Guten Tag,
mein Problem stellt sich folgendermaßen dar.
Ich habe über ein Reisebüro eine 7 tägige Reise gebucht. Vom Reiseveranstalter habe ich dann die Flugdaten erhalten (Flugnummer ohne Kürzel (z.B. XY), so dass ich nicht wusste, welche Airline. Beim Reisebüro teilte man mir aber bei Vertragsabschluss mit (nur mündlich, nicht schriftlich), dass es sich um Tui-Fly handelt. Am Flughafen stellte sich dann heraus, dass ich meinen Flug verpasst habe, da sich die Flugzeit geändert wurde (von 15:20 auf 06:00 am Morgen). Am Flughafen hat sich herausgestellt, dass die Fluggesellschaft dem Reisebüro die Flugzeitänderung mitgeteilt hat, diese Information wurde mir aber nicht weitergegeben. Wie sind in diesem Fall eure Erfahrungen? Kann ich die Kosten für den Nachflug und den verlorenen Reisetag gegenüber dem Reisebüro geltend machen? Vielen Dank für die Antworten!
BG Tony
Hi Tony,
die Frage ist eigentlich rechtlicher Natur und gehört somit eher ins Rechtsbrett (Vorschalttext beachten).
Rein aus meinem Rechtsverständnis heraus muss das Reisebüro die Kosten natürlich tragen wenn es nicht nachweisen kann, dass es die Flugzeitenänderung kommuniziert hat.
Viele Grüße
Rolf
Hallo Rolf,
vielen Dank für deine Antwort. Ich hoffe, dass ich das Geld zurückbekomme.
Sorry, dass ich es wohl ins falsche Brett geschrieben habe, bin neu hier und dachte, dass ich es sowohl ins Reise und Freitzeit als auch ins Recht Forum gestellt habe.
Gruß Tony
Hallo,
auch wenn es das falsche Brett ist…
Die Vorverlegung des Abflugs um soviele Stunden stellt nach aktueller Rechtsprechung einen Reisemangel dar, der Dich dazu berechtigt, von der Reise zurückzutreten. Den Rest mußt Du dann per Anwalt machen (Zivilklage erheben auf Schadenersatz bzgl.- entgangener Urlaubsfreuden, Rückerstattung, entstandene Auslagen wie sinnlose Fahrt zum Flughafen, Parkgebühren etc.)
Kurze Erklärung zu der Flugnummer:
Das Fehlen des Kürzels der Airline begründet sich wohl dadurch, daß ein sogenanntes Code-Sharing gemacht wird. Das heißt, daß erst später am Flughafen ersichtlich wird, welche Airline Dich transportiert. Wird sehr häufig bei TUI-Fly gemacht. Dadurch kann man mehr günstige Kontingente buchen und der Veranstalter setzt Dich dann auf eine Maschine, die noch Platz hat. Dadurch können die Veranstalter mehr Leute buchen und die dann verteilen. Ansprechpartner für Dich ist aber der Veranstalter, bei dem DU gebucht hast (das ist der Vorteil, den Du dabei hast, daß Du Dich nicht mit Air France, Iberia usw. einzeln rumstreiten mußt)
Berichtigung
Hallo,
es tut mir leid, aber ich muss dich wieder einmal berichtigen.
Lt. Wikipedia wird ein Code sharing so beschrieben:
Das Codesharing (Code-Teilung) ist ein Verfahren im Luftverkehr, beidem sich zwei oder mehrere Fluggesellschaften einen Linienflug teilen. Jede der beteiligten Gesellschaften führt diesen Flug unter einer eigenen Flugnummer, dem Code. Meist wird dieses Verfahren innerhalb wirtschaftlich verbundener Allianzen angewendet, wie zum Beispiel Star Alliance, Oneworld Alliance oder SkyTeam.
Es ermöglicht den Fluggesellschaften, Flüge anzubieten, die sie gar nicht selbst durchführen. Dadurch erweitert sich ihr Streckennetz bei oberflächlicher Betrachtung erheblich. Für die jeweils durchführende Fluggesellschaft ergibt sich außerdem in der Regel eine bessere Auslastung ihrer Flüge.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Codesharing
Als Airline Mitarbeiter, der du ja bist, sollte dir diese Definition eigentlich nicht fremd sein.
Viele Grüße
Belini
Hallo Belini,
ich verstehe Deine Berichtigung leider nicht.
Der Editor hat geschrieben, daß er im Reisebüro gebucht hat. Durch das Code-Sharing hat das Reisebüro nun aber höhere Kontingente, wenn z. B. Lufthansa und Air Berlin ein Code-Sharing betreiben. Wenn das Reisebüro sonst die Flüge nur bei Air Berlin bekommt, dann werden dem Reisebüro nun auch die Sitzplatzkontingente von Lufthansa mit zur Verfügung gestellt, die ja sonst nur von speziellen LH-Kunden aktiviert werden können.
So schmeißen die Airlines sozusagen alle Passagiere einfach zusammen und brauchen nur noch eine Maschine nach Istanbul oder so. Das wäre eben auch das, was Du bei Wikipedia stehen hast. Der Vorteil ist eben die bessere Auslastung für die Strecke, weil z. B. die LH ihre Kiste sowieso nicht vollkriegen würde. Deshalb sparen sie sich Kosten für evtl. leergebliebene Plätze und nehmen noch andere mit ins Boot.
Ist etwas kompliziert zu beschreiben. Vielleicht gibt uns Rolf noch eine schönere Erklärung hier
Der sitzt ja auch an der Quelle.
Und Ansprechpartner ist weiterhin das Reisebüro für den Editor hier.
Hiho,
Codesharing berechtigt aber weder die Airline noch den Veranstalter, keine Flugnummer in der Reisebestätigung oder auf dem Ticket anzugeben. Auch ist es nicht ganz so wie Du sagst: Per Codesharing erschließen sich die Airlines eines Verbundes (z.B. Starallianz) die jeweiligen Slots und Strecken des Partners. So können leichter Durchgangstarife angeboten werden (LH-Flugnummer auf MUC-BKK-DPS obwohl BKK-DPS von Thai geflogen wird).
Die Art und Weise, Kunden wie Spielfiguren von einer Maschine in die andere zu schieben hat m.W. nichts damit zu tun. Das ist reines Gewinnstreben und Auslastungssteuerung auf dem Rücken der Kunden (und der Reisebüros die dann damit dealen müssen). Eine riesige Sauerei!
bye
Rolf