Relative Lichtgeschwindigkeit

Hallo liebe Experten,

ich habe gerade ein video auf Youtube geschaut, welches erklärt, dass sämtliche Geschwindigkeiten im Universum relativ seien.
Die Frage: „Wie schnell bewegen wir uns gerade absolut?“ sei also unbeantwortbar, solange man sich selbst nicht in Relation setzt mit z.B. der Erde, der Sonne, der Galaxie usw.
Damit komme ich soweit auch gut klar. Was ich mich nun aber frage ist: Wie kann es dann eine Maximalgeschwindigkeit - nämlich die Lichtgeschwindigkeit - geben?
Würde das bedeuten, dass wenn man auf einen ankommenden Lichtstrahl eine Taschenlampe richtet, beide Strahlen ihre Geschwindigkeit halbieren würden, da sie ja beide ansonsten relativ zueinander die doppelte Lichtgeschwindigkeit hätten?
Wahrscheinlich nicht.

Und wenn man das ganze weiter denkt, liesse sich damit nicht eine absolute Geschwindigkeit der Erde berechnen, einfach anhand dessen, dass man Licht in eine bestimmte Richtung sendet, dieses misst, und aus der Differenz zur Lichtgeschwindigkeit die eigene Geschwindigkeit ableitet?
(Hier ist die Idee nicht, dass das Licht mit unter Lichtgeschwindigkeit fliegt, sondern das, wenn die Lichtgeschwindigkeit beispielsweise 10km/h wäre, es sich aber nur mit 9km/h von uns zu entfernen scheint, wir selbst vermutlich mit 1km/h in jene Richtung fliegen müssen. Das ganze noch in 2 weitere Richtungen wiederholt, und wir hätten unseren eigenen, absoluten Geschwindigkeitsvektor)

Entweder bekomme ich nun den Nobelpreis, oder habe nur einen Denkfehler gemacht, ich befürchte ja fast, es ist Letzteres.
Wäre jemand so nett, ohne die Verwendung komplexer Formeln hier Licht ins Dunkle zu bringen? :slight_smile:

Hallo!

Genau den Gedankengang hatte man vor der Relativitätstheorie auch. Das Licht sollte sich relativ zum ruhenden Universum mit konstanter Geschwindigkeit bewegen, so daß man seine eigene Geschwindigkeit relativ zur Lichtgeschwindigkeit messen kann.

Man wollte genau das mit dem Michleson-Morley-Experiment messen. Man leitet zwei Lichtstrahlen in unterschiedliche Richtungen, diese werden von Spiegeln zurück geworfen, und kommen wegen der Relativbewegung zu unterschiedlichen Zeiten wieder am Anfang an. Etwas rum rechnen, bissel Text zu Papier bringen, und schonmal Tickets nach Stockholm buchen.

Jaaaaaa aber… da war keine Zeitdifferenz messbar! Das Licht brauchte immer gleich lang, egal, ob z.B. mit oder gegen die Bewegungsrichtung der Erde um die Sonne, und das sind immerhin 30km/s.

Und dann kam Einstein. Was, wäre, wenn die Lichtgeschwindigkeit immer und unter allen Umständen, egal von wem beobachtet, immer gleich wäre? Wenn ne Rakete mit 100.000km/s ne Lampe vorne drauf hätte, und ein ruhender Beobachter das Licht mit 300.000km/s sieht, was wäre, wenn der Astronaut nicht 200.000km/s, sondern auhc 300.000km/s sieht? Diese harte Forderung ist nur erfüllbar, wenn man bisher in Stein gemeißelte Tatsachen hinterfragt. Wenn die Zeit an Bord 50% langsamer vergeht, würde der Astronaut das Licht auch mit 300.000km pro Astronautensekunde sehen.
Und wenn man dann über Entfernungen nachdenkt, kommt man auf das gleiche Problem, und sagt dann auch hier, daß, wenn Lichtgeschwindigkeit konstant ist, Entfernungen es wohl nicht sind.

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