Reisebuero

hi,

ich wuerde gerne ein reisebuero (im internet) betreiben. das stellt sich mir als reines provisionsgeschaeft dar, aber vielleicht taeusche ich mich…

brauche ich eine best. qualifikation?

wie gross ist der durchschn. rabatt, den mir ein reiseveranstalter einraeumt?

welche risiken bestehen? bzw.
was ist zu beachten?

vielen dank fuer die hinweise!

winnie

hi,

Auch Hi,

ich wuerde gerne ein reisebuero (im
internet) betreiben. das stellt sich mir
als reines provisionsgeschaeft dar, aber
vielleicht taeusche ich mich…

Du wirst duch den Betrieb Kaufmann und Handelsvertreter wenn Du Pauschalreisen verkaufst.

brauche ich eine best. qualifikation?

Nein wenn Du einen Krämerladen betreiben willst, ja wenn Du ein REISEBÜRO betreiben willst. Überleg Dir mal was Du für Fragen hast wenn Du verreisen willst und welche dieser Fragen Du beantworten kannst.

wie gross ist der durchschn. rabatt, den
mir ein reiseveranstalter einraeumt?

Als richtiges Reisebüro verdienst Du zwischen 5% (Flugtickets) und 11% bei Pauschalreisen. Oft ist bei Flugtickets auch ein Nettopreis üblich den Du dann mit Deiner eigenen Marge belegen kannst. Um konkurrenzfähig zu bleiben wird meistens nicht mehr als DM 50,–/Ticket.
Wenn Du Deine Umsätze steigerst bekommst Du u.U. einen „Kickback“ von 0,1% - 1% auf die Steigerung.

welche risiken bestehen? bzw.
was ist zu beachten?

Achte darauf ob Du, rechtlich gesehen, nur Vermittler oder auch Veranstalter bist, dann kommen andere gesetzliche und steuerliche Aspekte zum Tragen. Als Reisebüro hast Du eine gewisse Beratungspflicht, auch im Internet, der Du nachkommen mußt.

Bei der Finanzierung ist darauf zu achten daß viele Reiseveranstalter und Airlines eine Bankbürgschaft verlangen. Diese kann bis zu DM 50.000,-- gehen!
Ebenfalls mußt du beachten daß Du i.d.R. vorfinanzieren mußt d.h. Du bekommst die Tickets von Deinem Händler/Deiner Airline nur gegen Vorauskasse. Die Bezahlung vom Kunden erfolgt aber (rechtlich korrekt) Zug um Zug gegen Aushändigung der Reiseunterlagen. Dazwischen kann durchaus mal eine Woche liegen in der Du den Betrag vorstrecken mußt. Wenn Deine Kapitaldecke zu Dünn ist und Du noch Schulden und Zinsen abzahlen mußt kann das leicht ins Verderben führen.

Bye
Winnie

Danke soweit,

Du wirst duch den Betrieb Kaufmann und
Handelsvertreter wenn Du Pauschalreisen
verkaufst.

heisst, ich unterliege dem Handelsgesetz.

brauche ich eine best. qualifikation?

Nein wenn Du einen Krämerladen betreiben
willst, ja wenn Du ein REISEBÜRO
betreiben willst. Überleg Dir mal was Du
für Fragen hast wenn Du verreisen willst
und welche dieser Fragen Du beantworten
kannst.

tja, so ohne weiteres faellt mir da nix ein - reiseinfos (krieg ich hoffentlich vom veranstalter)

  • rechtliche aspekte(machbar)
    -?

-> gibt es irgendeine MUSS-Qualifikation (Reisekaufmann etc), oder gibt sowas wie die Gilde der Reisekaufleute :smile:??

welche risiken bestehen? bzw.
was ist zu beachten?

Achte darauf ob Du, rechtlich gesehen,
nur Vermittler oder auch Veranstalter
bist, dann kommen andere gesetzliche und
steuerliche Aspekte zum Tragen.

ja, dacht ich mir, will nur vermittler sein.

Als

Reisebüro hast Du eine gewisse
Beratungspflicht, auch im Internet, der
Du nachkommen mußt.

ist das irgendwo fixiert? Wie umfangreich bzw. welche infos so eine beratung beinhalten muss?

. Wenn Deine

Kapitaldecke zu Dünn ist und Du noch
Schulden und Zinsen abzahlen mußt kann
das leicht ins Verderben führen.

ist klar, aber die laufenden kosten bleiben durchs net Relativ niedrig.

Danke!
wl:smile:

Hi Winnie,

heisst, ich unterliege dem Handelsgesetz.

Wast ist ein Handelsgesetz?

brauche ich eine best. qualifikation?

…für Fragen hast wenn Du verreisen ::willst
und welche dieser Fragen Du beantworten
kannst.

tja, so ohne weiteres faellt mir da nix
ein - reiseinfos (krieg ich hoffentlich
vom veranstalter)

Sei mir nicht böse aber da bist Du etwas blauäugig. Du hast vom Reisebüro keine Ahnung und willst eines aufmachen? Weist Du mit folgenden Begriffen was anzufangen:

-Touristenkarte
-Visabestimmungen
-Reiserücktrittskostenversicherung
-Insolvenzversicherung
-Reiserecht im allgemeinen
-Flugrechnen, Single- Double-Open-Jaw
-Bedingungen von Sondertarifen bei Flügen
-Pauschalreisebedingungen
u.s.w.

Wenn nicht, dann lass es oder mach Dich mit einschlägiger Literatur kundig…

  • rechtliche aspekte(machbar)
    -?

Sprengen den Rahmen. Es gibt 100 Bücher über Reisevertrags- und Reiserecht.

-> gibt es irgendeine
MUSS-Qualifikation (Reisekaufmann etc),
oder gibt sowas wie die Gilde der
Reisekaufleute :smile:??

Nein, gibt es nicht. Jeder kann (leider) ein Reisebüro aufmachen und die Kunden in die Wüste schicken.

ja, dacht ich mir, will nur vermittler
sein.

