Reiseversicherungskosten

Hallo Experten!
Nun eine hypotetische Frage, wobei ich nicht weiß ob ich hier richtig bin oder im Brett „Recht“.

Ich weiß, die Fluggesellschaften setzen „Beförderungsfristen“ für Schwangeren ein und ab bestimmten Schwangerschaftswoche, werden die nun kugeligen Frauen nicht mehr an Bord zugelassen.

Jetzt angenommen ich bin Schwanger. Knapp an diesen o.g. Frist aber noch nicht so weit. Also ich darf fliegen. Hierbei handelt es sich um einen Langstreckenflug. Ich habe eine Reiseversicherung abgeschlossen. Und jetzt: Die Wehen setzen ein. Der Kapitän entscheidet sich für eine Notlandung (wg Frühgeburt). Mutter wird, noch Schwanger, ins Krankenhaus eingeliefert. Und dort kommt das Kind zur Welt.

Wie ist es mit der Krankenhaus-Aufenthalt? Wer bezahlt ihn? Ich gehe davon aus, „mein“ KKH-Aufenthalt von der Versicherung bezahlt wird, aber… was ist mit dem Kind? wer bezahlt sein (vermutlich recht teure) Behandlung? Und wenn ich aus dem KKH entlassen werde, wird vermutlich mein Kind noch nicht soweit sein. Das heisst, ich muß ein Hotel/Unterkunft für mich suchen, bis das Kind reif genug ist um das KKH zu verlassen. Wer übernimmt diese (nicht unerheblichen) Kosten?

Für eure Antwort danke ich im Voraus herzlich!

Alles Gute und schöne Grüße
Helena

Schwangerschaft Krankenhaus - nein
Z. B. die Europäische Reiseversicherung schliesst aus :

… Kosten für Entbindung und Schwangerschaftsunterbrechungen
… Kosten für Behandlungen, von denen bei Reiseantritt feststand oder erwartet werden musste, dass sie bei planmäßigem Reiseablauf auftreten können

weiters sind NICHT versichert, Kosten, die eine Fluglinie aufgrund einer Notlandung in Rechnung stellen (können auch schon mal E 5.000.-- werden…).

Das heißt, alle derartigen Kosten müssen von der Person selbst bezahlt werden, sofern nicht eine privat abgeschlossene Krankenversicherung vielleicht derartige Fälle mitversichert.

mfg
Peter

Hi Peter!
Danke für Deine Antwort!
Und gibt es überhaupt eine Reiseversicherung, die so eine Möglichkeit deckt? WER übernimmt das denn sonst? Ich meine: Eine Notlandung wird nicht immer unbedingt erforderlich sein, aber eine Entbindung?
Schönen Gruß
Helena

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niemand
Da Schwangerschaft keine Krankheit ist (Gott-sei-Dank!), übernimmt keine Reiseversicherung derartige Kosten. Reiseversicherungen decken üblicherweise nur Erkrankungen, Unfall und Unvorhergesehenes. Daher ist z.B. der Eintritt (=„Unvorhergesehenes“) einer Schwangerschaft und der damit verbundene eventuelle Rücktritt von einer Reise versicherbar, nicht aber dann mehr oder weniger normale Erscheinungen einer Schwangerschaft.

Ein Flugkapitän wird sich, sofern noch Zeit ist, immer zu einer Notlandung entschliessen - rein aus Sicherheitsgründen (Fehlgeburt? Frühgeburt? Komplikationen —> möglicher Tod der Mutter usw.). Da jeder Flughafen so genannte Landegebühren verrechnet, ein möglicherweise Auftanken der Maschine notwendig ist, im blödesten Fall kein Start am selben Tag wieder möglich ist wegen Nachtstartverbot beim Notlandeflughafen oder Nachtlandeverbot beim Zielflughafen (durch die Verspätung…) - das heißt, alle Passagiere in ein Hotel und Essen… das wird dann dem Verursacher der Notlandung u.U. voll weiterverrechnet.

