Reiserad für Seniorin

Hallo -
seit meiner Pensionierung mache ich u.a. gern grössere Radtouren -
nix besonders Anstrengendes, meist auf Asphaltstrecken, gelegentlich aber auch auf Wald- oder Kieswegen, wenig Gepäck (Uebernachtungen in Pension oder Hotel) - so ca. 80 km im Tag läppern sich da zusammen.
Mein gut gepflegtes Reiserad hat schon mehrere Jahre auf dem Buckel, es gehört zur einfacheren Sorte: 46 cm, 14-Gang-Shimano, schmale 28"-er Reifen, jedoch Profil seitlich so hinaufverstärkt, dass auch Baumwurzeln den Reifen nicht aufschlitzen.

Im Frühling möchte ich mir ein neues Rad zulegen. Leider verstehe ich wenig von den Vor- und Nachteilen der verschiedenen angebotenen Variationen - im Lauf des vergangenen Jahres soll ziemlich viel Neues im Bereich Reiserad auf den Markt gekommen sein.

Ich suche also ein sehr gutes, leichtes Rad, das mich „mit möglichst wenig Kraftaufwand möglichst weit“ bringt. (Uff - für Kenner ist das wohl so ziemlich die dümmste Beschreibung, aber wie soll ich das sonst ausdrücken?) Das Rad darf ruhig etwas mehr kosten, wenn der Preis durch Qualität und Komfort gerechtfertig ist.

In Zeitschriften wird sooo vieles angepriesen, dass mir bald der Kopf raucht…

Kann mir jemand aus eigener Erfahrung einen Rat geben?
Oder wie gehe ich am besten vor, um mein (möglichst) Ideal-Reiserad herauszufinden?

Danke im voraus!
Rotraut (Region Bodensee)

Hallo Rotraut

seit meiner Pensionierung mache ich u.a. gern grössere
Radtouren -

OT: Das ist doch die schönste Art, Urlaub zu machen.

nix besonders Anstrengendes, meist auf Asphaltstrecken,
gelegentlich aber auch auf Wald- oder Kieswegen, wenig Gepäck
(Uebernachtungen in Pension oder Hotel) - so ca. 80 km im Tag
läppern sich da zusammen.

Nun ja, ich kenne Leute, für die gehört das schon zu den anspruchsvolleren Touren.

Mein gut gepflegtes Reiserad hat schon mehrere Jahre auf dem
Buckel, es gehört zur einfacheren Sorte: 46 cm,
14-Gang-Shimano, schmale 28"-er Reifen, jedoch Profil seitlich
so hinaufverstärkt, dass auch Baumwurzeln den Reifen nicht
aufschlitzen.

Im Frühling möchte ich mir ein neues Rad zulegen. Leider
verstehe ich wenig von den Vor- und Nachteilen der
verschiedenen angebotenen Variationen - im Lauf des
vergangenen Jahres soll ziemlich viel Neues im Bereich
Reiserad auf den Markt gekommen sein.

Jetzt die erste Frage: Ist der Rahmen Deines Rades noch in Ordnung? Bist Du damit zufrieden? Denn nach meinen Kenntnissen/Erfahrungen meiner Radschülerinnen ist im Bereich „kleine Fahrräder“ nicht wirklcih viel dazugekommen.

Da würde sich also evtl anbieten, auf den vertrauten Rahmen aktuelle Komponenten bauen zu lassen.

Ich suche also ein sehr gutes, leichtes Rad, das mich „mit
möglichst wenig Kraftaufwand möglichst weit“ bringt. (Uff -

Das können auch schon verbesserte Komponenten bringen.

für Kenner ist das wohl so ziemlich die dümmste Beschreibung,

nö, das ist genau eine gebrauchsgerechte Bezeichnung. Obwohli ich mich ein wenig auf dem Fahrradmarkt auskenne, stört es auch mich, dass man Fahrraäder nach so seltsamen Bezeichnungen wie „Trekking Bike“, „Mountain Bike“ usw. kaufen muss, statt dass sich Hersteller Gedanken machen, wozu ein Fahrrad verwendet werden soll.

Das Rad darf ruhig
etwas mehr kosten, wenn der Preis durch Qualität und Komfort
gerechtfertig ist.

Kann mir jemand aus eigener Erfahrung einen Rat geben?
Oder wie gehe ich am besten vor, um mein (möglichst)
Ideal-Reiserad herauszufinden?