Wann bist Du nur Vermittler??? Wenn Du das nicht weisst solltest Du Dich kundig machen. Dazu reicht dieses Forum nicht aus.

Als

Reisebüro hast Du eine gewisse
Beratungspflicht, auch im Internet, der
Du nachkommen mußt.

ist das irgendwo fixiert? Wie umfangreich
bzw. welche infos so eine beratung
beinhalten muss?

Wenn Du nicht beraten willst oder kannst brauchst Du kein Reisebüro eröffnen da ein Reisebüro lediglich zur Beratung und Vermittlung da ist. Dies ist der ZWECK des Ganzen. Wenn Du nur Tickets verhökern willst dann ist das was anderes.

. Wenn Deine

Kapitaldecke zu Dünn ist und Du noch
Schulden und Zinsen abzahlen mußt kann
das leicht ins Verderben führen.

ist klar, aber die laufenden kosten
bleiben durchs net Relativ niedrig.

Du brauchst einen Compi, einen Anschluß, hast Gebühren und willst von irgendwas leben. Wenn das Geschäft läuft brauchst Du Personal und Geschäftsräume. Außerdem mußt Du auf Deinen Gewinn Steuern zahlen…

Eine wahre Geschichte am Rande: Ein junges Mädchen hat einen Flug nach La Paz per Telefon gebucht, den Preis und die Flugzeiten bestätigt bekommen, das Ticket bezahlt und erhalten.

Nun gibt es aber zwei La Paz, eins in Mexico und eines in Bolivien. Das Mädel wollte nach Bolivien, gelandet ist sie in Mexico. Das Ticket von LAP nach LPB kostete 1.600,-- Märker. Überleg mal wer das bezahlen mußte?

Noch Fragen?

Rolf *derseitsechzenjahrenimreisebüroist*

Hi Rolf,

Wast ist ein Handelsgesetz?

sorry, ~buch.

tja, so ohne weiteres faellt mir da nix
ein - reiseinfos (krieg ich hoffentlich
vom veranstalter)

Sei mir nicht böse aber da bist Du etwas
blauäugig. Du hast vom Reisebüro keine
Ahnung und willst eines aufmachen?

ja.

Weist

Du mit folgenden Begriffen was
anzufangen:

-Touristenkarte
-Visabestimmungen
-Reiserücktrittskostenversicherung
-Insolvenzversicherung
-Reiserecht im allgemeinen
-Flugrechnen, Single- Double-Open-Jaw
-Bedingungen von Sondertarifen bei Flügen
-Pauschalreisebedingungen

schreckt mich nicht ab.
ein teil ist bekannt. einen teil kann man lernen.

Wenn nicht, dann lass es oder mach Dich
mit einschlägiger Literatur kundig…

haettest du ein paar auf lager (bis ich hundert gelesen habe, kann ichs auch lassen)

Wann bist Du nur Vermittler??? Wenn Du
das nicht weisst solltest Du Dich kundig
machen. Dazu reicht dieses Forum nicht
aus.

also IHK fragen, interpretier ich mal.

Als

Reisebüro hast Du eine gewisse
Beratungspflicht, auch im Internet, der
Du nachkommen mußt.

ist das irgendwo fixiert? Wie umfangreich
bzw. welche infos so eine beratung
beinhalten muss?

Wenn Du nicht beraten willst oder kannst
brauchst Du kein Reisebüro eröffnen da
ein Reisebüro lediglich zur Beratung und
Vermittlung da ist. Dies ist der ZWECK
des Ganzen. Wenn Du nur Tickets verhökern
willst dann ist das was anderes.

Als Laie will ich Profis wie Dir garnicht das Wasser abgraben, aber wenn man tickets verkauft, sollte man auch wissen, wofuer und wovon. Vielmehr als tickets verkaufen will ich erstmal garnicht, aber ich muss wenigtens wissen, worum sich das weitere dreht und wo die grenze ist. Es spricht doch wohl nichts dagegen, dass man mit ticket-verhöckern anfängt, oder?

ist klar, aber die laufenden kosten
bleiben durchs net Relativ niedrig.

Du brauchst einen Compi, einen Anschluß,
hast Gebühren und willst von irgendwas
leben. Wenn das Geschäft läuft brauchst
Du Personal und Geschäftsräume. Außerdem
mußt Du auf Deinen Gewinn Steuern
zahlen…

Ich bin vielleicht nicht ganz so blauäugig, wie Du denkst.

Eine wahre Geschichte am Rande: Ein
junges Mädchen hat einen Flug nach La Paz
per Telefon gebucht, den Preis und die
Flugzeiten bestätigt bekommen, das Ticket
bezahlt und erhalten.

Nun gibt es aber zwei La Paz, eins in
Mexico und eines in Bolivien. Das Mädel
wollte nach Bolivien, gelandet ist sie in
Mexico. Das Ticket von LAP nach LPB
kostete 1.600,-- Märker. Überleg mal wer
das bezahlen mußte?

jaja, aber das ist als antibeispiel ja auch ziemlich hergeholt…ein einfahceres waere fuer mich abschreckender. (gibts sicher auch :smile:
Uebrigesn sollte die Elektronik melden, das es zwei lapaz gibt (der Fall spielt verm. in der Vor-Computer-Buchungs-Zeit.)Falls man das nicht weiss.

Rolf *derseitsechzenjahrenimreisebüroist*

jajaja, daher frag ich ja, aber, man muss ja auch neue leute ranlassen. Und die auch Fehler amchen lassen. Du hast doch auch mal angefangen…

Danke und gruss
winnie

PS. ich weiss, dass es schwierig ist, wenn ein blauäugiger trottel das gleiche machen will wie ein profi, aber so ist das manchmal. das das suboptimal ist, weiss ich.

Hi Winnie,

ich habe nix von Trottel gesagt, nur von blauäugig :smile:.

