Reparaturen? Heizung ist mir klar, Dach? Elektro?
Hallo,
also ich würde da nicht so schwarzsehen. Wenn der Verkäufer sich auf eine Preisreduzierung von 100.000 Euro einlässt, schön. Kann ich mir aber nicht vorstellen. Denn es gibt gerade Leute, die vieles in Eigenleistung erbringen können, und dann kostet das sicherlich nicht 100.000 Euro. Diese zahlen dann auch sicherlich einen höheren Preis.
Wir haben auch ein Haus von 77 gekauft und mit einem Bekannten, der Architekt ist, das Haus besichtigt. Gasheizung ist von 1989, hält aber die Abgasnormen problemlos ein und ist von einem Markenhersteller mit Edelstahlkessel. Der Heizungsinstallateur hat uns Nachbarn genannt, die ähnliche Geräte aber noch von 77 haben. Er meinte, dass er auf jeden Fall von einer Lebensdauer von noch 15 Jahren bei diesem Gerät ausgehen würde. Der Einbau einer noch neueren Therme mit Brennwert-Technologie würde sich nach dessen Aussage erst in 10 Jahren amortisieren. Von daher sollten wir das natürliche Ende der Heizung abwarten und dann erst modernisieren.
Das Dach ist mit Betondachsteinen gedeckt, leider fehlt in unseren Breiten bei Häusern dieses Alters die Unterspannbahn, so dass wir einmal bei Flugschnee Probleme bekamen. Der Dachdeckermeister (Innungsvorsitzender am Ort) hat das Dach besichtigt und für gut befunden (keine durchgebogenen Dachbalken, Steine dicht). Wenn es Probleme mit Betondachsteinen gäbe, würde dies meistens an Moosbefall etc. liegen. An sonsten würden diese sehr lange halten. Der Nachbar gegenüber hatte auch Flugschnee, dort wird eine Unterspannbahn gezogen und die alten Steine wiederverwendet.
Wir haben auch schon eine Reihe von anderen Häusern mit den gleichen Steinen gesehen, die 15 Jahre älter sind und bei denen das Dach nach wie vor dicht ist. Aber hier sind die Meinungen doch sehr geteilt, manche schwören auf Ziegel und sagen, auf Betondachsteine gibt BRAAS nur deshalb 30 Jahre Garantie, weil sie es nötig haben, andere sagen, Beton hält heutzutage länger als die meisten Ziegel, es gäbe nur sehr teure Ziegel, die besser hielten etc. Da gibt es aber genausoviele Meinungen wie Dachdecker. So schwankten auch die Angebote von 3500 Euro bis 15.000 Euro.
Die Elektrik ist laut Elektroinstallateur in gutem Zustand, hat auch normalerweise keine Ausfallerscheinungen, wenn genug Sicherungen vorhanden sind und die Last damit überschaubar ist.
Das Bad haben wir modernisiert. Der Installateur hat dazu für eine neu einzubauende Dusche die Rohrleitungen verlängert, die vorhandenen Kupferrohre inspiziert und gemeint, dass wegen des niedrigen pH-Werts in unserer Gegend Rohrbrüche eher selten sind. Diese betreffen in der Regel nicht die Rohre selbst, sondern irgendwelche Lötstellen (heute werden die Verbindungen geklemmt), die nicht richtig verlötet wurden. Ein Nachbar von Gegenüber hatte deswegen schon einen Rohrbruch, die anderen aber bisher keine Probleme. Er hat dann die ganze Steigleitung austauschen lassen, was ein paar Tausender kostete. Die Haltbarkeit der Kupferrohre wurde von Installateur auch noch für weitere 10-20 Jahre als unproblematisch angesehen. Verkalkungen waren nicht zu sehen. Anders hätte es ausgesehen, wenn es keine Kupferleitungen wären. Auch heute noch ist Kupfer und Kunststoff mehr eine Geschmacksfrage als eine der Lebensdauer (von sauren Wassergegenden mal abgesehen).
Zusammenfassend kann man wohl sagen, dass wir peu a peu in den nächsten 10-20 Jahren einiges modernisieren werden, ohne dass aber schon jetzt ein konkreter Bedarf absehbar ist.
Ihr seid aber gut beraten, wenn Ihr eine entsprechende Finanzreserve aufbaut, sprich einen Bausparvertrag abschließt.
Die Bausparkassen kalkulieren auf Nummer sicher: http://www.allianz.de/service/magazin/bauen_wohnen/b…
Nach den uns vorliegenden Angeboten könnten wir, wenn wir es heute machen ließen, mit 12.000 Euro für neue Dachziegel und eine neue Heizungstherme mit Brennwerttechnik kalkulieren. Neue Fenster kosten bei uns (wobei wir nur das Glas erneuern müssten, die Rahmen sind noch top in Schuss, Kunststoffenster halten auch sehr lange) 2 Scheiben mit k-Wert 1 mit je 2 Flügeln 160 cm breit mit Einbau etc. 400 Euro. Alles Preise mit Rechnung von alteingesessenen Handwerksbetrieben vor Ort.
Einplanen sollte man auch verbesserte Dämmung (Fassade, Dach).
Die Bausparkassen nennen keine Preise für Rohre oder Elektrik. In einer Wohnung aus 1960 hat ein Elektriker neulich gearbeitet und auch nicht die Stromleitungen ausgetauscht, sondern ein paar neue gezogen und einen neuen Sicherungskasten angebracht, aber nicht aus Sparsamkeit, sondern weil es nicht nötig war.
Grüße
EK