Hallo Karl Heinz,
erst mal wirf doch bitte nicht Kleinasien in einen Topf mit
Arabien/arabischer Kultur (zumindest kam dies bei mir so an!)
ersteres ist geografische Bezeichnung, trifft also nicht auf
Asia-Minor, aber auch Syrien und Agypten etc. nicht zu.
Das zweite bezeichnet einen Kulturkreis, in dessen Topf
Kleinasien, Turkei, hineingehort.
Genau das meine ich! Die Türkei gehört NICHT in den arabischen Kulturkreis! Nur weil drei Viertel der türkischen Bevölkerung den sunnitischen Glauben angenommen hat, heißt das noch lange nicht, dass die türkische Bevölkerung, die aus Zentralasien stammt und gemeinsame Vorfahren mit nordamerikanischen Indianern hat, die arabische Kultur übernommen hat.
Nur so weit: Damals war der Schamanismus dort weit verbreitet,
bzw. heißt der asiatische „Tengrismus“.
Also mit Schamanismus kann man auch etwas bezeichnen was im
amazonischen Regenwald abgeht.
Sorry, aber was willst Du damit sagen? Habe ich bestritten, dass im Amazonasgebiet Schamanismus betrieben wird? Wenn Du mal bei Wikipedia unter Tengrismus nachsehen würdest, könntest Du feststellen, dass es so ist, wie ich schrieb - zentralasiatischer Schamanismus wird als Tengrismus bezeichnet (von Tengri = Gott), und Südamerika steht hier nicht zur Debatte.
:Wenn man ihn jedoch als das
aufwasst mit was es ursprunglich bezeichnete, namlich Kulte in
Sibirien und Innerasien, war er NIE in Kleinasien sehr
verbreitet.
Oh doch. Und zwar solange, bis die Nomaden sesshaft wurden - und das ist teilweise erst 150 Jahre her, teilweise gibt es immer noch welche.
Zum Tengri-Glauben; soweit er von Einwanderern
noch praktiziert wurde bei ihrer Ankunft, ging er bald
verloren,oder wurde verloren gegangen. Alewiten sollen zwar
Teile dieses Glaubens bis heute heruberreten konnen, wenn dies
uberhaupt zutrifft ist dies nicht viel mehr als unser
Weihnachtsbaum.
In den Dörfern rund um Balikesir, wo seit ca. 180 Jahren ehemalige Nomaden leben, bekennt man sich zum Alevitentum, doch gelebt wurde dieses mancherorts gar nicht, in anderen Dörfern mehr - es war wohl eher so, dass diese Familienklans sich aufgrund gesellschaftlicher Zwänge seit dem 12. Jh. als Aleviten bezeichnete.
Viele Bräuche des Tengrismus sind im Laufe der Zeit allerdings tatsächlich verschütt gegangen - kein Wunder, wenn ihre Anhänger verhöhnt und bedroht wurden! So konnten bis in die 80er Jahre solche Dorfbewohner nicht in Ruhe in Balikesir einkaufen gehen: Man verkaufte ihnen nichts, beschimpfte sie, und in der Schule wollte niemand neben ihnen sitzen. - Doch wenigstens ein schamanischer Brauch ist noch weit verbreitet: der Wunschbaum. Und noch einen gibt es: Wenn man befürchtet, dass ein Kind nach der Geburt stirbt, „verkauft“ man es, damit die Dämonen das Kind nicht töten. Man fragt pro forma Nachbarn, ob sie ein soeben geborenes Kind kaufen möchten, und wenn der Handel vollzogen und das Kind verkauft ist, können die Dämonen es nicht mehr töten. Natürlich wird das Kind kurz darauf wieder zurückgebracht. Doch es erhält den Namen Satilmisch - verkauft…
Gruß, Susanne