Wende Dich an den Fahrradhändler Deines Vertrauens. Der sollte Dir evtl. auch sagen können, ob Dein vertrauter Rahmen noch umbaufähig ist, Räder vorschlagen und zur Probefahrt bereitstellen können.

Gruß, Karin

Hallo!
Ich bin begeisterter Fan von der Fa Riese u. Müller(www.r-m.de).
Die Räder sind alle vollgefedert und es gibt für jeden Geschmack etwas(Reiseräder,Räder mit tiefem Durchstieg,Falträder(Siehe meine Frage im Brett).Leider haben die Räder ihren meiner Meinung nach stolzen Preis,aber die Qualität stimmt wenigstens
(Alurahmen,nicht zu schwer,Gute Lager,Pulverbeschichtung).Wenn man es lieber ungefedert haben möchte(Eine gewisse Umgewöhnung ist auf jeden Fall nötig um sich an das wie viele sagen „Geschaukel“ zu gewöhnen),so ist die Auswahl noch viel größer.Am besten ist es wirklich sich hinzusetzen und zu überlegen was man möchte und unbedingt braucht(Guter Gepäckträger
für voll beladene Taschen oder nur einen Korb für die Regenjacke).Was hat mein Rad was ich schätze oder was hat es was ich hasse(Ich sitze bequem,aber der Dynamo nervt mich jedesmal aufs neue,usw.).Sich ruhig trauen alles aufzuschreiben und den Händler damit zu nerven und unbedingt eine ausgibige Probefahrt
machen.

Bei Fragen -ruhig fragen !

MgG

Michael (Der Weg ist das Ziel!)

Von einem Umbau würde ich abraten! Die aktuellen Teile passen kaum mehr zu dem Rahmen. Angefangen vom zu schmalen Hinterbau (hat ja nur 7 fach, und 130 mm Achse) Federgabeleinbau verändert die Geometrie xtrem, ausserdem bekommst dafür dann auch ein neues Rad. Nimm dann das alte noch für die stadt da reicht es.

Mal ein paar Gedanken was ich dir raten würde.

Beim Radhändler undbedingt Rahmengrösse ausgiebig testen, evtl umbauten in Bezug auf Lenker/Vorbau machen lassen.
Rahmenmaterial sollte Alu sein, gibt heute kaum was besseres.

Da du ja Kettenschaltung gewöhnt bist, nimm also 3x9
Wenn es auch was kosten darf, dann nur ab Shimano XT (bekommst du ab 1000 € aufwärts) und in dieser Klasse ist es qualität.
(Fahradhändler neigen dazu, älteren Damen gerne so was wie tiefsten Einstieg mit Nabenschaltung zu verkaufen :smile: )

Eine Federgabel ist ein sehr angenehmes Teil, für dich am Anfang vielleicht ungewohnt, also ebenfalls beim Händler mit und ohne testen. Evtl kommt auch Vollgefedert in Frage, ist ebenfalls sehr angenehm, aber hier wird es deutlich teurer wenn man auf Qualität wert legt, das Gewicht steigt nochmal um ein kg.

Das Gewicht sollte mit Gepäckträger, Beleuchtung nicht mehr als 12 kg betragen, mit Federgabel bis 13 kg, zumindest in dieser Preisklasse.

Was ich noch empfehlen würde sind Radschuhe, wer mal mit gefahren ist möchte sie nicht mehr missen. Joggingtreter sind eben zum Joggen gedacht…

mfg

Franz

Hallo Michael,
Deine Tipps helfen mir sehr gut weiter - vor allem das
Aufschreiben, was mir am jetzigen Rad besonders passt und
wichtig ist und was mich evtl. nervt.
Aber das mit dem „Händler des Vertrauens fragen“ hat mir gezeigt,
dass mein Profi-Velohändler, dem ich in den vergangenen Jahren
fünf(!) Räder für die Familie abkaufte, eben nicht mein
„Vertrauenshändler“ ist, weil ihn nur ausgesprochene Renn- bzw.
High-Tech-Mountain-Bikes interessieren, aber bei Kauf-Fragen
bezüglich eines „gewöhnlichen“ Reiserades zeigt er sich
ausgesprochen desinteressiert und gleichgültig.
Sein Pech, ich werde mich nach einem anderen Händler umschauen…

Gruss - Rotraut

Am besten ist es wirklich sich hinzusetzen und zu

überlegen was man möchte und unbedingt braucht(Guter
Gepäckträger
für voll beladene Taschen oder nur einen Korb für die
Regenjacke).Was hat mein Rad was ich schätze oder was hat es
was ich hasse(Ich sitze bequem,aber der Dynamo nervt mich
jedesmal aufs neue,usw.).Sich ruhig trauen alles
aufzuschreiben und den Händler damit zu nerven und unbedingt
eine ausgibige Probefahrt
machen.