Und genau wegen diesem Risiko sagen ja auch Fluglinien, dass Schwangere in bestimmten Monaten nicht fliegen dürfen.

Wir hatten hier übrigens schon vor einiger Zeit die Debatte: Urlaub in der Schwangerschaft - ja / nein - Vor- und Nachteile. Die einen meinten, gönne dir noch vor dem dann „Angehängtsein“ einen Urlaub (Gegenargument war u.a. …und wenn dann eine Schwangerschaftskomplikation fern der Heimat eintritt?..), andere meinten: …tu dir den Stress nicht mehr an…

Also, jeder sollte da nach seinem Gefühl und Gewissen entscheiden. Aber auch akzeptieren, dass man nicht alles und jedes versichern kann = Risiko / Entscheidung anderen zu übertragen.

Grüsse Peter

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Irgendwie unfair
Hi Peter!

Als erstes vielen herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort!

Was Du sagst, leuchtet mir ein, denn es ist verständlich.

Ich finde es aber irgenwie unfair. Denn wenn die Fluggesellschaften sich damit einverstanden erklären, alle Schwangeren zu befördern mit einzigen Einschränkung nur nach Fortschritt bzw Stand der Schwangerschaft, heisst es, daß sie unbedingt mit dem Eintreten einer Entbindung rechnen müssen. Denn den natürlichen Vorgang einer Schwangerschaft, endet mit der Geburt eines Menschen! Und kein Mensch kann wissen wann es soweit wird.

Zugegeben, im Normalfall ist es 10 Monate nach der letzten Regelblutung der Frau, aber Ausnahmen gibt es genügend und jeder von uns kennt sicherlich die eine oder andere.

Trotzdem nochmals herzlichen Dank für die Erläuterung und einen lieben Gruß
Helena

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sieh’s so:

… eigentlich sollte jede werdende Mutter sich in Ruhe aufs Kind vorbereiten können: daheim, ohne Stress und Urlaubspläne…

… eigentlich sind Fluggesellschaften zum Transport von Menschen und Gut von A nach B bestimmt. Aber halt’ nicht als fliegende Entbindungsstationen.

Nun weiß man aus Erfahrung, in welchen Monaten einer Schwangerschaft die Wahrscheinlichkeit von besonders gefährlichen Momenten vorhanden ist. In diesen Monaten werden Schwangere von den meisten Fluggesellschaften vom Transport ausgeschlossen. In den restlichen Monaten jedoch liegt eben ein Restrisiko bei der werdenden Mutter.

Nochmals, unfair sehe ich so etwas nicht. Es ist eben nicht möglich, jedes Risiko des täglichen Lebens hundertprozentig abzu- und versichern.

Alles Gute
Peter

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Hi Peter!
…es bleibt mir ja eh nichts anders übrig als das so zu sehen!!! Aber trotzdem…

… eigentlich sollte jede werdende Mutter sich in Ruhe aufs
Kind vorbereiten können: daheim, ohne Stress und
Urlaubspläne…

Ganz einverstanden. Aber nicht alle Reisen sind Urlaubsreise und nicht alle sind vermeidbar!! Dagegen viele sind fast Pflicht, auch während der Schwangerschaft!

… eigentlich sind Fluggesellschaften zum Transport von
Menschen und Gut von A nach B bestimmt. Aber halt’ nicht als
fliegende Entbindungsstationen.

Das will ich doch schwer hoffen!! ;o)) Wenn ich im Flieger entbunden hätte und dabei die gleiche Vorkommnisse erlebt hätte wie damals im KKH, ich kann es Dir sagen: Mein Sohn wäre nicht (mehr) da.

Nun weiß man aus Erfahrung, in welchen Monaten einer
Schwangerschaft die Wahrscheinlichkeit von besonders
gefährlichen Momenten vorhanden ist. In diesen Monaten werden
Schwangere von den meisten Fluggesellschaften vom Transport
ausgeschlossen.

