Religiöser Einfluss europäischer Kolonialmächte

Hallo Experten,

Italien entschädigt Libyen mit fünf Mrd EUR für die Kolonialzeit. Dabei fährt mir durch den Kopf: wenn die damals noch sehr christlich dominierten europäischen Kolonialmächte „christliches Urland“ beherrschten, kam ihnen da nicht in den Sinn, an der religiösen Zusammensetzung der Bevölkerung etwas zu ändern?
Evident ist das ja auch in Palästina und dem Nahen Osten, wo nach dem 1. Weltkrieg ohnehin die orientalischen Christen kaum Minderheit genannt werden konnten.

Wer weiß was?

Viele Grüße,
Andreas

Nordafrika und der Nahe Osten wurden ja während des Niedergangs des Osmanischen Reiches erst recht spät zu europäischen Kolonien. Da hatte man staatlicherseits nicht mehr viel mit Missionierung am Hut. Mag sein, dass die eine oder andere Kolonialmacht solche Bemühungen der Kirchen gefördert hat, aber die Zeit der Christianisierung im großen Stil wie in Südamerika war das lange vorbei.

wenn die damals
noch sehr christlich dominierten europäischen Kolonialmächte
„christliches Urland“ beherrschten, kam ihnen da nicht in den
Sinn, an der religiösen Zusammensetzung der Bevölkerung etwas
zu ändern?

Hallo,

Andreas!

Afrika-Missionierung ist zwar älter als die Kolonialzeit. Aber gleichzeitig mit dem Kolonialismus entstand ein Orden speziell für die Afrika-Mission,
die Pères Blancs (Weiße Väter) mit speziellem Missionseid:
1868 bei Algier gegründet,
1879 vom Papst ausgezeichnet,
1908 endgültig päpstlich anerkannt,
der Ordensgeneral residiert nicht mehr in Maison-Carrée (bei Algier), sondern in Rom.
Ich erspare es mir, hier mehr zu schreiben. Es ist sicher ncht schwer, über diesen Orden Informationen zu erhalten.
Gruß!
Hannes