Hallo Klaus!
auf einer längeren Reise habe ich einen großen Berg
detaillierter Informationen zu dem Reisegebiet gesammelt, da
der einzige verfügbare Reiseführer sehr mangelhaft war.
Na, das ist doch bestens! Nun stell dir mal vor, jemand möchte in dieses Gebiet reisen, und es gibt keinen guten Reiseführer außer deinem. Er hat vor, ein paar Hundert, oder wenn er reich ist, ein paar Tausend Euro in die Reise zu stecken. Wenn du ihm den einzig guten Reiseführer anbieten kannst, für 49,- Euro, wird er dann nicht geradezu gezwungen sein, ihn zu kaufen?
Mittlerweile überlege ich, ob sich daraus ein Reiseführer
machen lässt.
Ja. Oder genauer: Mit einer Wahrscheinlichkeit von 100 Prozent.
Mein Frage: Ist es bei Reiseführern auch üblich,
dass man erst ein Manuskript schreibt und dieses dann bei
Verlagen einreicht?
Vermutlich.
Reiseführer der Verlage unterscheiden sich
ja stark im Aufbau - man müsste demnach gezielt für einen
Verlag schreiben.
Auf jeden Fall wird der sich freuen, wenn man es macht.
Oder fragt man erst bei den Verlagen an, ob
sie Interesse an einem Reiseführer über xyz haben?
Mehr als „Nein“ sagen können sie wohl kaum, oder?
Anders als bei einem Roman denke ich nicht, dass mir dass
Schreiben eines Manuskripts viel Spass machen wird, wenn die
Aussichten einen Verlag zu finden gering sind.
So. Und genau da muss ich jetzt Einspruch erheben! Ich habe oben schon geschrieben, dass die Leser solcher Reiseführer geradezu GEZWUNGEN sind, ihn zu kaufen, wenn es der einzig gute ist. Also wenn du schon nicht genug Selbstvertrauen hast, an eine Verlagsveröffentlichung zu glauben, und wenn du die Verlage fragen solltest (lass dir dabei professionelle Hilfe geben), und wenn (nur mal angenommen) der Verlag absagt (das ist leider die Regel), dann kannst du die Reiseführer immer noch im Selbstverlag verkaufen. Du musst nur die Reisewilligen finden, die genau in dieses Land reisen wollen, das ist die Zielgruppe. Und das sollte bei dieser Zielgruppe so schwer nicht sein.
Sachbücher zu verkaufen ist bedeutend leichter, als Romane zu verkaufen, weil die Zielgruppe viel klarer auszumachen ist. Und nicht nur deshalb. Romane kauft man, um sie zu lesen, sie sind also austauschbar. Sachbücher kauft man, weil man sie wirklich braucht.
Und noch ein Tipp: Versuche stets, ein Buch erst über einen Verlag zu verkaufen, dann, wenn sich trotz aller Mühe keiner findet, im Selbstverlag, niemals umgekehrt.
Ich spreche aus Erfahrung.
Grüße
Andreas