„Exkurs über die Eröffnung eines Unternehmens in einem stagnierenden Markt bei zunehmendem Wettbewerb“(*g*):

Also, Du willst anfangen mit Tickets verhökern übers Internet. Wenn es nur Charterflugtickets sind brauchst Du:

a)Einen Gewerbeschein.

b)Agenturverträge mit den gängigen Charterfluglinien und Reiseveranstaltern (Auszug):

-TUI
-Neckermann
-Air Conti
-Condor
-LTU-Gruppe
-Aero Lloyd
-Hapag Lloyd
-Fly FTI
-Canada 3000
-Air Transsat

die, wie bereits erwähnt, zum Teil Banksicherheiten bis zu DM 20.000,-- verlangen.

c)Eine funktionierende Anbindung an die Buchungssysteme der Anbieter da Deine Kunden von Deiner Seite aus ja gleich die Verfügbarkeit abfragen und buchen wollen.

d)Ein sicheres Zahlungssystem für die Kunden. Gegenüber den Airlines läufts entweder mit Bankabbuchung oder mit Direktinkasso d.h. der Kunde zahlt an die Airline und Du bekommst nur die Provision.

Damit kannst du die gängigen Chaterverbindungen buchen.

Für Linienflugtickets benötigst Du die sogenannte IATA-Lizenz. Um diese zu bekommen mußt Du die Beschäftigung eines Mitarbeiters nachweisen der mindestens zwei Jahre in einem IATA-Reisebüro gearbeitet hat. Außerdem eine Anbindung an START/Amadeus oder SABRE, die zwei großen Rechenzentren für Flugverbindungen. Für die Lagerung von IATA-Tickets ist ein Tresor der Sicherheitsstufe II nötig. Außerdem brauchst Du für den Druck der Tickets einen speziellen Dokumentendrucker. Beim Kauf liegt das Ding glaube ich so bei DM 5000,-, beim Leasing über drei Jahre bei DM 270,-/Monat.
Die Mitgliedschaft in der IATA kostet um die 1000,-- Schweizer Franken pro Jahr.

Mit dieser Lizenz und der Anbindung an einen Großrechner kannst Du selbst, nach einer Schulung, Flugverbindungen nachschauen aber der Kunde kann es noch nicht. Also fix ein Programm gebastelt das die nötige Anbindung herstellt. Unter Umständen werden Lizenzgebühren fällig. Da ich mit solchen Programmen keine Erfahrung habe…

Schau dir mal Flug.de, tiss.de, Start.de oder travel-overland.de an, da siehst Du schön wie Kundenfreundlich oder -unfreundlich so etwas aussehen kann.

Dann solltest Du natürlich extrem in die Werbung gehen. Es gibt etwa 3000 alteingesessene Reisebüros in Deutschland. Davon sind schon jede Menge im Netz und täglich werden es mehr. Außerdem sind sehr viele agressive Direktanbieter bereits auf dem Markt (siehe oben).

So, kann sein daß ich etwas vergessen habe. Bitte um Hinweise. Ansonsten stehe ich für weitere Fragen gern zur Verfügung. Allerdings denke ich, daß wir weitergehende Details über e-mail klären sollten da die Geschichte schon sehr fachspezifisch wird.

Bye
Rolf

Hi Rolf,

lass uns bitte noch etwas Hier diskutieren. Habe uebrigens entsprechende Bucher gefunden (sind in deutschem Sprachraum nicht soviele).

„Exkurs über die Eröffnung eines
Unternehmens in einem stagnierenden Markt
bei zunehmendem Wettbewerb“(*g*):

Muss ich widersprechen. Im Internet ist Reise zur zeit ein Wachstumsmarkt open end. Siehe Travel24.com. Was die machen wollen, scheint mir nicht so „sensationell“. koennte (aus meiner beschraenkten sicht) eigentlich jeder kommen. (und 18 Mio. abholen)

Also, Du willst anfangen mit Tickets
verhökern übers Internet. Wenn es nur
Charterflugtickets sind brauchst Du:

a)Einen Gewerbeschein.

naja …is wohl das allerkleinste problem -bin nicht vorbestraft oder habe offenbarungseid geleistet:smile:)

b)Agenturverträge mit den gängigen
Charterfluglinien und Reiseveranstaltern
(Auszug):

-TUI
-Neckermann …

OK, misverstaendnis meinerseits. Pauschalreisen war fuer mich auch ein Ticket (eins mit hotelgutschein dran). Wann stellt eine bank eine solche Bürgshcaft aus? Reicht es, wenn ich das Einmal hinterlege oder muss ich das fuer jede der gesellschaften?

gehts auch ein bischen billiger? ich will ja nicht gleich ALLE anbieter verkaufen. Wie waers zum beispiel, wenn ich erstmal nur ein paar ganz kleine Veranstalter vertreibe. Muss ich da auch ueber die grossen Agenturen gehen? Gibts da nicht geunstigere Konditionen?

c)Eine funktionierende Anbindung an die
Buchungssysteme der Anbieter da Deine
Kunden von Deiner Seite aus ja gleich die
Verfügbarkeit abfragen und buchen wollen.

Jo, was kostet sowas bspw.? Vielleicht reicht erstmal irgendein Affiliate-Programm (hoffentlich richtig geschrieben), das mir 5% oder so ohne viel zutun bringt. glaube, bei tui gibts sowas.

d)Ein sicheres Zahlungssystem für die
Kunden. Gegenüber den Airlines läufts
entweder mit Bankabbuchung oder mit
Direktinkasso d.h. der Kunde zahlt an die
Airline und Du bekommst nur die
Provision.

so etwa dacht ich das…die stellen ein kreditkartenmodul und die datenanbindung, ich mache das marketing+beratung und kassiere die Provision. Wie Du schon weiter unten schilderst, ueberhebt man sich sonst.

Damit kannst du die gängigen
Chaterverbindungen buchen.

Ok, aber wie siehst mit Pauschalreisen aus?
Wenn ich einen reisekatalog 1:1 ins Netz übernheme, hab ich da die Beratungspflicht erfüllt?

Für Linienflugtickets benötigst Du die
sogenannte IATA-Lizenz…

interesante Sache, heisst fuer mich:
faellt generell flach.

