Wer Überzeugungen hat, kann nicht tolerant sein.
Wer tolerant ist, kann keine Überzeugungen haben.
Hi Peter
von wem stammt denn der Käse?
Die Aussage kann nur dann stimmen, wenn Überzeugungen als subjektiv absolute Wahrheiten angesehen werden. das heisst: das in einem solchen Falle ich mir absolut sicher bin, das MEINE sicht der dinge die einzig korrekte ist. das hat mit überzeugungen nichts mehr zu tun, sondern das ist Fanatismus.
Gerade bei Religionen ist dieses Verhalten leider immer noch weit verbreitet.
Wenn man jedoch zur Erkenntnis kommt (und dazu kommt jeder halbwegs vernünftige Theologe) das Gott i.w.S. durch den Menschen niemals vollständig erfassbar ist, und jeder vermutlich einen anderen Ausschnitt davon sieht (sofern er ihn überhaupt sieht) dann sieht das mit dem Absolutheitsanspruch ganz anders aus.
Ich kann Überzeugungen haben, ich kann danach leben, ABER ich kann niemanden mit Gewalt davon überzeugen, das die meinigen die „richtigen“ sind. Ich bin mir ja selber nicht sicher.
Der einzige Limitierende Faktor liegt darin, das diese Überzeugungen in einem gewissen „Verhaltenskorridor“ liegen müssen, der von Unmenschlichem Verhalten begrenzt wird. Derartige unmenschlichkeiten (Völkermord, massive Geschlechterunterdrückung etc. ) dürfen nicht geduldet werden!
Oder: Toleranz ist ein Geschäft auf Gegenseitigkeit.
Kann man in einer „absoluten Bindung“ (=Religion) leben
- einschließlich Gemeinschaftsbezug und Alltagsprägung -
ohne Unfrieden zu stiften?
Ja. solange ich den anderen ausserhalb der Religionsgemeinschaft als genauso „wertvolles“ menschliches Wesen ansehe, dessen Überzeugungen zu achten sind.
Kann man Frieden stiften ohne „absolute Bindung“?
ja, sogar besser, denn mit einem utiliaristischen Ansatz nach dem Motto: Frieden ist besser als Krieg, weil dann alle gemäß ihrer Fasson glücklich werden können, komme ich viel weiter als mit irgendwelchen pseudoreligiösem Geschwafele (tschuldigung…) und absoluten Zwangsvorschriften, die aus einer absoluten Bindung resultieren.
Ist eine kontroverse Diskussion schon Symptom von Intoleranz,
der erste Schritt zum „Kreuzzug“, zum „heiligen Krieg“?
Nein, natürlich nicht. Bereits im Wort „Diskussion“ ist ja die Kontroverse enthalten. Solange man die Meinung des anderen nicht sofort als „schwachsinnig“ einstuft, da sie den eigenen Überzeugungen zuwieder läuft, kann dadurch sogar mehr Verständniss für die Position des andern zustandekommen. „Verständniss“ ist ja nicht gleich „einverstanden“
Oder kommen Kreuzzüge gerade da auf,
wo die eigene Überzeugung
nicht mehr in ihrem Ursprung verankert ist?
Kreuzzüge kommen auf, wenn Überzeugungen zu Fanatismus mutieren, und die „Idee“ über den „Mensch“ gestellt wird
Gruss
Mike