Das leuchtet mir ein. Auch eine Schwangere wird von sich aus versuchen, ab bestimmten Schwangerschaftsmonat nirgends mehr fliegen/fahren zu müssen. Und das weil es in diesen Umständen sehr anstrengend ist.

In den restlichen Monaten jedoch liegt eben
ein Restrisiko bei der werdenden Mutter.

Gerade deshalb eben, sollte es „versicherbar“ sein, eben.
Wenn die fluggesellschaften diese („Rest-“) Risiko kennen, warum erlauben sie überhaupt eine Schwangere zu fliegen (unabhängig vom SSW-Monat)???

Nochmals, unfair sehe ich so etwas nicht. Es ist eben nicht
möglich, jedes Risiko des täglichen Lebens hundertprozentig
abzu- und versichern.

Für mich ist eine Schwangerschaft zweifelsfrei keine Krankheit, aber auch nicht ein „Risiko des täglichen lebens“! (Für mich, Aktivitäten des tgl. Lebens sind uA: Sich waschen und anziehen, atmen, essen, trinken, ausscheiden, sich als Mann/Frau fühlen, schlafen,… Und vermutlich alle Krankenschwestern/-Pflegern werden mir beipflichten)

Alles Gute
Peter

Trotzdem vielen Dank nochmals für Deine Antwort!
Liebe Grüße,
Helena

leider ist die Gesellschaft so…
Aber nicht alle Reisen sind

Urlaubsreise und nicht alle sind vermeidbar!! Dagegen
viele sind fast Pflicht, auch während der Schwangerschaft!

Ja, das ist sicherlich ein Problem. Heutzutage herrscht Hektik, kein Verständnis mehr für natürliche Vorgänge beim Menschen… Auch hier wäre es ja viel vernünftiger die werdende Mutti von derartigen Verpflichtungen zu entbinden.

„Gott hat die Zeit erschaffen, der Teufel den Terminkalender…“

In den restlichen Monaten jedoch liegt eben
ein Restrisiko bei der werdenden Mutter.

Gerade deshalb eben, sollte es „versicherbar“ sein, eben.
Wenn die fluggesellschaften diese („Rest-“) Risiko kennen,
warum erlauben sie überhaupt eine Schwangere zu fliegen
(unabhängig vom SSW-Monat)???

Tja, Radarwarngeräte dürfen verkauft werden - aber nicht in Betrieb genommen werden. Man kann zig Monate im Ausland urlauben, ohne eine Krankenversicherung zu haben - aber wenn was ist, zahlt man.

Bestehende Leiden sind auch bei fast allen Reiseversicherungen ausgenommen. Schließlich WEISS ja der Reisende, dass er krank ist und eigentlich in der Nähe seines Arztes bleiben soll. Jetzt fliegt er aber doch, weil ihn seine Firma zwingt - das wäre dann ein Fall für den Richter unter Umständen.

Für mich ist eine Schwangerschaft zweifelsfrei keine
Krankheit, aber auch nicht ein „Risiko des täglichen lebens“!
(Für mich, Aktivitäten des tgl. Lebens sind uA: Sich waschen
und anziehen, atmen, essen, trinken, ausscheiden, sich als
Mann/Frau fühlen, schlafen,… Und vermutlich alle
Krankenschwestern/-Pflegern werden mir beipflichten)

Algen in der Adria, Unwetter, geringfügige Verspätungen bis 4 Stunden, ein Verkehrsstau oder Unfall bei der Anreise zum Flughafen (da zahlt dann nämlich auch keine Reiseversicherung die Stornokosten bzw. ersetzt einem die Fluglinie das Ticket) und vieles andere zählen - rechtlich betrachtet - zu Risken des täglichen Lebens. Nur wissen es eben weniger Menschen…

Aber ich freue mich, wenn es Menschen wie dich gibt, die fragen und gut argumentieren! Dann macht Posten Spass und bringt alles etwas.

Viel Freude mit deinem Kind (deren ich schon drei habe, sowie einen kahlen Kopf - weil sie alles wegfr… )

Grüße Peter

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