Dach).

Die Bausparkassen nennen keine Preise für Rohre oder Elektrik. In einer Wohnung aus 1960 hat ein Elektriker neulich gearbeitet und auch nicht die Stromleitungen ausgetauscht, sondern ein paar neue gezogen und einen neuen Sicherungskasten angebracht, aber nicht aus Sparsamkeit, sondern weil es nicht nötig war.

Grüße
EK

DANKE sagen!!!
Hallo,
ich hatte dann heute einen Besichtigungstermin. Und daher möchte ich mich bei Euch für die Tipps bedanken!!! Zwar wäre preislich noch was drin gewesen (die Heizung war von 85 - aber das Bad wäre fällig…) aber selbst wenn nur Maler und Fensterbauer kämen, lägen wir fast höher als bei einer Doppelhaushälfte keine 200 m weit entfernt… Das sehen wir dann auch nicht ein!

Also, diese Geschichte ist nun beendet. Bin gespannt, was noch so passiert - und nochmals vielen DANK Euch allen!!!

LG, Frauke