Eine Familie hat 2012 bei einer Aktion eines Discounters teilgenommen, bei welcher es darum ging, möglichst viele Produkte mit Treuepunkten zu kaufen, um dann eine Teilnahmekarte mit diesen Punkten einzuschicken. Je nach aufgeklebten Treuepunkten erhielt man dann eine Prämie (in diesem Fall wollten diese Familie zwei Schürzen für ihre beiden Kinder). Die Familie aß also Treueprodukte ohne Ende und schickte dann rechtzeitig zum Einsendeschluss am 18.08.2012 glücklich zwei Teilnahmekarten ein.
Durch eine Teilnahme im Jahr davor wusste die Familie, dass der Versand der Prämie etwas dauern würde.
Im Februar diesen Jahres aber begann die Familie sich zu wundern, da immer noch keine Prämien eingetroffen waren und trat somit in Kontakt mit dem Discounter.
Schließlich erhielt die Familie 7 Tage später folgende Antwort:
_Sehr geehrte Frau XXX,
Einsendeschluss der Aktion „Grillmeister 2012“ war am 18.08.2012.
Mehr als 4 Monate lang, bis zum 31.12.2012, haben wir uns um Reklamationen bzgl. nicht / falsch gelieferter Prämien gekümmert.
Mit diesem Datum wurde das Projekt „Grillmeister 2012“ definitiv abgeschlossen.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir nach diesem großzügig bemessenem Zeitraum nun keine Reklamationen mehr akzeptieren können.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr XXX Kundenservice_
Frau XXX hat kein Verständnis, woher sollte sie von einer Reklamationsfrist wissen? Ohne diese Punkteaktion hätte die Familie sicher auch nicht so viele der Produkte gekauft.
Was könnte die Familie nun als Antwort auf diese Nachricht schicken, da sie das so nämlich nicht auf sich sitzen lassen möchte. Zum Anwalt möchte die Familie aber natürlich auch nicht gleich rennen.
wenn ich die geschichte richtig verstehe, dann war der einsendeschluss der 18.8.12 und die listen wurden am 18.8.12 losgeschickt ?
wenn man den begriff des einsendeschlusses so auslegt, dass damit der zugang der listen zu verstehen ist (oder zumindest der poststempel auf diesen tag lauten muss), dann wurde die frist nicht eingehalten (?) und damit zu recht kein preis ausgeschüttet.
der anschließende 4 monatige „reklamationszeitraum“ beruht -sofern auch bei verspäteten listen gewinne ausgeschüttet wurden- auf einem kulanten verhalten des unternehmens. dieses und die dazugehörige frist muss nicht veröffentlicht werden o.ä.
eine „reklamation“ innerhalb dieser frist hat nicht stattgefunden. also erfolgte zu recht keine ausschüttung der versprochenen leistung.
wo ist jetzt die rechtsfrage ?
(wenn man an einer solchen aktion teilnimmt, dann muss man eben sicherstellen, dass die bedingungen eingehalten werden).
von der Familie leider nicht, die Firma dagegen sicher, wenn sie es denn wollte. Aber wie man ja gelesen hat, hat sie kein Interesse daran, ebensowenig wie an etwas Kulanz