Relativitätstheorie - Gezeitenstreckung

Guten Tag,

ich lese gerade ein Einsteigerbuch zur Relativitätstheorie und bin gerade auf einen Abschnitt gestoßen, der sich mir einfach nicht erschließen will. Es steht da:
„Ein weiteres Zeichen für die Gezeitenstreckung: Wenn man nacheinander zwei Steine in einen Abgrund fallen lässt, vergrößert sich die Distanz zwischen ihnen während des Falls. Der führende Stein, dessen Beschleunigung früher begann, wird ständig schneller fallen als der folgende Stein. Die relative Geschwindigkeitszunahme der beiden Steine ist ein weiteres Zeichen für die Krümmung des Raumes.“

Ich steh total auf der Leitung, weil ich nicht verstehe, warum durch „nacheinander“ fallen lassen der Steine die Regel, dass jedes Objekt gleich schnell fällt, ausgehebelt wird. Kann mir das jemand nochmal für Doofe erklären?

Danke Euch und viele Grüße,

Bernd

Für die gleiche Fallstrecke fällt jeder Gegenstand von Beginn bis Aufprall gleich schnell.
Ja

Aber die Geschwindigkeit wird im Laufe des Falls größer und größer.

Werden zB zwei Gegenstände im Abstand von einer Sekunde losgelassen, dann treffen sie auch im zeitlichen Abstand von einer Sekunde unten auf.
Weit oben sind die Gegenstände so langsam, daß sie in einer Sekunde nur ein kurzer Weg trennt. Weiter unten machen die Gegenstände eine deutlich längere Strecke in einer Sekunde.
Sie entfernen sich also.

Hallo!

„Ein weiteres Zeichen für die Gezeitenstreckung: Wenn man
nacheinander zwei Steine in einen Abgrund fallen lässt,
vergrößert sich die Distanz zwischen ihnen während des Falls.
Der führende Stein, dessen Beschleunigung früher begann, wird
ständig schneller fallen als der folgende Stein. Die relative
Geschwindigkeitszunahme der beiden Steine ist ein weiteres
Zeichen für die Krümmung des Raumes.“

Das ist falsch.

Für die Gezeitenstreckung müsste man die Steine gleichzeitig fallen lassen, aber mit unterschiedlicher Höhe.

Stell dir vor, du läßt einen Stein aus 10 Meter Höhe fallen, und gleichzeitig den anderen aus 10.000 Kilometer Höhe. Dann fällt der untere deutlich schneller.

Grüße

Andreas

Hallo!

„Ein weiteres Zeichen für die Gezeitenstreckung: Wenn man
nacheinander zwei Steine in einen Abgrund fallen lässt,
vergrößert sich die Distanz zwischen ihnen während des Falls.
Der führende Stein, dessen Beschleunigung früher begann, wird
ständig schneller fallen als der folgende Stein. Die relative
Geschwindigkeitszunahme der beiden Steine ist ein weiteres
Zeichen für die Krümmung des Raumes.“

Das ist falsch.

Nee, nee, das ist schon richtig. Wenn die Steine im zeitlichen Abstand von der gleichen Position losgelassen werden, so wird der Abstand der Steine zueinander immer größer.

Hallo Bernd, beide Antworten sind richtig. Nur ist das Beispiel im Buch sehr schlecht gewählt, denn der eigentlich gemeinte Effekt wird von einem zweiten überlagert.

Ein immer Wieder zitiertes Beispiel ist eine freifallende Perlenkette, die anfangs senkrecht kreisförmig ausgerichtet ist und im Verlauf zu einer Ellipse auseinander gezogen wird. Google mal unter Gezeitenkräfte, da ist das bestimmt der Länge nach erklärt. Gruß, eck.

Hallo!

Das ist falsch.

Nee, nee, das ist schon richtig.

Nee, nee, nee, nee, nee!!! Das ist falsch!!!

Wenn die Steine im zeitlichen
Abstand von der gleichen Position losgelassen werden, so wird
der Abstand der Steine zueinander immer größer.

Richtig. Diesen Teil der Aussage meinte ich auch nicht.

Aber das ist keine Gezeitenstreckung.

Wir müssen hier unterscheiden zwischen relativer Bewegung und relativer Beschleunigung.

Wenn die Steine im zeitlichen Abstand fallen gelassen werden, und der Abstand größer wird, wie du ganz richtig schreibst, handelt es sich um eine relative Bewegung.

Wenn aber einer der Steine nah an der Erde fallen gelassen wird, und der andere aus dem Weltall, dann handelt es sich um eine verschieden große BESCHLEUNIGUNG.

Und DANN kann man von Gezeitenstreckung sprechen.

Grüße

Andreas