Religion - Ethik

Hi @all!
Mir ist bekannt, dass nicht-getaufte Schüler irgendwann, um nicht Freistunden in der Schule „geschenkt“ zu bekommen, irgendwann das „Ausweichfach“ Ethik belegen mussten.
Meine Frage:
Wie hängen Eurer Meinung nach die Begriffe zusammen (u.a. weil hier in einem Brett vereint) - oder gibt es eine eigene, von Religionen unabhängige Ethik (natürlich gibt es sie…). Wie sieht sie aus? Wie unterscheiden sie sich?
Könnte ja auch ins Philosophie-Brett passen… aber die Zusammenfassung unter einer Überschrift veranlasst mich, hier diese Frage zu stellen…
Neugierig:
Anja

Ethik Moral
Meiner Erinnerung nach gab es die beiden Begriffe Ethik („Ehtik“ gesprochen) und eine Ethik (Ättick gesprochen). Das erst bedeutet so etwas wie „Bauplan“ und das andere Moral, Geschmack, usw.

Soll heißen die Ethik befasst sich eher mit Dingen, die reinst sachlich (Nähe zur Philosophie) aufgefasst werden. Also auch zeitlos sein sollen.

Und die Moral mit Dingen, die aus dem Zeitgeist, der vorherrschenden Meinung
usw. entstammen und natürlich auch zeitabhängig sind, sich also ständig ändern.

Religionen sind aus beiden Bereichen ein Mischmasch, der leider auch immer aus der Zeit in der vieles wohl sinnvoll war, festgeschrieben wurde und von Fundis wortwörtlich und oft für unsere Zeit unpassend verstanden wird.

Hab ich was vergessen

Mir ist bekannt, dass nicht-getaufte Schüler irgendwann,

Hat damit nix zu tun, jeder bzw. die Eltern kann entscheiden nicht nur von der tendenziösen Lehre nur einer Kirche besaftet zu werden.

Gruß

Stefan

Hi @all!
Mir ist bekannt, dass nicht-getaufte Schüler irgendwann, um
nicht Freistunden in der Schule „geschenkt“ zu bekommen,
irgendwann das „Ausweichfach“ Ethik belegen mussten.
Meine Frage:
Wie hängen Eurer Meinung nach die Begriffe zusammen (u.a. weil
hier in einem Brett vereint) - oder gibt es eine eigene, von
Religionen unabhängige Ethik (natürlich gibt es sie…). Wie
sieht sie aus? Wie unterscheiden sie sich?
Neugierig:
Anja

Hallo Anja,
Stefan hat schon die Begriffe erklärt.Ich hätte damals auch auf Ethik ausweichen müssen,da ich keiner „gängigen“ Kirche angehöre.Nur gab es
diese Stunde in unserer Schule nicht und eine andere Klasse besuchen war auch nicht möglich.So hatte ich die „Freistunde“.
Ethik war damals als Ersatz für Religionsunterricht gedacht,da man glaubte,jemand der „keiner Kirche"angehört,auch nichts fürs
Leben mitbekommt.Um moralische und gesellschaftliche Werte dennoch zu erhalten,war also der Grund für die Ersatzstunde(Obwohl so mancher
in einer Freikirche oder Sekte sicher mehr moralische Erziehung erhält).Der andere Grund war natürlich auch die verlorene Stunde zu ersetzen.Ethik also als Ersatz"religion“.
Gruss Gerhard

seltsam…
Das Beispiel Schule war nur als Beispiel gedacht…
Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt…
aber es wundert mich doch, dass dieses Brett sich offensichtlich doch nicht mit den Fragen einer „allgemeinen“ - sprich: nicht-religiösen Ethik befasst, deren Differenzierung zum Glauben welcher Art auch immer ich von Euch definiert haben wollte.
Warum aber heißt dieses Brett dann Religion & Ethik???
Noch immer interessiert:
Anja

hi,

aber es wundert mich doch, dass dieses Brett sich
offensichtlich doch nicht mit den Fragen einer „allgemeinen“ -
sprich: nicht-religiösen Ethik befasst

ja, das ist ein kritikpunkt am brettitel. diese allgemeine ethik gehört nämlich zur philosophie…

deren Differenzierung
zum Glauben welcher Art auch immer ich von Euch definiert
haben wollte.

dann versuch ichs mal: religiöse ethik ist ein sonderfall der ethik, der von absoluten werten (durch gott gesetzt) bereits ausgeht. „allgemeine ethik“ versucht werte zu begründen und zwar ohne auf (einen) gott oder heilige schriften bezug zu nehmen.

gruß
datafox

Hi datafox,

ja, das ist ein kritikpunkt am brettitel. diese allgemeine
ethik gehört nämlich zur philosophie…

wie ich ja in meinem Anfangsposting schrieb…

dann versuch ichs mal: religiöse ethik ist ein sonderfall der
ethik, der von absoluten werten (durch gott gesetzt) bereits
ausgeht. „allgemeine ethik“ versucht werte zu begründen und
zwar ohne auf (einen) gott oder heilige schriften bezug zu
nehmen.

Das wird doch mit den Gleichnissen in der Bibel letztlich auch getan, oder?

Danke Dir!
Anja

„allgemeine ethik“ versucht werte zu begründen und

zwar ohne auf (einen) gott oder heilige schriften bezug zu
nehmen.

Das wird doch mit den Gleichnissen in der Bibel letztlich auch
getan, oder?

hallo,

das verstehe ich nicht. die bibel ist das paradebeispiel einer heiligen schrift.

gruß
datafox

Hi Anja!

Das Beispiel Schule war nur als Beispiel gedacht…
Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt…
aber es wundert mich doch, dass dieses Brett sich
offensichtlich doch nicht mit den Fragen einer „allgemeinen“ -
sprich: nicht-religiösen Ethik befasst, deren Differenzierung
zum Glauben welcher Art auch immer ich von Euch definiert
haben wollte.

Warum fragst du denn nicht im Philosophiebrett? *g*
Eigentlich wollte ich nicht antworten, weil ich kein religiöser Mensch bin, folglich steht mir diese Differenzierung nicht zu.
Aus philosphischer Sicht kann man die Ethik als Grunddisziplin der „praktischen“ Philosophie sehen.
In der Philosophiegeschichte haben sich unterschiedliche Bestimmungen und Konzeptionen herausgebildet. Es wäre zu komplex, diese hier auszuarbeiten. Ethik als philosophische Disziplin entstand als Reaktion auf den Sittenverfall, in der sogenannten Sophistik. Die sophistische Aufklärung markiert die Abkehr von den theoretischen, praxisfernen Angelegenheiten des Menschen.

Warum aber heißt dieses Brett dann Religion & Ethik???
Noch immer interessiert:

Es wäre m.E. denkbar, dass es sich mit der Religion ebenfalls so verhält. Theorie - Praxis. Z.B. der Umgang zwischen den unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften. Diese Unterscheidung überlasse ich aber den Religionen.

Sei gegrüßt
Junktor