Dann solltest Du natürlich extrem in die
Werbung gehen. Es gibt etwa 3000
alteingesessene Reisebüros in
Deutschland.

mhmm, ich sehe ein, die alteingesessenen kaempfen. und das alles nur ueber Internet NICHT geht, ist mir auch klar. aber die werbung ausserhalb des internet ist fuer eine reine internetagentur (relativ) sinnlos, und so haelt sich der aufwand (immer im verhaeltnis zum Rest) in grenzen.

Ein Missverstaendnis muss ich ausraemen: gegen traveloverland und tiss und co brauche ich nicht anzutreten. Das kann ich sicher nicht leisten. Heisst: Ich will eher schon Pauschalreisen verkaufen.

Danke!
wl

Tach Winnie,

Im Internet ist
Reise zur zeit ein Wachstumsmarkt open
end. Siehe Travel24.com. Was die machen
wollen, scheint mir nicht so
„sensationell“. koennte (aus meiner
beschraenkten sicht) eigentlich jeder
kommen. (und 18 Mio. abholen)

Deswegen haben die Leute aber nicht mehr Geld! Der Markt stagniert seit Jahren. Du kannst natürlich versuchen, den etablierten RB´s und Internet-Tickethändlern was vom Kuchen abzuluchsen. Dazu mußt Du aber schon supergut sein.

Wann stellt eine bank eine solche
Bürgshcaft aus? Reicht es, wenn ich das
Einmal hinterlege oder muss ich das fuer
jede der gesellschaften?

Viele Airlines und Veranstalter wollen eine Bürgschaft sehen. Diese erfolgt von der Bank aus gegen vorlage von Sicherheiten…
Die Höhe der Bürgschaft ist festgelegt und läßt sich meiner Erfahrung nach auch nicht verhandeln. Ich selbst habe z.B. Bürgschaften über insgesamt 60.000 Märker laufen.

Wie waers zum beispiel, wenn ich erstmal
nur ein paar ganz kleine Veranstalter
vertreibe. Muss ich da auch ueber die
grossen Agenturen gehen? Gibts da nicht
geunstigere Konditionen?

Du kannst natürlich auch nur „Schrott“ verkaufen. Ob Du damit auf einen grünen Zweig kommst ist allerdings fraglich.
Wenn der Kunde auf Deine Seite kommt und findet nur DM 399,-- Angebote nach Tunesien und in die Türkei dann geht er wieder. Ausserdem verdienst Du fast nix weil der Preis so niedrig ist…

Jo, was kostet sowas bspw.? Vielleicht
reicht erstmal irgendein
Affiliate-Programm (hoffentlich richtig
geschrieben), das mir 5% oder so ohne
viel zutun bringt. glaube, bei tui gibts
sowas.

Keine Ahnung aber bisher gibt es meines Wissens noch keine Buchungsmaschine für richtige Pauschalreisen die flexibel genug ist um „stand alone“ zu funktionieren.

so etwa dacht ich das…die stellen ein
kreditkartenmodul und die datenanbindung,
ich mache das marketing+beratung und
kassiere die Provision. Wie Du schon
weiter unten schilderst, ueberhebt man
sich sonst.

Bei Flugticketverkäufen brauchst Du allerdings nicht viel beraten. Die Frage ist ob die Veranstalter/Airlines sowas überhaupt zur Verfügung stellen. Wenns so einfach ist dann machen die das doch lieber selbst.
Denk dran, 5-10 % Prov. d.h. bei einem Umsatz von 100.000,-- DM verdienst Du grade mal DM 8.000,-- BRUTTO.

Ok, aber wie siehst mit Pauschalreisen
aus?
Wenn ich einen reisekatalog 1:1 ins Netz
übernheme, hab ich da die
Beratungspflicht erfüllt?

Deine Beratungspflicht schon aber glaubst Du im Ernst ein Kunde bucht bei Dir nur weil Du schöne Bildchen im Netz hast?

aber die werbung ausserhalb des internet
ist fuer eine reine internetagentur
(relativ) sinnlos, und so haelt sich der
aufwand (immer im verhaeltnis zum Rest)
in grenzen.

Ich meine die Werbung im Internet. Wenn Du in Suchmaschinen ein paar Stichworte eingibst wirst Du sehen wieviele Treffer es gibt. Da muß Du Dir schon was einfallen lassen daß überhaupt jemand auf Deine Seite findet.

Wenn Du doch eher Pauschalreisen verkaufen willst dann mußt Du Service bieten der besser ist als bei der Konkurrenz. Warum sollte der Kunde sonst bei Dir buchen.
Bilder und Hotelbeschreibung gibts im Netz und in den Katalogen zu Hauf. Wichtig ist das Drumherum wie Anreise, Parken, Einreise, Visa, Gesundheitsbestimmungen, Geld- Zahlungsmittel u.s.w.
Versuche mal Gründe zu definieren warum der Kunde bei Dir buchen soll. Wenn Du diese Gründe erkennst und auf Deiner Seite umsetzen kannst dann bist Du meiner Meinung nach auf dem richtigen Weg.

Warum ich als Inhaber eines „konservativen“
Reisebüros keine Angst vor den Netties habe ist genau dies. Wenn ich den Kunden vor mir habe und er sich mit mir gut versteht dann kann ich Ihm aufgrund persönlicher Erfahrung ein Zielgebiet und Hotel verkaufen.Das hat nichts mit technischer Abwicklung zu tun sondern mit Kommunikation, Sympathie und Zielgebietskenntnis. Meine Mitarbeiter machen jedes Jahr mindestens zwei Arbeitsreisen in touristische Zielgebiete umd diese Kennenzulernen und, glaube mir, diese Kenntnis kann das Netz nie ersetzen. Die Reisen kosten übrigens ein Schweinegeld und sind wirklich Arbeit.

Beim Einzelticket ist das zugegebenermaßen etwas anderes wobei ich auch sehe, daß die diversen Maschinen im Netz zum Teil unglaubliche Verbindungen zu horrenden Preisen anbieten. Da wir im Reisebüro sowieso nur noch DM 50,–/Ticket verdienen KANN ein Netzbürobetreiber eigenlich nicht billiger sein außer er unterbietet und macht Verlust in der Hoffnung daß die Rb`s kaputtgehen.