Bei Fragen -ruhig fragen !

Hallo Karin,
herzlichen Dank für Deine ausführlichen Tipps!
Das mit dem Abändern von Komponenten möchte ich lieber nicht
riskieren, damit habe ich früher schon einmal wenig aufstellende
Erfahrungen gemacht. Lieber behalte ich das bisherige Rad für
Einkäufe und Fahrten zum Bahnhof - das Risiko „Klauen“ ist
da jeweils am höchsten…
Wegen eines neuen Reiserades habe ich gestern erfahren, dass
in unserer Nähe eine erfahrene Fahrrad-MechanikerIN einen eigenen
auf Frauen spezialisierten Fahrrad-Laden mit Werkstatt eröffnet
hat - da werde ich mich hinwenden.
Denn mein bisheriger Fahrrad-Händler (siehe auch meine Antwort
oben an Michael) legt bei so „gewöhnlichen“ Fahrrädern, wie ich
eines bräuchte, absolutes Desinteresse an den Tag. - GRRR!!

Nochmals Dank und Gruss - Rotraut

Hallo Franz,
ich bin beeindruckt, was hier in der Rubrik alles für gute
Ratschläge kommen! Danke für Deine Hilfe!

Beim Radhändler unbedingt Rahmengrösse ausgiebig testen, evtl
umbauten in Bezug auf Lenker/Vorbau machen lassen.
Rahmenmaterial sollte Alu sein, gibt heute kaum was besseres.

Rahmengrösse habe ich bereits testen lassen, die ist OK.

Da du ja Kettenschaltung gewöhnt bist, nimm also 3x9
Wenn es auch was kosten darf, dann nur ab Shimano XT (bekommst
du ab 1000 € aufwärts) und in dieser Klasse ist es qualität.
(Fahradhändler neigen dazu, älteren Damen gerne so was wie
tiefsten Einstieg mit Nabenschaltung zu verkaufen :smile: )

An XT werde ich denken; einen eher tiefen Einstieg möchte ich
aber tatsächlich, wenn auch nicht übertrieben…

Eine Federgabel ist ein sehr angenehmes Teil, für dich am
Anfang vielleicht ungewohnt, also ebenfalls beim Händler mit
und ohne testen. Evtl kommt auch Vollgefedert in Frage, ist
ebenfalls sehr angenehm, aber hier wird es deutlich teurer
wenn man auf Qualität wert legt, das Gewicht steigt nochmal um
ein kg.

Vollfederung eher nicht, v.a. wegen des Gewichts, zudem bin ich
nicht auf Holperstrecken unterwegs.

Das Gewicht sollte mit Gepäckträger, Beleuchtung nicht mehr
als 12 kg betragen, mit Federgabel bis 13 kg, zumindest in
dieser Preisklasse.

Jawohl, das Gewicht scheint mir oft vernachlässigt zu werden!
Zudem bin ich dran, MEIN Gewicht um 5-6 kg zu reduzieren, das
bringt bestimmt auch einiges! *g*

Was ich noch empfehlen würde sind Radschuhe,

??? Habe ich mal ausprobiert - lieber nicht!!

Auf jeden Fall fühle ich mich dank Eurer Antworten wesentlich
besser gerüstet, mich auf die „Jagd“ zu machen - danke…

Es grüsst Dich - Rotraut

Hallo Rotraud,

herzlichen Dank für Deine ausführlichen Tipps!

Bitte, bitte.

Wegen eines neuen Reiserades habe ich gestern erfahren, dass
in unserer Nähe eine erfahrene Fahrrad-MechanikerIN einen
eigenen auf Frauen spezialisierten Fahrrad-Laden mit Werkstatt
eröffnet hat - da werde ich mich hinwenden.

Da kannst Du vermutlich auch sicherer sein, dass sie die Rahmengeometrie-Probleme der Frauen besser kennt als jeder Mann.

Denn mein bisheriger Fahrrad-Händler (siehe auch meine Antwort
oben an Michael) legt bei so „gewöhnlichen“ Fahrrädern, wie
icheines bräuchte, absolutes Desinteresse an den Tag. - GRRR!!

Tja, wer keinen zusätzlichen Umsatz will, der hat schon.

Viel Spaß beim Reiseradeln.

Karin