Also, diese Aufgabe ist ein ziemlicher Brocken. Es sieht einfach aus, aber dann kommt man erst einmal nicht so einfach weiter.
Deshalb habe ich mich der Vektoren erinnert und freue mich, der geschätzten Leserschaft auf dieser Basis eine Lösung präsentieren zu können. Die Lösung beinhaltet sowohl den Beweis, daß die Aufgabe lösbar ist, als auch eine Konstruktionsanleitung für das gesuchte Dreieck.
Gegeben sind drei Punkte P, Q und R.
q bezeichne im folgenden den Vektor von P nach Q,
r bezeichne den Vektor von Q nach R.
Mit A, B und C bezeichnen wir im folgenden die Eckpunkte des gesuchten Dreieckes.
Aus der gegebenen Voraussetzung, daß die Punkte P, Q, und R die Mittelpunkte der Außenquadrate des gesuchten Dreieckes sind, folgt, daß keiner der Eckpunkte A, B, C des gesuchten Dreieckes mit einem der gegebenen Punkte P, Q und R identisch sein kann.
Deshalb können wir drei Vektoren x , y und z definieren, die jeweils von den gegebenen Punkten P, Q und R zu den Eckpunkten des gesuchten Dreieckes A, B und C verlaufen:
x sei der Vektor von P nach A,
y sei der Vektor von Q nach B und
z sei der Vektor von R nach C.
Nun werden wir x , y und z in Beziehung zu bekannten Größen aus der Aufgabenstellung setzen.
Dafür definieren wir zunächst die Vektoren a , b und c :
a sei der Vektor von A nach B,
b sei der Vektor von B nach C und
c sei der Vektor von C nach A.
Wir erhalten:
x = q + y - a ,
denn von P nach A kann man auch gelangen,
indem man von P nach Q,
dann von Q nach B
und B nach A geht.
Mit analogen Überlegungen erhält man die Gleichungen
y = r + z - b und
z = - ( q + r ) + x - c
Diese drei Vektorgleichungen bezeichnen wir als das System (S1).
Nun führen wir die Operation l( v ) ein. Die Operation l( v ) dreht jeden beliebigen Vektor v um 90 Grad entgegen dem Uhrzeigersinn.
Aus dieser Definition ergibt sich sofort: l(l( v )) = - v.
(*)
Diese Beziehung werden wir später nutzen.
Aus der Voraussetzung, daß die Punkte P, Q und R die Mittelpunkte der Außenquadrate des gesuchten Dreieckes sein sollen, ergeben sich folgende Beziehungen:
a = y - l( y ), denn
von A nach B kann man auch gelangen, indem man zuerst
von A nach Q und dann
von Q nach B geht.
Der Vektor von A nach Q entspricht dem um 90 Grad entgegen dem Uhrzeigersinn gedrehten und mit negativem Vorzeichen versehenen Vektor Q nach B. Dies ergibt sich aus der Definition von Q als Mittelpunkt des Außenquadrates über der Seite AB. Der Mittelpunkt eines Quadrates ist identisch mit dem Schnittpunkt seiner Diagonalen, die senkrecht aufeinander stehen und einander halbieren.
Mit analogen Überlegungen erhält man die Gleichungen
b = z - l( z ) und
c = x - l( x )
Diese drei Vektorgleichungen bezeichnen wir als das System (S2).
Die Beziehungen für a , b und c aus dem System (S2) werden nun in das System (S1) eingesetzt.
Dies führt zu folgenden Gleichungen:
x = q + l( y ),
y = r + l( z ) und
z = -( q + r ) + l( x )
Diese drei Vektorgleichungen bezeichnen wir als das System (S3).
Nun wenden wir auf jede dieser Gleichungen den oben definierten Drehungsoperator l() an. Der Drehungsoperator wirkt distributiv: Die Summe der gedrehten Vektoren ist gleich dem gedrehten Summenvektor.
Daher erhalten wir:
l( x ) = l( q ) + l(l( y )),
l( y ) = l( r ) + l(l( z )) und
l( z ) = - l( q ) - l( r ) + l(l( x ))
Unter Beachtung der Beziehung (*) ergibt sich daraus das System
l( x ) = l( q ) - y ,
l( y ) = l( r ) - z und
l( z ) = - l( q ) - l( r ) - x
Diese drei Vektorgleichungen bezeichnen wir als das System (S4).
Die Beziehungen für l( x ), l( y ) und l( z ) aus dem System (S4) werden nun in das System (S3) eingesetzt.
Dies führt zu folgenden Gleichungen:
x = q + l( r ) - z
y = r - l( q ) - l( r ) - x
z = - ( q + r ) + l( q ) - y
Dieses Vektorgleichungssystem wird nun nach x , y und z aufgelöst, indem man die dritte in die erste Gleichung einsetzt. Anschließend setzt man in die entstehende Gleichung die zweite Gleichung ein. Dies ergibt:
x = q + l( r ) + ( q + r ) - l( q ) + r - l( q ) - l( r ) - x , also
2 x = 2 q + 2 r - 2 l( q ), also
x = q + r - l( q )
y = r - l( q ) - l( r ) - q - r + l( q )
= - q - l( r )
und
z = - ( q + r ) + l( q ) + q + l( r )
= - r + l( q ) + l( r )
Die Eckpunkte des gesuchten Dreieckes erhalten wir also, indem wir zunächst die Strecken zwischen den gegebenen Punkten P und Q und zwischen Q und R zeichnen. Zu beiden Strecken zeichnen wir jeweils eine Strecke, die gegenüber der Ausgangsstrecke um 90 Grad gegenüber dem Uhrzeigersinn gedreht ist.
Ausgehend von den Startpunkten P, Q und R können wir nun durch Aneinanderfügen der Vektoren q , r , l( q ) und l( r ) bzw. der sich daraus einfach ergebenden negativen Vektoren entsprechend den errechneten Vektorgleichungen in der jeweiligen Kombination für x , y und z die Eckpunkte A, B, und C des gesuchten Dreieckes konstruieren.
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