Bye
Rolf

Hallo Ihr beiden,

ich erlaube mir mal, in Eure Diskussion reinzuplatzen.

Rolf, was könnten Deiner Meinung nach denn schlagkräftigee Marketingisntrumente oder ein USP im Web-Reisebüro sein?

Auch ich habe den Auftritt von travel24.com gesehen und finde nichts wirklich spannendes dort. Dennoch, das hörte ich überall auf der diesjährigen ITB, zittert die ganze Reise-Branche vor den Netties, bzw. verspricht sich vom Netz ein Ende der Stagnation.

Und wenn ich als Fernsehmann dann noch sehe, wie altbacken sich da auf der ITB mindestens 50 % der Branche (ach, das reicht nicht) präsentiert hat, dann glaub´ ich, zittern die zurecht, oder? Immerhin ist die ITB nicht nur Fachbesucher- sondern auch Endconsumer-Messe.

Mich jedenfalls, fast 40, kann kein Mensch im Rattenfänger-Kostüm oder als kostümiertes Burgfräuleins davon überzeugen, nach Hameln oder auf eine schottische Burg zu fahren, um dort Urlaub zu machen. Und auch die ewig alten Flyer und tonnenschwere Kataloge mit Fotos, nicht größer als ´ne Briefmarke, sind doch auch nicht mehr zeitgemäß. Ich halte Bewegtbild, sprich kurze Filme, Spots, die mir als Reiseinteressierten schon daheim einen Eindruck von meinem Reiseziel, -ort und die von Dir genannten Infos etc. vermitteln für dringend zwingend. Ist die MTV-Generation, die mit Zappelbildern großgeworden ist, mit solch archaischen Mitteln noch zu locken? Oder gehen die nicht lieber, weil schneller, ins Netz.
Was sagt Dir Deine Erfahrung im Reisebüro?

Liebe Grüße
Klaus

Im Internet ist
Reise zur zeit ein Wachstumsmarkt open
end. Siehe Travel24.com. Was die machen
wollen, scheint mir nicht so
„sensationell“. koennte (aus meiner
beschraenkten sicht) eigentlich jeder
kommen. (und 18 Mio. abholen)

Deswegen haben die Leute aber nicht mehr
Geld! Der Markt stagniert seit Jahren. Du
kannst natürlich versuchen, den
etablierten RB´s und
Internet-Tickethändlern was vom Kuchen
abzuluchsen. Dazu mußt Du aber schon
supergut sein.

Wann stellt eine bank eine solche
Bürgshcaft aus? Reicht es, wenn ich das
Einmal hinterlege oder muss ich das fuer
jede der gesellschaften?

Viele Airlines und Veranstalter wollen
eine Bürgschaft sehen. Diese erfolgt von
der Bank aus gegen vorlage von
Sicherheiten…
Die Höhe der Bürgschaft ist festgelegt
und läßt sich meiner Erfahrung nach auch
nicht verhandeln. Ich selbst habe z.B.
Bürgschaften über insgesamt 60.000 Märker
laufen.

Wie waers zum beispiel, wenn ich erstmal
nur ein paar ganz kleine Veranstalter
vertreibe. Muss ich da auch ueber die
grossen Agenturen gehen? Gibts da nicht
geunstigere Konditionen?

Du kannst natürlich auch nur „Schrott“
verkaufen. Ob Du damit auf einen grünen
Zweig kommst ist allerdings fraglich.
Wenn der Kunde auf Deine Seite kommt und
findet nur DM 399,-- Angebote nach
Tunesien und in die Türkei dann geht er
wieder. Ausserdem verdienst Du fast nix
weil der Preis so niedrig ist…

Jo, was kostet sowas bspw.? Vielleicht
reicht erstmal irgendein
Affiliate-Programm (hoffentlich richtig
geschrieben), das mir 5% oder so ohne
viel zutun bringt. glaube, bei tui gibts
sowas.

Keine Ahnung aber bisher gibt es meines
Wissens noch keine Buchungsmaschine für
richtige Pauschalreisen die flexibel
genug ist um „stand alone“ zu
funktionieren.

so etwa dacht ich das…die stellen ein
kreditkartenmodul und die datenanbindung,
ich mache das marketing+beratung und
kassiere die Provision. Wie Du schon
weiter unten schilderst, ueberhebt man
sich sonst.

Bei Flugticketverkäufen brauchst Du
allerdings nicht viel beraten. Die Frage
ist ob die Veranstalter/Airlines sowas
überhaupt zur Verfügung stellen. Wenns so
einfach ist dann machen die das doch
lieber selbst.
Denk dran, 5-10 % Prov. d.h. bei einem
Umsatz von 100.000,-- DM verdienst Du
grade mal DM 8.000,-- BRUTTO.

Ok, aber wie siehst mit Pauschalreisen
aus?
Wenn ich einen reisekatalog 1:1 ins Netz
übernheme, hab ich da die
Beratungspflicht erfüllt?

Deine Beratungspflicht schon aber glaubst
Du im Ernst ein Kunde bucht bei Dir nur
weil Du schöne Bildchen im Netz hast?

aber die werbung ausserhalb des internet
ist fuer eine reine internetagentur
(relativ) sinnlos, und so haelt sich der
aufwand (immer im verhaeltnis zum Rest)
in grenzen.

Ich meine die Werbung im Internet. Wenn
Du in Suchmaschinen ein paar Stichworte
eingibst wirst Du sehen wieviele Treffer
es gibt. Da muß Du Dir schon was
einfallen lassen daß überhaupt jemand auf
Deine Seite findet.

