Mit Verlaub
Hallo harwin,
ich fürchte, Du verbuchselst zwei Dinge: Einerseits die berechtigten und auch nachvollziehbaren Interessen des Arbeitnehmers und andererseits die nicht weniger berechtigten und nachvollziehbaren Interessen des Arbeitgebers.
Sprich, einerseits will sich - wie Du es nennst - der Arbeitnehmer „seine Zukunft nicht verbauen“ lassen, dadurch dass ihm wegen eines befristeten Vertrags ein unbefristeter „durch die Lappen“ geht. Andererseits bezahlt der Arbeitgeber seinen -nehmer durchaus für eine gewisse Leistung. Und er wird auch planen „in den x Monaten sollte Frau harwin dieses, jenes und selbiges erledigen“.
Sprich, wenn der Arbeitgeber Deiner Frau so verständnisvoll ist und ihr anbietet sie „jederzeit“ gehen zu lassen ist das fürchterlich nett von ihm. Hier jedoch Dinge wie „unverschämt“ oder „beim Arbeitsamt nachfragen“ zu erwähnen, so er auf die Erfüllung eines Vertrags (der bekanntlich ein Vertrag ist, welcher wiederum ein Vertrag ist) besteht finde ich - mit dem Verlaub aus dem Titel - wenig schlau.
Menschlich verständlich aus Arbeitnehmersicht, dass man „wütend“ wird, wenn der Arbeitgeber einen nicht gehen lässt. Müssen jedoch muss er nicht. Und letzten Endes ist es Dein verd*** Job als Arbeitnehmer Deine Arbeit unter allen Umständen richtig und gut zu erledigen. Dafür kriegst Du ja auch am Monatsende eine mehr oder weniger grosse Menge Kohle. So ist halt leider der Deal.
Und da gibt es eben zwei Sorten von Arbeitgebern: die einen sagen (sehr vernünftig, wie ich finde) „Reisende soll man ziehen lassen, wir wollen Ihre Zukunft nicht verbauen“. Die anderen sagen „Vertrag ist Vertrag (ist Vertrag) und der ist zu erfüllen. Wenn der Mitarbeiter unmotiviert ist, kriegt er halt ein schlechtes Zeugnis, ansonsten hat er bis zur letzten Minute des letzten Arbeitstages hier zu arbeiten.“
Wie wäre es denn im umgekehrten Fall? Angenommen der Chef würde pleite gehen, nur wenn er Deine Frau weiter beschäftigen würde. Aus seiner Sicht völlig klar: Deine Frau würde seine Zukunft verbauen. Aber Deine Frau würde sich (völlig zurecht, wie ich finde) beschweren und sagen „Moooment mal! Ihre Zukunft ist mir wurscht - im Vertrag steht, dass ich bis xx hier beschäftigt sein werde und das WILL ich auch.“
Darum bleibt hier - wie in so fast allen Fällen - mal das freundliche Gespräch mit dem Scheffe…
*wink*
Petzi