Hallo,
drei meiner Lieblingsorte ganz im Norden vom Elsass:
(1) Ein Stück weit von Niederbronn aus das Schwarzbachtal hinauf, Richtung Windstein-Obersteinbach: Jaegerthal, Hotel Fischer. Das Hotelchen hat seine Glanzzeit vor 1965 erlebt, als in Niederbronn ein bedeutender Kurort mit Spielcasino war und es einen durchgehenden Schlafwagen Paris-Niederbronn gab. Heute ist davon noch ein Teil der Weinkarte (ja, da hat es einiges gut Lagerfähige dabei) und der Garcon Ruedi übrig. Und die Tatsache, dass man richtig gediegen-ländlich mit einem Anklang an Jagd & Angeln unverändert für 80 couverts aufdeckt, obwohl es voll ist, wenn sechs Leute da sind. Jaegerthal selber ist ein Ort von einer eigenartigen, aber nicht unangenehmen Gestrigkeit: Die Familie de Dietrich, die elsässer Krupps, kommen von da - Reste der früheren Schmiede und der in der Preuszenzeit betriebenen Musterdomäne mit Meierei, Elektrizitätswerk, … kann man noch sehen.
Wenn man Ruedi um eine Forelle blau fragt, geht er hinüber zum Fischkasten, der im Schwarzbach hängt, und holt eine heraus.
Viel Komfort braucht man nicht erwarten (eines der fünf Zimmer hat eine Dusche), aber einen schönen Platz.
Mobilnetz gibts in Jaegerthal keines. You can check out any time you want, but you can never leave…
(2) Unmittelbar hinter/über Jaegerthal, oberhalb Windstein gelegen, das Hotelchen „Aux deux Chateaux“. Gemeint sind die beiden Ruinen Alt- und Neu-Windstein, zwischen denen es liegt. Alt-Windstein ist teils auf, teils in eine Felsnadel aus rotem Sandstein gebaut, ein Dorado für Extremkletterer. Wenn man die richtige Frühjahrs- oder Herbstwetterlage erwischt, hat man vom Zimmerfenster aus einen berauschenden Blick: Bei Frühnebel ists öfter einmal gerade über der im Tal liegenden Milchsuppe.
(3) Die Ferme-Auberge „Sept Fontaines“ unweit Drachenbronn-Birlenbach. Man darf ohne zu viel Reklame sagen: Der Web-Auftritt ist nicht geschönt, es ist da wirklich so wie auf den Bilderchen. Wenn Madame den Baeckeoffe macht, hat man schon wieder ein Zipfelchen irdisches Glück erwischt.
Zum Besuchen außer den sehr vielen Tips aus geeigneten Reiseführern zwei weniger bekannte Adressen: Die Glasbläserei in Meisenthal - dort auch eine schöne Sammlung von Jugenstilglas aus der école de Nancy - und die Holzschuhmacherwerkstatt in Soucht - die Maschinen werden in Betrieb vorgeführt, es werden dort heute noch (wenige) Sabots gemacht, Du kannst Dir ein Paar erstehen.
Viel Vergnügen wünscht
MM