Wenn Du doch eher Pauschalreisen
verkaufen willst dann mußt Du Service
bieten der besser ist als bei der
Konkurrenz. Warum sollte der Kunde sonst
bei Dir buchen.
Bilder und Hotelbeschreibung gibts im
Netz und in den Katalogen zu Hauf.
Wichtig ist das Drumherum wie Anreise,
Parken, Einreise, Visa,
Gesundheitsbestimmungen, Geld-
Zahlungsmittel u.s.w.
Versuche mal Gründe zu definieren warum
der Kunde bei Dir buchen soll. Wenn Du
diese Gründe erkennst und auf Deiner
Seite umsetzen kannst dann bist Du meiner
Meinung nach auf dem richtigen Weg.

Warum ich als Inhaber eines
„konservativen“
Reisebüros keine Angst vor den Netties
habe ist genau dies. Wenn ich den Kunden
vor mir habe und er sich mit mir gut
versteht dann kann ich Ihm aufgrund
persönlicher Erfahrung ein Zielgebiet und
Hotel verkaufen.Das hat nichts mit
technischer Abwicklung zu tun sondern mit
Kommunikation, Sympathie und
Zielgebietskenntnis. Meine Mitarbeiter
machen jedes Jahr mindestens zwei
Arbeitsreisen in touristische Zielgebiete
umd diese Kennenzulernen und, glaube mir,
diese Kenntnis kann das Netz nie
ersetzen. Die Reisen kosten übrigens ein
Schweinegeld und sind wirklich Arbeit.

Beim Einzelticket ist das
zugegebenermaßen etwas anderes wobei ich
auch sehe, daß die diversen Maschinen im
Netz zum Teil unglaubliche Verbindungen
zu horrenden Preisen anbieten. Da wir im
Reisebüro sowieso nur noch DM
50,–/Ticket verdienen KANN ein
Netzbürobetreiber eigenlich nicht
billiger sein außer er unterbietet und
macht Verlust in der Hoffnung daß die
Rb`s kaputtgehen.

Bye
Rolf

Hi Klaus,

erst einmal vielen Dank für Dein fundiertes Posting!

Rolf, was könnten Deiner Meinung nach
denn schlagkräftigee Marketingisntrumente
oder ein USP im Web-Reisebüro sein?

Keine Ahnung. Marketing hat für mich immer was mit dem herausstellen von besonderen Qualitäten zu tun und die Netzreisebüros haben keine, verglichen mit nem RL-Büro!

Auch ich habe den Auftritt von
travel24.com gesehen und finde nichts
wirklich spannendes dort. Dennoch, das
hörte ich überall auf der diesjährigen
ITB, zittert die ganze Reise-Branche vor
den Netties, bzw. verspricht sich vom
Netz ein Ende der Stagnation.

Ende der Stagnation wohl kaum da immer noch nicht mehr Geld in den Haushalten verfügbar ist. Angst vor den Netties hab ich eigentlich nicht. Einen gesunden Respekt ja, aber keine Angst. Schon gar nicht vor Unternehmen die mit einem Jahresverlust von 30 Mio $ einen Börsenwert von 400 Mio $ haben. Denen fliegen ihre Aktien nämlich irgendwann um die Ohren wenn Sie keinen Shareholder Value produzieren (die Zahlen sind aus der Luft gegriffen!). Bin gespannt wann z.B. Amazon die Luft ausgeht.

Natürlich zittern einige. Die Reisebranche war gewohnt, zweistellige Zuwachsraten zu verzeichnen. Das hat sich eh in den letzten Jahren geändert und jetzt haben halt einige Angst daß sie den Bach runtergehen.

Und wenn ich als Fernsehmann dann noch
sehe, wie altbacken sich da auf der ITB
mindestens 50 % der Branche (ach, das
reicht nicht) präsentiert hat, dann
glaub´ ich, zittern die zurecht, oder?
Immerhin ist die ITB nicht nur
Fachbesucher- sondern auch
Endconsumer-Messe.

50% reichen wirklich nicht. Die Branche, zumindest die Deutsche, pennt ohne Ende. Allerdings mußt Du hier sehr stark zwischen Fremdenverkehrsverbänden (Städtisch oder Staatlich), Reiseveranstaltern und Reisebüros unterscheiden. Reisebüros waren auf der ITB ja z.B. gar nicht vertreten. Was die Fremdenverkehrsverbände machen ist oberpeinlich und über die Auftritte der Veranstalter kann man von Fall zu Fall streiten.

Mich jedenfalls, fast 40, kann kein
Mensch im Rattenfänger-Kostüm oder als
kostümiertes Burgfräuleins davon
überzeugen, nach Hameln oder auf eine
schottische Burg zu fahren, um dort
Urlaub zu machen. Und auch die ewig alten
Flyer und tonnenschwere Kataloge mit
Fotos, nicht größer als ´ne Briefmarke,
sind doch auch nicht mehr zeitgemäß. Ich
halte Bewegtbild, sprich kurze Filme,
Spots, die mir als Reiseinteressierten
schon daheim einen Eindruck von meinem
Reiseziel, -ort und die von Dir genannten
Infos etc. vermitteln für dringend
zwingend. Ist die MTV-Generation, die mit
Zappelbildern großgeworden ist, mit solch
archaischen Mitteln noch zu locken? Oder
gehen die nicht lieber, weil schneller,
ins Netz.
Was sagt Dir Deine Erfahrung im
Reisebüro?

Meine Erfahrung zeigt, daß die Planung oft mit Hilfe des Netzes gemacht wird. Infos werden gesucht und Hotelbilder als Ergänzung zu den Katalogen angeschaut.

Du hast völlig recht daß die Zukunft darin liegt, die Präsentation der Urlaubsziele über bewegte Bilder zu erreichen. Ich denke z.B. auch daran, daß potentielle Kunden eines Hotels über eine Livecam mit Kunden sprechen könnten, die gerade in eben diesem Hotel sind.
Zur Zeit sind die Hotels und Veranstalter noch nicht so weit aber das wird sicher kommen. Dazu kommt eine Rechtsproblematik die erst Weltweit geklärt werden muß. Was passiert z.B. wenn das Hotel überbucht ist und der Kunde direkt im Hotel eine Reservierung gemacht hat. Zur Zeit greift da das Örtliche Recht und nicht das Deutsche Reiserecht.

Für mich ist aber etwas ganz anderes wichtig:

1.Wollen wir alle wirklich in Zukunft nur noch tippend und mausführend vor der Glotze hocken und Bücher, Essen, Reisen u.s.w. übers Netz bestellen. Hast Du schonmal mitgestoppt wie lange Du brauchst um eine Information aus dem Netz zu bekommen! Zeit ist ein sehr kostbares gut und Viele werden feststellen daß sie die gewünschte Info schneller und günstiger über einen „Fachhändler“ bekommen. Natürlich muß dieser Händler sehr kompetent sein aber das sind viele jetzt auch schon.

2.Meine Kunden wollen kommunizieren, und zwar both ways. Sie wollen mir etwas mitteilen und ein Feedback darauf erhalten. Bis dies über das Netz möglich ist dauert es noch sehr lange.

3.Die Kunden sind nicht dumm. Sie werden weiterhin Preise und Leistungen vergleichen und feststellen, daß die guten Reisebüros nicht viel teurer sind wie die Netzvermittler und viel mehr Service bieten.
Auch werden viele Verbraucher feststellen daß sie von ihrem „Stammnetzreisebüro“ zum Teil ganz übel übers Ohr gehauen werden da die Buchungsmaschinen zum Teil einen riesen Sch… buchen.

4.Mit meiner Erfahrung kann ich dem Kunden sagen was ER will! Du glaubst gar nicht wie viele Menschen es gibt die völlig falsche Vorstellungen von ihrem Urlaub bzw. Ziel haben. Die brauchen den Kontakt zu einem MENSCHEN der sie versteht und berät. Das wird das Netz noch lange nicht können.

So, jetzt fällt mir grade zu diesem Thema nix mehr ein. Wenn Du anderer Meinung bist lass es mich wissen.

Beye
Rolf

Hi klaus,

Auch ich habe den Auftritt von
travel24.com gesehen und finde nichts
wirklich spannendes dort.

jo, meine meinung.

Dennoch, das

hörte ich überall auf der diesjährigen
ITB, zittert die ganze Reise-Branche vor
den Netties, bzw. verspricht sich vom
Netz ein Ende der Stagnation.

stimme ich eher dem rolf zu: mein „boom ohne Ende“ bezog sich auf die internetbranche, das ist aber sicher eine reine Umverteilung.

Ich

halte Bewegtbild, sprich kurze Filme,
Spots, die mir als Reiseinteressierten
schon daheim einen Eindruck von meinem
Reiseziel, -ort und die von Dir genannten
Infos etc. vermitteln für dringend
zwingend.

Eigenartigerweise ist das der Eindruck aller Leute. Und merkwuerdigerweise sind alle Anbieter wie mit Scheuklappen auf den Verkauf fixiert, anstatt die Service und Info-Seite professionell aufzuziehen.

gruss
wl

Hi,

ich muss da dochmal etwas die Gegenseite vertreten:

Für mich ist aber etwas ganz anderes
wichtig:

1.Wollen wir alle wirklich in Zukunft nur
noch tippend und mausführend vor der
Glotze hocken und Bücher, Essen, Reisen
u.s.w. übers Netz bestellen. Hast Du
schonmal mitgestoppt wie lange Du
brauchst um eine Information aus dem Netz
zu bekommen! Zeit ist ein sehr kostbares
gut und Viele werden feststellen daß sie
die gewünschte Info schneller und
günstiger über einen „Fachhändler“
bekommen. Natürlich muß dieser Händler
sehr kompetent sein aber das sind viele
jetzt auch schon.

Ja, eben. Daher ist es schoener (und bequemer) zu Hause oder auf Arbeit auf dem Hinetrn zu hocken und noch durch die Angebote zu
‚surfen‘. wie ich schon schrieb, ist 1) die auswahl groesser, man hat 2) mehr zeit zum aussuchen und 3) keinen ‚abschlussdruck‘, ist 4) flexibler in bezug auf den Zeitpunkt und 5) Ist die Vergleichsmoeglichekit groesser.

2.Meine Kunden wollen kommunizieren, und
zwar both ways. Sie wollen mir etwas
mitteilen und ein Feedback darauf
erhalten. Bis dies über das Netz möglich
ist dauert es noch sehr lange.

no, gibts schon teilweise, operator, die permanent via chat angesprochen werden koennen, der sprung zur bildtelefonie haengt nur noch von der zur verfuegung stehenden bandbreite ab: ‚sehr lange‘ halte ich in 1-2 Jahren fuer realistisch.

3.Die Kunden sind nicht dumm. Sie werden
weiterhin Preise und Leistungen
vergleichen und feststellen, daß die
guten Reisebüros nicht viel teurer sind
wie die Netzvermittler und viel mehr
Service bieten.

das mit dem Service kann sich schnell aendern.

Auch werden viele Verbraucher feststellen
daß sie von ihrem „Stammnetzreisebüro“
zum Teil ganz übel übers Ohr gehauen
werden da die Buchungsmaschinen zum Teil
einen riesen Sch… buchen.

na, da machst du dir selbst mut. sicher lassen 1) bester preis und 2) service zur zeit noch sehr zu wuenschen uebrig. Aber ich habe damit eigentlich gute erfahrungen gemacht, und der service kommt mit zuenehmender konkurrenz im Netz.

4.Mit meiner Erfahrung kann ich dem
Kunden sagen was ER will! Du glaubst gar
nicht wie viele Menschen es gibt die
völlig falsche Vorstellungen von ihrem
Urlaub bzw. Ziel haben. Die brauchen den
Kontakt zu einem MENSCHEN der sie
versteht und berät. Das wird das Netz
noch lange nicht können.

Ja, aber weiss der Kunde auch, dass er sich sagen lassen muss/sollte, was er will?
Wenn Du das kannst, dann fang doch schonmal an, dein Wissen zu systematisieren und in eine strukturierte Form zu ueberfuehren und aufzuschreiben…
bevor dass die anderen machen und ins Netz haengen.
(So ein aehnliches System hatte ich in meiner Mail schon vorgeschlagen).

Ich glaube sowieso, das sich die branche in
1)
netties, die vo,m technisch machbaren faszieniert sind, aber keine Ahnung von Service oder Reise haben,
2)
MarketingStrategen, die die Web-mechanismen kennen, aber weder technisch noch reisefachlich Ahnung haben
und
3)
Reisebueros/veranstalter
die halt Reisespezialisten sind, aber keine Ahnung von den technisch machbaren Sachen und dem Internetmarketing haben
gliedert. Wer es als erster schafft, das einigermassen in Symbiose zu bringen, gewinnt.

gruss
wl

Hi Rolf,

danke für Deine Antwort.
Ich stimme als Laie mit Deiner Einschätzung in vielen Punkte überein. Nur glaube ich auch, daß Du die Zeiträume unterschätzt, in denen sich das Netz und die Möglichkeiten darüber auch servicefreundlich zu sein festsetzen wird.

Derzeit sind natürlich noch die meisten mit dem Aufbau ihrer Sites beschäftigt, die anderen sind einen Meter weiter und tüfteln über vernünftige e-commerce-systeme. Nur dann - und das ist für meine Begriffe in spätestens einem Jahr so - werden sich gute Anbieter von Schlechten in Sachen Service unterscheiden. Und da kann - da hat Winnie recht - die Bewegtbildtechnik mit dem Agent on demand in einem speziellen Call Center, also einem sehr gut ausgebildeten Topverkäufer, vermutlich mehr reißen als ein einzelnes Reisebüro.

Der Sercvice, den ich in Reisebüros in den letzen 25 Jahren leider erlebt habe, beschränkte sich gerade noch im Aufstehen, an die Schrankwand laufen und mir drei Pfund Reiseprospekte in die Hand zu drücken. Das ist vermutlich in Deinem Büro anders. Aber im größten Teil der Büros sitzen junge, schlecht bezahlte Mädels meist deshalb rum, weil sie selber gerne reisen. Ich habe den Eindruck, Verkaufen ist da eher Nebensache.

Liebe Grüße
Klaus

Na Klaus, so weit sind wir gar nicht auseinander.

danke für Deine Antwort.

Dank zurück :smile:

Nur glaube ich auch, daß Du die Zeiträume
unterschätzt, in denen sich das Netz und
die Möglichkeiten darüber auch
servicefreundlich zu sein festsetzen
wird.

Mal schauen…

Derzeit sind natürlich noch die meisten
mit dem Aufbau ihrer Sites beschäftigt,
die anderen sind einen Meter weiter und
tüfteln über vernünftige
e-commerce-systeme. Nur dann - und das
ist für meine Begriffe in spätestens
einem Jahr so - werden sich gute Anbieter
von Schlechten in Sachen Service
unterscheiden. Und da kann - da hat
Winnie recht - die Bewegtbildtechnik mit
dem Agent on demand in einem speziellen
Call Center, also einem sehr gut
ausgebildeten Topverkäufer, vermutlich
mehr reißen als ein einzelnes Reisebüro.

Aber die Kunden werden in einem Jahr noch nicht buchen wollen. Die haben nämlich gehörig sch… davor. Hätte ich übrigens auch solange die rechtlichen Probleme nicht gelöst sind. Ich frage mich was passiert, wenn ein Kunde in ein Hotel kommt und dieses völlig desolat vorfindet obwohl er vorher einen wunderschönen Film darüber gesehen hat. Jetzt hat er aber keinen Ansprechpartner mehr. Was tun. Meine Kunden sind zum Teil so unselbständig daß ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann daß sie das gebacken kriegen. Du als Filmspezialist weist am Besten wie bei solchen Sachen „gemogelt“ werden kann. Außerdem unteschätzt Ihr beide m.E. den persönlichen Kontakt. Heute hat mir das ein Kunde wieder bestätigt. Er ist sehr aktiv im Netz, würde aber nur im Notfall z.B. einen Linienflug dort buchen weil er die nötigen Infos zuerst alle selbst besorgen muß. Bei mir kriegt er sie unaufgefordert und schnell per Fax oder rückruf nach einem kurzen Telefonat. Günstiger auch weil die DM 20,- Servicepauschale die ich mittlerweile verlange gegen seine Arbeitszeit hochgerechnet ein Witz sind.

Der Sercvice, den ich in Reisebüros in
den letzen 25 Jahren leider erlebt habe,
beschränkte sich gerade noch im
Aufstehen, an die Schrankwand laufen und
mir drei Pfund Reiseprospekte in die Hand
zu drücken. Das ist vermutlich in Deinem
Büro anders.

Hoffentlich…
Komischerweise wird vom Internet dieser fehlende Service aber garnicht erwartet. Letztens war ein interessanter Artikel in der Zeitung: Der Schreiber suchte einen Flug der in fünf Reisebüros ausgebucht war. Dann ging er ins Internet und fand „genau den Flug den wir wollten“. In einem Nebensatz wurde dann noch erwähnt daß der Flug von einem ganz anderen Flughafen abging. Allerdings kann man diesen Fall auch auf das verkäuferische Unvermögen der Reisebüros schieben die ihm die Alternative nicht schmackhaft gemacht haben.

Mittelfristig liegt die Zukunft sicher in den Gebieten in denen der Service noch wichtiger ist und wo das Netzt einfach nicht mithalten kann. Ich denke an wilde kombinationen oder Individualtouren…

Ich habe den Eindruck,
Verkaufen ist da eher Nebensache.

Ja, leider :frowning: muß ich Dir da völlig recht geben. Was in unserer Branche in den letzten Jahren verpennt wurde ist unglaublich. Die Reisebüroinhaber hatten natürlich auch ein leichtes Leben. Es ist ein bischen so wie in den Banken. Die kapieren auch erst jetzt daß sie KUNDEN und nicht BITTSTELLER zu bedienen haben.

Übrigens, kennst Du zufällig einen Kameramann aus Kempten??? (es gibt ja nicht viele *g*).

So long
Rolf